20.08.2015

Die strahlende Sonne

40°C im Sommer sollen heiß sein? Schon mal nachgedacht wie heiß es auf der Sonne ist? Satte 5.700°C - und zwar rund um die Uhr, Jahr für Jahr! DAS ist erbarmungslos, eine Hitzewelle bei uns ist da wesentlich kürzer...
40°C im Sommer sollen heiß sein? Schon mal nachgedacht wie heiß es auf der Sonne ist? Satte 5.700°C - und zwar rund um die Uhr, Jahr für Jahr! DAS ist erbarmungslos, eine Hitzewelle bei uns ist da wesentlich kürzer...

Schwitzende Menschen, ausgetrocknete Wälder und glückliche Solarkraftbetreiber: Die Hitze der letzten Wochen kann bei den derzeitig deutlich kühleren Temperaturen und örtlichem Dauerregen schon fast in Vergessenheit geraten. Dabei schien die Sonne tage- ja teils wochenlang erbarmungslos vom Himmel und wir erfuhren sprichwörtlich am eigenen Leibe, welche Kraft sie hat. 

Dabei strahlt die Sonne noch deutlich mehr Energie ab, als bei uns am Boden tatsächlich ankommt: Die Bestrahlungsstärke der Sonne besitzt oberhalb der Erdatmosphäre einen Wert von etwa 1366 Watt pro Quadratmeter. Wegen der Kugelgestalt der Erde und der sonnenabgewandten Nachtseite einer Erdhälfte erhält die Atmosphäre davon aber nur ein Viertel (342 W/m²).

Von diesen (für uns) theoretisch möglichen 342 W/m² werden 30 % von der Erdoberfläche und der Atmosphäre direkt zurück in den Weltraum reflektiert, sodass die restlichen knapp 70 % (235 W/m²) für die Erwärmung der Atmosphäre und des Erdbodens zur Verfügung stehen.

Wolken, Wasserdampf, Staub und Ozon absorbieren von den 235 W/m² 67 W/m² und erwärmen dadurch die Atmosphäre direkt, während die restlichen 168 W/m³ von der Erdoberfläche absorbiert werden. Dadurch wird schließlich auch der Erdboden aufgeheizt. Nur ein Bruchteil (ca. 12 %) der von der Sonne abgestrahlten Energie erreicht also tatsächlich die Erdoberfläche! 

Die von der Sonne erwärmte Atmosphäre gibt im Übrigen die aufgenommene Energie als Wärmestrahlung wieder ab, damit ein Gleichgewicht entsteht. Diese Wärmestrahlung verlässt die Atmosphäre aber nicht auf direktem Wege, sondern wird von Wolken, atmosphärischen Spurengasen und den natürlichen Treibhausgasen absorbiert und teilweise wieder Richtung Erdoberfläche zurückgestrahlt. Dieser "Wärmestau" stellt den sogenannten natürlichen Treibhauseffekt dar (dessen detailliertere Behandlung an dieser Stelle aber zu weit führen würde) und bewirkt eine Erwärmung von -18 °C (die ohne Treibhausgase herrschen würden) auf eine mittlere globale Temperatur von +14 °C, was ein Leben auf der Erde überhaupt erst möglich macht.

Ein Leben auf der Sonne hingegen ist bei einer dort herrschenden Temperatur von (nahezu unvorstellbaren) 5700 °C nicht möglich. Mal ehrlich: Dagegen waren doch die in den vergangenen Wochen örtlich gemessenen 40 °C doch ein Klacks!

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

13.08.2015

Erscheinungen bei Gewittern - Blitz und Donner

Blitz, Donner, hohe Wolkentürme - ein Markenzeichen der Sommergewitter. Doch was passiert eigentlich bei einem Gewitter in der Atmosphäre? Die Physik lässt grüßen:
Blitz, Donner, hohe Wolkentürme - ein Markenzeichen der Sommergewitter. Doch was passiert eigentlich bei einem Gewitter in der Atmosphäre? Die Physik lässt grüßen:

Allmählich endet die derzeitige Hitzewelle, denn Ausläufer des am Freitag, 14.08.2015, mit seinem Kern über der Nordsee liegenden Tiefdruckgebietes EBERHARD sorgen für Niederschläge und führen von Westen her frische Meeresluft nach Zentraleuropa. Am Sonntag werden in Deutschland wohl keine 30 °C mehr erreicht werden, so dass wir bei angenehm kühleren Temperaturen endlich wieder durchatmen können. Wie so oft im Sommer sind derartige Luftmassenwechsel mit teils kräftigen Gewittern verbunden. 

Man unterscheidet Wärmegewitter, die durch Labilisierung ausreichend feuchter Luft infolge kräftiger Sonneneinstrahlung und anschließender massiver Konvektion entstehen, von Frontgewittern, bei denen Hebungs- oder Umlagerungsprozesse meist im Bereich von Kaltfronten ursächlich sind. Im ersten Falle steigt in Erdbodennähe sonnenerhitzte Luft rasch in darüber liegende, kältere Luftschichten bis in große Höhen auf, im zweiten Falle schiebt sich Kaltluft unter die wärmere Luft und zwingt diese zum raschen Aufsteigen. In jedem Falle entstehen Gewitterwolken, im Meteorologenjargon "Cumulonimben" genannt. 

Wie auch immer, Gewitter werden stets von Blitz und Donner begleitet. Blitze entstehen in sich hoch auftürmenden Gewitterwolken infolge Ladungstrennung durch Reibung von Wolkenpartikeln. Jedoch sind die zugrunde liegenden physikalischen Prozesse bis heute nicht vollständig geklärt. Aufgrund mechanischer Wechselwirkung laden sich bei Temperaturen < -15 °C innerhalb einer Gewitterwolke Graupelkörner negativ auf, Eiskristalle hingegen positiv. Bei höheren Temperaturen erfolgt die Aufladung beider Arten von Wolkenpartikeln mit jeweils umgekehrten Vorzeichen. 

In Abhängigkeit vom vertikalen Temperaturverlauf innerhalb der Gewitterwolke bildet sich eine sandwichartige Ladungsstruktur, positiv bzw. negativ geladene Wolkenschichten folgen aufeinander. Allerdings sind die in Gewitterwolken gemessenen elektrischen Feldstärken zu gering, als dass die Luft ionisiert würde und sich die Ladungsunterschiede spontan in Form von Blitzen entladen könnten. 

Einige amerikanische Physiker vertreten die Theorie, dass in der die Erde erreichenden kosmischen Höhenstrahlung sog. schnelle Elektronen vorkommen, welche in der Lage sind, Luftmoleküle zu ionisieren. Ionisierte Luft verliert ihre isolierenden Eigenschaften, wird Strom leitend und die elektrische Entladung kann erfolgen. 

Dabei bildet sich zunächst ein Blitzkanal aus ionisierter Luft (Plasma), in der ein negativ geladener Leitblitz sich mit ca. einem Drittel der Lichtgeschwindigkeit ausbreitet. Vom positiv geladenen Gegenpol (Erdboden oder Wolke) eilt ihm eine entsprechende Fangentladung entgegen. Nun können sich die Potentialunterschiede mit aller Macht ausgleichen - negative Ladungen strömen zum Erdboden bzw. zu positiv geladenen Regionen der Wolke und umgekehrt - es blitzt. 

Die plötzliche und starke Erhitzung der Luft im Blitzkanal (in Sekundenbruchteilen auf einige zehntausend Grad) infolge des hohen Stromflusses bewirkt ihre explosionsartige Ausdehnung. Der damit einher gehende Druckanstieg erregt eine Schockwelle, die sich in der unmittelbaren Umgebung des Blitzes als scharfer Knall ("Donnerschlag") bemerkbar macht. Verschiedene Laufzeiten von unterschiedlichen Punkten des Blitzkanals verursachen das "Donnerrollen" durch Überlagerung der Schallwellen. 

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

03.08.2015

Mach mit beim Streik für unsere Zukunft!

Von Streik mögen die meisten Leute wahrscheinlich erst einmal nichts mehr hören. Dennoch, hier ist ein Streik, dem du am 30. November - kurz vor den wichtigen COP15 Klimaverhandlungen in Paris - deine volle Aufmerksamkeit (und hoffentlich auch Teilnahme) widmen solltest. Denn bei diesem Streik geht es nicht um Geld oder Arbeitszeiten (was sicherlich auch wichtig ist), sondern um noch viel mehr - um die Zukunft aller Menschen und vieler anderer Lebewesen dieser Welt.

 

Dieser "Climate Strike" ist ein Streik

  • für globale Gerechtigkeit und gegen den weltweiten Missbrauch der Ressourcen unserer Erde;
  • für effektive Maßnahmen, die den globalen Klimawandel so weit aufhalten, dass wir eine Destabilisierung des Erdklimas gerade noch vermeiden können;
  • der ein Zeichen setzt, dass sich jeder einzelne von uns im Klimaschutz einbringen kann und muss, wenn wir katastrophale Auswirkungen vermeiden wollen.

 

"Climate Strike" haben Kinder und Jugendliche von Plant for the Planet beim Youth Summit 2015 in Tutzing initiiert. Sie rufen alle Schüler der Welt auf, am 30. November 2015 die Schule zu bestreiken, um ein Zeichen für den globalen Klimaschutz zu setzen. Statt in die Schule zu gehen werden die Schüler Demonstrationen und Klimaschutz-Aktionen durchführen.

 

Eine solch tolle Idee verdient es, von allen unterstützt zu werden, zumindest - neben den SchülerInnen selbst - auch von LehrerInnen und Eltern, UniversitätsprofessorInnen und StudentInnen. Dies könnte der  größte Streik werden, den die Menschheit je erlebt hat; und der bisher erste Streik, der zum Wohl für alle Menschen durchgeführt wird.

 

Mach mit und registriere deinen Event bei Climate Strike, und hilf mit, diesen Event in ganz Deutschland und der ganzen Welt bekannt zu machen!

 

Zusammen können wir die Destabilisierung des Erdklimas noch aufhalten. Aber nur, wenn sich jeder, wirkllich jeder, der versteht, um was es geht, aktiv beim Klimaschutz einbringt.

 

 

Weiterführende Links: www.wissenleben.de und content.globalmarshallplan.org

13.07.2015

Waldbrandgefährdung durch Sommerhitze

Trockenheit, Hitze und unachtsam weggeworfenes Glas oder eine glimmende Zigarette können im Sommer bei uns schnell zur Waldbrandkatastrophe führen. Um die Waldbrandgefahr einschätzen zu können, erstellen die Landesforstbehörden zusammen mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) den "Waldbrandgefahrenindex" (WBI).
Trockenheit, Hitze und unachtsam weggeworfenes Glas oder eine glimmende Zigarette können im Sommer bei uns schnell zur Waldbrandkatastrophe führen. Um die Waldbrandgefahr einschätzen zu können, erstellen die Landesforstbehörden zusammen mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) den "Waldbrandgefahrenindex" (WBI).

In der letzten Woche kam es in ganz Deutschland immer wieder zu Niederschlägen, die aber die negative klimatische Wasserbilanz (Differenz zwischen Niederschlagssumme und potentieller Verdunstung) des bisherigen meteorologischen Sommers nicht ausgleichen konnte. Dadurch hält die verbreitete Trockenheit weiterhin an und das Waldbrand- als auch Graslandfeuerrisiko bleibt bestehen.

Die Waldbrandwarnungen selbst liegen nicht im Zuständigkeitsbereich des DWD, sondern werden von den regionalen Landesforstbehörden herausgegeben. Allerdings berechnet der DWD den sogenannten Waldbrandgefahrenindex" (WBI), der den einzelnen Landesforstbehörden zur Einschätzung der Waldbrandgefahr und zur Ausgabe von evtl. nötigen Warnungen dient. Dabei stellt ein WBI 5 eine sehr hohe Waldbrandgefährdung und der WBI 1 eine sehr geringe Gefahr dar, wobei letzteres nicht heißt, dass kein Brand entstehen kann - es besteht dann immer noch eine Wahrscheinlichkeit von bis zu 20 %.

Der DWD berücksichtigt bei der Berechnung des WBI bzw. der zugrundeliegenden Feuerintensität:

1) Bilanz des Wasserhaushaltes, also die Wasseraufnahme und Verdunstung im Kronenbereich der Bäume, der Streuschicht (Bodenbelag wie Nadeln, Falllaub, vergilbte Gräser) und im Boden: Beispielsweise wird die Streuschicht als der Ort der Initialzündung angesehen. Ist diese ausreichend feucht (min. 35 %), geht man von einem sehr unwahrscheinlichen Zünderfolg aus. Ist die Streufeuchte dagegen unterhalb 9 %, so wird das Material als extrem zündfähig eingeschätzt.

2) Laufgeschwindigkeit der möglichen Feuerfront: Je nach Windgeschwindigkeit und Wassergehalt der Streuschicht, ergibt sich eine bestimmte Laufgeschwindigkeit der entstehenden Feuerfront, was unter anderem die Ausbreitung des Feuers bestimmt und dementsprechend wichtig für die Feuerwehr ist. 

3) Regionale Besonderheiten in der Bodenfeuchte:  Handelt es sich hauptsächlich um einen zündanfälligen Nadelwald, zündresistenten Laubwald oder einen Mischwald? Je nach Wasserversorgung des jeweiligen Waldbodens wird die Menge der zündanfälligen Vegetation in der Streuschicht angepasst. Somit dient die Bodenfeuchte bzw. der -wassergehalt als Indikator für das zur Verfügung stehende Brennmaterial.

Aufgrund der genannten Punkte werden folgende meteorologische Parameter für die WBI-Berechnung benötigt: Lufttemperatur, relative Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit, Niederschlagsrate bzw. Schneemenge sowie kurz- und langwellige Strahlung der Atmosphäre. Dabei wird am Ende der Berechnung das Maximum des Zeitraums zwischen 12 und 18 UTC (14 - 20 MESZ) bestimmt und als WBI vom DWD veröffentlicht.

Die unterschiedlichen Parameter und Einflussfaktoren, die bei weitem nicht alle aufgezählt werden konnten, zeigen, wie komplex eine Abschätzung des WBI sein kann. Heranströmende feuchte Luftmassen können beispielweise den WBI absenken, da sie weniger zündunterstützend wirken als trockene, während zunehmende Windgeschwindigkeiten wiederum zu einer raschen Feuerausbreitung führen und somit den WBI erhöhen. Verallgemeinernd lässt sich allerdings sagen, dass für eine hohe Waldbrandgefahr auf jeden Fall zwei Bedingungen erfüllt sein müssen: Trockenheit des potentiellen Brennmaterials und starker, böiger Wind.

Vor allem im Süden Deutschlands besteht aktuell eine hohe bis sehr hohe Gefahr vor Waldbrand. An den Folgetagen nimmt der WBI regional geringere Werte an, da wieder feuchtere Luftmassen nach Deutschland transportiert werden, die vor allem in der Nordhälfte Deutschlands Niederschlag mit sich bringen. Daher wird sich die Lage wohl nur dort weitestgehend entspannen. Falls Ihr Euch auch die kommenden Tage über den aktuellen Waldbrandgefahrenindex informieren möchtet, schaut einfach unter www.dwd.de/waldbrand nach. Für Informationen zum Graslandfeuerrisiko schaut bitte unter www.dwd.de/agrarwetter nach.

 

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

25.06.2015

Polarlichter kamen ... nicht

Letzte Nacht gab es am Himmel außer Sternenlicht und Gegenlicht vom Erdboden durch Dörfer und Städte nichts zu sehen - für Polarlichter reichte die Teilchendichte des Sonnensturms nicht aus.
Letzte Nacht gab es am Himmel außer Sternenlicht und Gegenlicht vom Erdboden durch Dörfer und Städte nichts zu sehen - für Polarlichter reichte die Teilchendichte des Sonnensturms nicht aus.

Da das irdische Wetter in den vergangenen Tagen in Deutschland mit Regen, vielen Wolken und kühlen Temperaturen kaum etwas zu bieten hatte, werfen wir einen Blick auf das derzeit interessantere Weltraumwetter. Denn dort tobte Anfang der Woche ein geomagnetischer Sturm. 

Am vergangenen Wochenende ereignete sich eine Sonneneruption, die große Mengen Gas, das zu einem Großteil aus geladenen Teilchen besteht, in den Weltraum geschleudert hat. Man spricht dabei von einem koronalen Massenauswurf. Solche Eruptionen treten meist an Sonnenflecken auf. Das sind kühlere Bereiche auf der Sonnenoberfläche, die durch Störungen im Sonnenmagnetfeld entstehen und als dunkle Flecken in Erscheinung treten.

Diese Wolke aus geladenen Teilchen flog nun auf die Erde zu. Die Teilchenwolken deformieren das interplanetarische Magnetfeld, sodass es sich mit dem Erdmagnetfeld verbinden kann. Dann werden die Teilchen vom Erdmagnetfeld Richtung magnetische Pole gelenkt und dringen in die Erdatmosphäre ein. In den oberen Schichten der Atmosphäre treffen die geladenen Teilchen auf Luftmoleküle und regen diese zum Leuchten an. Man spricht dann auch von einem geomagnetischen Sturm. Je nach dem, in welcher Höhe welche Molekülen angeregt werden, entstehen leuchtende Bögen, Vorhänge und Bänder in unterschiedlichen Farben. So erzeugen zum Beispiel Sauerstoffmoleküle in 200 km Höhe rotes und in 100 km Höhe grünes Licht. Stickstoff leuchtet violett oder blau.

Bei stärkeren geomagnetischen Stürmen können Polarlichter sogar bei uns in mittleren Breiten auftreten. So brachte der Sturm in der Nacht von Montag auf Dienstag in Osteuropa sogar helle Polarlichter bis nach Rumänien. In Deutschland verhinderte jedoch eine verbreitet dichte Wolkendecke mit häufigem Regen eine Beobachtung. 

Von der Bewölkung her sah es in der vergangen Nacht dann besser aus, als ein 2. koronaler Massenauswurf die Erde erreichte. Doch diesmal reichte es nicht für Polarlichter, denn die Teilchendichte blieb weit unter den Erwartungen zurück, sodass das interplanetarische Magnetfeld nicht ausreichend deformiert wurde.

Die Chancen auf Polarlichter lassen sich mit gewissen Unsicherheiten auch vorhersagen. Da sich mittels Satelliten solche koronalen Massenauswürfe auf der Sonnenoberfläche beobachten lassen, lässt sich die Bahn der Teilchenwolken näherungsweise berechnen. 

Solche Prognosen werden zum Beispiel vom amerikanischen Wetterdienst NOAA herausgegeben (http://www.swpc.noaa.gov). Diese wird allerdings nicht gemacht, um der Bevölkerung Hinweise zu geben, wann sie am besten Polarlicht beobachten können, sondern weil sehr starke geomagnetische Stürme eine Gefahr für unsere hoch technisierte Gesellschaft darstellen. Bei weitaus stärkeren Stürmen als diese Woche können die Teilchen die Elektronik von Satelliten und Flugzeugen beschädigen und durch Induktion für Spannungsschwankungen in Stromnetzen sorgen, sodass diese zusammenbrechen können.

Nun stellt sich die Frage, wann sich die nächsten Polarlichter in Deutschland beobachten lassen? Der aktuelle Sturm ist erst einmal vorbei. Da die koronalen Massenauswürfe meist an Sonnenflecken gebunden sind, erhöhen sich mit steigender Sonnenfleckenzahl die Polarlichtchancen. Die Sonnenfleckenanzahl weist einen etwa 11- jährigen Zyklus auf. Das Maximum des aktuellen Zyklus ist aber schon überschritten und wir befinden uns diesbezüglich schon wieder in einer Phase nachlassender Aktivität. Hinzu kommt noch, dass das aktuelle Maximum deutlich schwächer ausgeprägt war, als in den vergangenen Zyklen. Somit stehen die Chancen nicht allzu gut, in den nächsten Jahren helles Polarlicht über ganz Deutschland beobachten zu können.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

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18.06.2015

Die Kraft des Windes

Windräder an der Nordseeküste nördlich von Husum: Bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien nimmt die Windkraft in Deutschland mit einem Anteil von 35 % den ersten Platz ein. Dies soll in den nächsten Jahrtzehnten noch merklich gesteigert werden.
Windräder an der Nordseeküste nördlich von Husum: Bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien nimmt die Windkraft in Deutschland mit einem Anteil von 35 % den ersten Platz ein. Dies soll in den nächsten Jahrtzehnten noch merklich gesteigert werden.

Seit Jahrtausenden nutzt der Mensch die Kraft des Windes: Vor mehr als 4000 Jahren wurden die ersten Windmühlen errichtet, um mithilfe der Windkraft Getreide zu mahlen. Seit dem Altertum wird Windenergie zudem zur Fortbewegung z.B. mit Segelschiffen genutzt. Den Wind als Energiequelle zu nutzen, ist also keinesfalls neu. In der heutigen Zeit, aufgrund geringer werdender Ressourcen an Erdöl und Erdgas, bekommt Windenergie aber eine völlig neue Bedeutung, da der Wind als unerschöpflich nutzbare Energiequelle betrachtet werden kann. 

Am 15. Juni war "Global Wind Day", ein weltweiter Aktionstag der Windenergie, der seit 2007 jedes Jahr stattfindet. Dies bietet es sich also an, diese Form der erneuerbaren Energien etwas genauer bei uns zu beleuchten:

Energie kann nach dem physikalischen Energieerhaltungssatz weder erzeugt noch verbraucht oder zerstört werden. Sie kann jedoch in verschiedene Formen umgewandelt werden, was auch bei Windkraftanlagen genutzt wird: Die Bewegungsenergie (kinetische Energie) des Windes kann vom Rotor einer Windkraftanlage in Rotationsenergie umgesetzt werden, diese wiederum wird durch einen angeschlossenen Generator in elektrische Energie umgewandelt. 

Die Leistungsfähigkeit (Wirkungsgrad) einer Windkraftanlage wird folglich an der Menge der elektrischen Energie gemessen, die von der kinetischen Energie des Windes umgewandelt werden konnte. Je mehr kinetische Energie dem Wind von einer Windkraftanlage entzogen wird, umso stärker wird der Wind abgebremst/geschwächt. Wenn man versuchen würde, die gesamte Energie aus dem Wind zu gewinnen, dann hätte die Luft hinter dem Rotor die Geschwindigkeit null, d.h. sie würde die Windkraftanlage nicht verlassen, was praktisch nicht möglich ist, da die Luft hinter der Anlage abgeführt werden muss und hierfür einen Teil ihrer Bewegungsenergie benötigt. Man kann also nur einen bestimmten Anteil der kinetischen Energie in Rotationsenergie umwandeln, nämlich maximal 59,3 % (Gesetz von Betz). Die ertragsreichsten heutigen drei-blättrigen Rotoren erzielen bereits Werte von ca. 50 %.

Offenkundig ist die Windgeschwindigkeit von entscheidender Bedeutung für die Energieausbeute einer Windkraftanlage. Denn die Energie des Windes, die für die Umwandlung in Rotationsenergie zur Verfügung steht, steigt mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit. Aufgrund dieser Beziehung wächst bei doppelter Windgeschwindigkeit das Energieangebot an die Rotoren um das Achtfache! Deshalb ist es wichtig, Windenergieanlagen an Orten mit möglichst häufigen, hohen Windgeschwindigkeiten aufzustellen. In Deutschland sind das insbesondere die Nordsee- und Teile der Ostseeküste sowie höhere Berglagen. Immer mehr Bedeutung gewinnen Windturbinen auf See, sogenannte Offshore ("vor der Küste")-Anlagen. Ab einer mittleren jährlichen Windgeschwindigkeit von 4-5 m/s (Bft 3) kann eine gute Leistung erzielt werden und die Windkraft ist geeignet, wirtschaftlich Elektrizität bereitzustellen. 

In den letzten 20 Jahren ist die Windenergie die am schnellsten wachsende Energiequelle der Welt geworden. An der deutschen Stromversorgung hat sie heute einen Anteil von über acht Prozent. Bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien nimmt die Windkraft mit einem Anteil von 35 % den ersten Platz ein und weitere Projekte zum Ausbau der Windenergienutzung sind in Planung. Ob der ambitionierte Fahrplan der Bundesregierung, bis 2050 80 % des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, eingehalten werden kann, bleibt abzuwarten.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

11.06.2015

Gewitter, Blitze und persönliche Verhaltensregeln

Unser Foto des Tages: Ein Gewitter entsteht! Statistisch gesehen gibt es im Sommer im Juli in Mitteleuropa die meisten Gewitter. Bei einem Gewitteraufzug sollte man in dessen Nähe ein paar Vorsichtsmaßnahmen im Hinterkopf haben - wir haben mal einige zusammengestellt!
Unser Foto des Tages: Ein Gewitter entsteht! Statistisch gesehen gibt es im Sommer im Juli in Mitteleuropa die meisten Gewitter. Bei einem Gewitteraufzug sollte man in dessen Nähe ein paar Vorsichtsmaßnahmen im Hinterkopf haben - wir haben mal einige zusammengestellt!

Bei Gewittern werden in Cumulonimbuswolken durch starke vertikale Luftbewegungen große Mengen von Wassertröpfchen und Eiskristallen in beträchtliche Höhen (z.T. bis über 10 km) befördert. Dabei entstehen durch Ladungstrennung elektrische Spannungen von bis zu 1.000.000.000 Volt. Die entladen sich zwischen verschiedenen Wolkenteilen als "Wolkenblitze" mit Gesamtlängen von bis zu 100 km, oder als "Erdblitze" zwischen Wolke und Erdoberfläche, dabei bevorzugt in Richtung exponierter und aufragender Gegenstände. 

Die Blitzentladung erfolgt in ruckartigen Schüben durch Stoßionisation längs eines sog. Blitzkanals, es sind mehrere (bis etwa 40) Entladungen im selben Blitzkanal möglich. Die elektrische Stromstärke eines Blitzes kann 200.000 Ampere erreichen, jedoch sind die Zeitspannen der Hauptentladung mit 1 Mikrosekunde bis 1 Millisekunde so gering, dass die mittlere elektrische Ladungsmenge nur etwa 20 Amperesekunden beträgt. Dementsprechend klein ist auch der Energieinhalt von Blitzen. 

Die Anzahl der Gewitter auf der Erde schätzt man auf ca. 2000 pro Stunde (mit etwa 100 Blitzen pro Sekunde), die meisten davon in den Tropen. In Deutschland ist im langjährigen Mittel der Juli der gewitterreichste Monat mit einer relativen Häufigkeit von über 40 %. In absoluten Zahlen ausgedrückt gab es beispielsweise nach Angaben des Blitz-Informationsdienstes der Firma Siemens in Deutschland im Jahre 2009 insgesamt 2.354.567 Entladungen, im Jahre 2010 allerdings nur 1.349.049 Blitze. 

Wie kann man sich nun vor Blitzen schützen? Generell sollte man sich dem elektromagnetischen Feld eines Gewitters entziehen. Dies ist jedoch nicht immer möglich. In Kraftfahrzeugen und Gebäuden mit ordnungsgemäßen Blitzschutzanlagen besteht normalerweise keine Gefahr ("Faradayscher Käfig"), dennoch sollte man im Zweifelsfalle auf Festnetztelefonate, Wannenbäder und Duschen verzichten. Beim Baden im Freien oder anderen wassersportlichen Aktivitäten ist es ratsam, das Gewässer sofort zu verlassen. 

Wird man etwa beim Wandern auf freiem Felde überrascht, meidet man hoch aufragende Gegenstände und hockt sich, am besten in der nächstgelegenen Senke, mit eng aneinander gesetzten Füßen hin ("Häschen in der Grube"). Befindet man sich mitten im Walde unter hohen Bäumen, sucht man einen dichten und flachen Baumbestand auf und geht ebenfalls in die Hocke. (Diese Aufzählung von Schutzmaßnahmen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!).

Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, als Fußgänger im Freien vom Blitz getroffen zu werden, sehr gering. Sie entspricht etwa derjenigen, im Lotto einen Sechser mit Superzahl zu gewinnen. Darüber hinaus ist es tröstlich, dass zwei Drittel aller vom Blitz Getroffenen überleben (u.a. aufgrund des "Skin-Effektes"). In Deutschland sind im langjährigen Mittel jeweils 3 bis 4 Blitztote zu beklagen, die ausschließlich durch Blitze verursachten materiellen Schäden betragen rund zwei Millionen Euro.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

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26.05.2015

Gräserpollen auf dem Vormarsch

Der Alptraum aller Allergiker die auf Gräserpollen reagieren: eine blühende Wiese, kein Taschentuch mehr parat und die kleinen chemischen Helfer aus der Apotheke sind auch alle...
Der Alptraum aller Allergiker die auf Gräserpollen reagieren: eine blühende Wiese, kein Taschentuch mehr parat und die kleinen chemischen Helfer aus der Apotheke sind auch alle...

Einen Tropfen auf den heißen Stein in Form von Niederschlägen durch Schauer und Gewitter gab es am gestrigen Pfingstmontag in einigen Teilen Deutschlands, insbesondere in der Mitte und im Süden. Örtlich konnten dabei zweistellige Regenmengen beobachtet werden, am meisten Regen fiel mit 31 Liter pro Quadratmeter auf dem Feldberg im Schwarzwald und am bayrischen Alpenrand in Hindelang-Unterjoch. Nach Norden und Osten hin waren die Niederschläge schwächer ausgeprägt, gebietsweise blieb es sogar wieder trocken. Einerseits ist durch die zum Teil anhaltende Trockenheit die Waldbrandgefahr in einigen Regionen Deutschlands weiterhin hoch (siehe auch www.dwd.de/waldbrand), andererseits sind auch viele Pollen unterwegs. Aktuell sind dabei vor allem Gräserpollen in der Luft. Die Schauer und Gewitter haben durch Auswaschung der Luftpartikel meist nur kurzzeitig eine Besserung gebracht.

Die eigentliche Pollenflugsaison beginnt häufig schon im Januar, manchmal sogar schon im Dezember. Unter günstigen Witterungsbedingungen sind dann erste Erlen- und Haselpollen unterwegs. Ende Januar schließen sich auch Pappel-, Weiden-, Eschen- und Eichenpollen an, wenn es das Wetter erlaubt. Im Februar kommen Hainbuchen- und Birkenpollen dazu, im März steigen Buchen-, Kiefer- und Gräserpollen ein. Ab April sind Spitzwegerich-, Roggen- und Brennnessel-, ab Mai Beifuß- und ab Juni Ambrosiapollen (Taubenkrautpollen) möglich.

Für die acht allergologisch wichtigsten Blütenpollen gibt es beim Deutschen Wetterdienst Vorhersagen der Belastungsintensität durch den sogenannten Pollenflug-Gefahrenindex. Zu diesen acht wichtigsten Blütenpollen zählen die Pollen der Hasel, Erle, Esche, Birke, Gräser, Roggen, Beifuß und der Ambrosia. Etwa 95% der geschätzt rund 15 Millionen Pollenallergiker in Deutschland leiden beim Flug dieser Pollen. Vorhersagen sind unter www.dwd.de/pollenflug abrufbar.

In den aktuellen Vorhersagen zeigt sich, passend zum im Pollenflugkalendar angegebenen Termin, dass die Hauptblüte der Gräser begonnen hat. So wird für heute und morgen meist mit einer mittleren oder hohen Belastung durch Gräserpollen gerechnet. Insbesondere am Oberrhein wird die höchste Belastung erwartet, während sie an der östlichen Nordseeküste am geringsten ist. Beim Roggen hat die Hauptblüte, die üblicherweise für Ende Mai einzuplanen ist, noch nicht begonnen. So gibt es überwiegend noch keine oder nur eine geringe Belastung, allenfalls am Oberrhein ist eine mittlere Belastung zu finden. Keine Belastung mehr tritt durch Birkenpollen auf, deren Saison vorbei ist. Auch Beifuß- und Ambrosiapollen fliegen noch nicht, da ihre Saison in diesem Jahr noch nicht angefangen hat.

In den nächsten Tagen bleibt es leicht wechselhaft, wobei es heute und morgen zunächst aber vielfach trocken ist. Ab Donnerstag stehen wieder vermehrt Niederschläge auf dem Zettel, auch am Wochenende sieht es nach Regen oder Gewitter aus. Das dürfte den Pollenflug zumindest zeitweise hemmen. Zudem sprechen die bis zum Wochenende nur langsam ansteigenden Temperaturen ebenso gegen ein verstärktes Wachstum der Natur.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

04.05.2015

Blitze - Auch im Frühjahr ein schönes aber auch gefährliches Naturphänomen

Jetzt geht sie wieder los - die Sommergewitter-Saison. In Europa sind sie das prägende Wetterereignis - so wie die Tropenstürme (auch als Hurricane bekannt) vor Amerika und im Pazifik. Was Blitz und Donner bei uns "antreibt", erklären wir nachfolgend:
Jetzt geht sie wieder los - die Sommergewitter-Saison. In Europa sind sie das prägende Wetterereignis - so wie die Tropenstürme (auch als Hurricane bekannt) vor Amerika und im Pazifik. Was Blitz und Donner bei uns "antreibt", erklären wir nachfolgend:

Blitze sind luftelektrische Entladungen, die zusammen mit dem Donner das sogenannte Gewitter bilden. Gewitter entstehen bei uns vor allem im Sommer. Aber wie das Wetter der vergangenen Woche als auch die derzeitigen atmosphärischen Ereignisse zeigen, sind auch im Frühjahr unter bestimmten Voraussetzungen schon teils unwetterartige Gewitterentwicklungen möglich. Zum Beispiel durch die starke Sonneneinstrahlung können sich die bodennahen Luftschichten erwärmen. Aber auch die Zufuhr von bodennaher warmer Luft aus dem Mittelmeerraum oder das Einsickern kalter polarer Luft in höheren Schichten (~5000 m) führt zu großen vertikalen Temperaturgegensätzen. Die kältere schwere Luft sinkt ab, während die wärmere und daher auch leichtere Luft in der Folge aufsteigen will. Dabei kühlt sich die Luft ab und kann ab einer bestimmten Lufttemperatur die in ihr enthaltene Feuchte nicht mehr halten (Sättigung), sodass der Wasserdampf in der Luft kondensiert. Es bilden sich Quellwolken, die schließlich unter bestimmten meteorologischen Voraussetzungen zu einem Cumulonimbus (Cb, Gewitterwolke) anwachsen können. In der Gewitterwolke herrschen starke Aufwinde, die verhindern, dass kleinere Regentropfen aus der Wolke nach unten fallen. Erst wenn die Tropfen groß und somit schwer genug sind, können sie den Weg in Richtung Boden antreten. 

Durch die Aufwinde und die ungleiche Verteilung von Eis und Wasser in der Wolke sowie weitere Prozesse entstehen Räume mit unterschiedlichen Ladungen. Der obere Teil des Cumulusnimbus ist normalerweise positiv geladen und der untere negativ. 

Der Blitz ist dann das Werkzeug, um die entstehenden Spannungen von einigen zehn Millionen Volt abzubauen. In 90% der Fälle beginnen sich negative Ladungen aus dem unteren Teil der Wolke, in Form des sogenannten Leitblitzes, auf die Erdoberfläche zu zubewegen. Dieser Leitblitz bewegt sich dabei etwa mit einer Geschwindigkeit von 1/20 der Lichtgeschwindigkeit und hinterlässt einen dünnen, kaum sichtbaren Kanal, der typische Verästelungen aufweist.

Bei Annäherung der negativen Teilchen des Leitblitzes an die Erde erhöht sich die Konzentration positiver Ladungsträger an der Erdoberfläche. Wenn schließlich die lokale Feldstärke (Stärke und Richtung eines elektrischen Feldes) einen kritischen Wert überschreitet, kommen dem Leitblitz vom Erdboden aus positive Ladungen (Fangentladung) entgegen. Diese gehen dabei meist von erhöhten Punkten wie Hausdächern oder Bäumen aus. Treffen nun die unterschiedlichen Ladungen aufeinander, kommt es zum elektrischen Überschlag, bei dem der Blitzkanal geschlossen wird. Nachfolgend bewegen sich die Ladungsträger (positiv und negativ) entlang des Blitzkanals zur Wolke. Der Blitzkanal weist dabei maximal einen Durchmesser von 12 mm auf. 

Durch den Stromfluss heizt sich der Kanal sehr stark auf und erreicht Temperaturen von bis zu 3000 Grad. Die sehr schnell und stark erhitzte Luft dehnt sich explosionsartig aus, wodurch eine Schockwelle entsteht, die Beobachter dann als Donner wahrnehmen. Im Durchschnitt bilden vier bis fünf Hauptentladungen einen Blitz, der etwa 30 µs (0,00003 s) andauert.

Durch die Zufuhr sehr warmer Luft aus dem Mittelmeerraum oder gar aus Nordafrika sowie zahlreiche Strahlungstage (nahezu ganztags Sonnenschein) konnten sich schon Ende April teilweise schwere Gewitter bilden. Dabei fielen für die Jahreszeit schon sehr hohe Regenmengen von bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter in kurzer Zeit (z. B. 47 l/qm in einer Stunde in Wolfach/Baden-Württemberg am Dienstag, den 27. April). Auch in den nächsten Tagen bleibt es wechselhaft mit teils kräftigen Gewittern. Aus Südwesten fließt zunehmend wieder feuchte und sehr milde subtropische Luft ein, die das Gewittergeschehen und somit auch die Blitzaktivität antreibt.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

09.04.2015

Die Wirkung der Sonnenstrahlen

Heute und morgen strahlt sie wieder mit voller Kraft vom Himmel: unser Zentralgestirn, die Sonne! Und sie wärmt - sehr unterschiedlich. Denn dieser "Wärmehaushalt" der Sonne, auch "Albedo" genannt, wird durch unterschiedlichste Faktoren beeinflusst. Was genau die "Albedo" ist, erklären wir nachfolgend:
Heute und morgen strahlt sie wieder mit voller Kraft vom Himmel: unser Zentralgestirn, die Sonne! Und sie wärmt - sehr unterschiedlich. Denn dieser "Wärmehaushalt" der Sonne, auch "Albedo" genannt, wird durch unterschiedlichste Faktoren beeinflusst. Was genau die "Albedo" ist, erklären wir nachfolgend:

Am heutigen Donnerstag und morgigen Freitag (09./10. April 2015) scheint die Sonne wieder verbreitet von einem gering bewölkten oder wolkenlosen Himmel. Auch im zunächst noch bewölkten Norden und Osten wird es zunehmend freundlicher. Die Sonne ist und bleibt eben eine Freude für viele Menschen. Wenn dann noch mit einer südwestlichen Strömung zusätzlich warme Luft aus Spanien über Frankreich zu uns geführt wird, können die Temperaturen so richtig ansteigen und das Frühlingsgefühl perfektionieren. Vor allem im Südwesten von Deutschland ist am Freitag sogar eine Temperatur von 25 Grad möglich. In diesem Moment könnte man dann auch vom ersten Sommertag sprechen, für den das Maximum der Lufttemperatur einen Wert von 25°C überschreiten muss. Mit den höheren Temperaturen und der immer kräftiger scheinenden Sonne nimmt jedoch auch die Wärmebelastung zu. Besonders deutlich merkt man die Kraft der Sonne an seiner Kleidung. Aber auch die Umgebung kann das Empfinden der Sonnenstrahlung stark beeinflussen (z.B. die Stadt als Wärmeinsel). 

Von wesentlicher Bedeutung für den Wärmehaushalt ist die sogenannte "Albedo" (v. lat. albus "weiß"). Sie ist ein Maß für das Rückstrahlvermögen von Oberflächen, angegeben als das Verhältnis von reflektierter langwelliger Wärmestrahlung zu einfallender kurzwelliger Sonnenstrahlung. Eine Oberfläche mit einer Albedo von z.B. 0,3 reflektiert 30% der einfallenden Strahlung und absorbiert 70%. Je heller die Oberfläche, desto größer ist ihre Albedo. 

Die höchsten Albedo-Werte werden bei (Neu-) Schnee bis 0,95 erreicht. Trockener heller Sand strahlt entsprechend einer Albedo zwischen 0,30 bis 0,45 bis zu 45% der kurzwelligen Sonnenstrahlung zurück. Bis zu 55% werden jedoch absorbiert, sodass sich der Sand soweit aufheizen kann, dass man am Strand teilweise das Gefühl hat sich die Füße zu verbrennen. Der etwas dunklere Sand der Wüsten liegt nur geringfügig unter diesen Werten. Bei Grasflächen oder Waldgebieten werden noch bis zu 20% der einfallenden Strahlung reflektiert. Die geringste Reflektion und somit die größten Absorptionswerte weisen Wasser (< 0,1) und durch das vorherrschende "dunkle" Mauerwerk und Straßen auch Städte (0,1 - 0,18) auf. 

Neben der Erdbodenoberfläche reflektieren aber auch die Wolken einen gewissen Anteil an Sonnenstrahlung. Im Verhältnis zum Erdboden sind deren reflektierte Anteile sogar teilweise deutlich höher. Grundsätzlich gilt jedoch auch bei den Wolken: je heller, desto größer das Reflektionsvermögen. Die geringste Albedo weist der Cirrus (aus Eiskristallen bestehende dünne Schleierwolken) mit Werten zwischen 0,15 und 0,2 auf. Die höchsten Werte bis 0,8 können die weißen Cumulus-Wolken erreichen. Jedoch ist die Albedo bei diesem Wolkentyp sehr variabel. Je nach Flüssigwassergehalt und Tropfengröße in der Wolke kann der reflektierte Anteil deutlich absinken und nur noch um 40% liegen. 

Zum Ende sei den vielen Sonnenanbetern noch gesagt, dass auch Kleidung mehr oder weniger viel Wärme speichern kann. So absorbiert dunkle Kleidung die Sonnenstrahlen sehr stark und wandelt sie in langwellige Wärmestrahlung um, was wir dann direkt auf der Haut spüren können. Während dieser Effekt vor allem in den noch kühleren Frühlingsmonaten als angenehm empfunden wird, kann er im heißen Hochsommer doch eher zur Qual werden. Dann sind eher leichte helle Stoffe sowie generell kurzärmlige Bekleidung optimal. Helle Kleidung (weiß, gelb, etc.) heizt sich nicht so stark auf und reflektiert stattdessen einen großen Anteil der kurzwelligen Sonnenstrahlung.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

05.03.2015

Pollenflug - es geht wieder los!

Schwarzbraun ist die Haselnuss (im Herbst) ... und im Frühling ziemlich gelb. Denn derzeit steht sie überall in voller Blüte, wie es unser Foto von heute zeigt. Für Menschen mit Allergie auf Baumpollen beginnt in diesen Tagen wieder der Kampf gegen die Pollen in der Luft. Helfen kann die Pollenflug-Vorhersage. Wie diese erstellt wird, erläutern wird nachfolgend:
Schwarzbraun ist die Haselnuss (im Herbst) ... und im Frühling ziemlich gelb. Denn derzeit steht sie überall in voller Blüte, wie es unser Foto von heute zeigt. Für Menschen mit Allergie auf Baumpollen beginnt in diesen Tagen wieder der Kampf gegen die Pollen in der Luft. Helfen kann die Pollenflug-Vorhersage. Wie diese erstellt wird, erläutern wird nachfolgend:

Viele Menschen freuen sich nach der dunklen Jahreszeit auf den - meteorologisch gesehen bereits angebrochenen - Frühling, auch wenn der Winter sich in den letzten Monaten in tieferen Lagen nur vorübergehend als solcher gezeigt hatte. Doch für manch einen ist der Frühling nur mit Einschränkungen zu genießen. Schätzungsweise gut 15 % der deutschen Bevölkerung sind Pollenallergiker und ihre Zahl steigt immer weiter. Vereinfacht gesagt erkennt das Immunsystem dabei die eigentlich harmlosen Pollen als Angreifer und schüttet in der Folge Botenstoffe aus, die dann für Symptome wie Fließschnupfen, Bindehautentzündung bis hin zum Asthma sorgen. 

Dabei kann die Intensität der allergischen Reaktion individuell sehr unterschiedlich sein. Jedoch lässt sich allgemein ein enger Zusammenhang zwischen der Stärke der Symptome und der Pollenkonzentration in der Luft ausmachen. Letztere wiederum hängt einerseits vom Fortschritt der Pflanzenentwicklung (phänologische Entwicklung) und andererseits von der herrschenden Witterung ab. Zum Beispiel ist bei längerer Trockenheit die Pollenkonzentration höher, während die Pollen bei Regen aus der Luft ausgewaschen werden.

Für eine gezielte und vorausschauende Eigenprophylaxe der Allergiker ist es daher sinnvoll, der Öffentlichkeit täglich aktualisierte Informationen über die erwartete Pollenbelastung zur Verfügung zu stellen. Der Deutsche Wetterdienst erstellt deshalb in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) während der Pollensaison (etwa Mitte Januar bis Ende Oktober) auf der Webseite www.dwd.de/pollenflug abrufbare Vorhersagen zum sogenannten Pollenflug-Gefahrenindex. Er wird für 27 Gebiete und für die acht allergologisch bedeutendsten Blütenpollen angefertigt: Hasel, Erle, Esche, Birke, Gräser, Roggen, Beifuß und Ambrosia. Etwa 95 % der Pollenallergiker in Deutschland reagieren derzeit auf diese Pollenarten. Daneben kann auf www.dwd.de/newsletter auch ein kostenfreier Newsletter zum Pollenflug-Gefahrenindex abonniert werden.

Der Pollenflug-Gefahrenindex ergibt sich aus dem Zusammenhang zwischen der in der Luft erwarteten Pollenkonzentration (Tagesmittel der Anzahl Pollen pro m³ Luft) und der Stärke der Symptome bei den Allergikern. So kann dieser sein Verhalten anpassen und ggf. Beschwerden gezielt medikamentös lindern.

Grundlagen der Vorhersagen zum Pollenflug-Gefahrenindex sind die regionalen kurz- und mittelfristigen Wettervorhersagen des Deutschen Wetterdienstes sowie die vom PID gemessenen und ausgewerteten Pollenkonzentrationen. Letztere werden dem Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des DWD in Freiburg (Breisgau) auf vertraglicher Basis überlassen. Zudem spielen auch die von der Abteilung Agrarmeteorologie erstellten phänologischen Vorhersagen und die beobachtete Blühentwicklung eine weitere wichtige Rolle bei der Einschätzung des aktuellen Pollenflugs. 

Pollen werden auch heutzutage immer noch durch manuelle Probennahme (mit Hilfe der sogenannten Burkard-Pollenfalle) und anschließende Auswertung unter dem Mikroskop bestimmt. Dieses Verfahren ist jedoch sehr zeit- und personalaufwendig. Die Ergebnisse stehen somit nur mit einer Zeitverzögerung von etwa einem Tag zur Verfügung. Für eine Pollenwarnung im Sinne einer präzisen Pollenflugvorhersage ist aber eine zeitnahe Kenntnis der Pollenkonzentration wünschenswert. Daher wird an einem Gerät gearbeitet, das ein schnelles, automatisches Monitoring von Bioaerosolen und deren Identifizierung quasi in Echtzeit ermöglichen soll. Ein Seriengerät für den Routineeinsatz ist aber derzeit noch nicht in Sicht.

Trotz Pollenflug-Gefahrenindex ist es unmöglich, den Kontakt mit Pollen vollständig zu vermeiden. Jedoch lässt sich mit bestimmten Verhaltensmaßnahmen das Ausmaß der "Kontamination" ein wenig mindern. So kann man beispielsweise die Anzahl der Pollen in den Augen durch das Tragen von recht gut abschließenden (Sonnen-) Brillen mindern. Auch sollte man vor dem Zubettgehen die Haare waschen, damit möglichst wenig Pollen ins Bett verschleppt werden. Trocknet man Wäsche während der Pollensaison nur im Haus, vermeidet man Pollen in Anziehsachen und auf der Bettwäsche. Da am frühen Morgen und am späten Abend die Pollenkonzentration am niedrigsten ist, sollte man zu diesen Zeiten lüften. 

Aktuell ist Hochsaison bei der Blüte von Hasel und Erle. Aufgrund der Wetterlage der letzten Tage (zwar recht mild, aber verbreitet Niederschläge) hält sich die Pollenbelastung jedoch noch in Grenzen. 

Heute und morgen nimmt die Niederschlagsneigung weiter ab und das Temperaturniveau steigt etwas an, was die Blüte potenziell allergieauslösender Pflanzen fördert. Dadurch wird sich die Pollenkonzentration in der Luft wohl noch etwas erhöhen. Und am Wochenende gibt es verbreitet sonniges Frühlingswetter. Bleibt für alle Allergiker zu hoffen, dass es für sie nicht allzu schlimm wird.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

26.02.2015

Das Gespenst im Nebel

Zugegeben: uns ist bislang noch kein Nebel- wie Brockengespenst vor die Linse gekommen. Lediglich die schwarze Katze von links. Doch in besonderen Situationen kann bei einem besonderen Einfallswinkels des Sonnenlichts in den Nebel schnell mal ein "Gespenst" im Nebel erscheinen. Wie das geht, erläutern wir nachfolgend:
Zugegeben: uns ist bislang noch kein Nebel- wie Brockengespenst vor die Linse gekommen. Lediglich die schwarze Katze von links. Doch in besonderen Situationen kann bei einem besonderen Einfallswinkels des Sonnenlichts in den Nebel schnell mal ein "Gespenst" im Nebel erscheinen. Wie das geht, erläutern wir nachfolgend:

Für manche Lyriker ist er eine Inspiration und in einem guten Gruselfilm darf er auch nicht fehlen: der Nebel. Besonders gespenstisch wird es, wenn in einer dichten Nebelwand eine Figur auftaucht, die auch noch geisterhaft wabert. Solch eine Erscheinung kann unter bestimmten Wetterbedingungen tatsächlich beobachtet werden, hat aber weder etwas mit Geistern, noch mit Computeranimationen zu tun: Es handelt sich dabei vielmehr um ein optisches Phänomen namens "Brockengespenst", mit dem uns die Natur in Staunen und Schrecken versetzen kann.

Das scheinbare Mysterium ist zu beobachten, wenn man mit dem Rücken zur tief stehenden Sonne steht und der eigene Schatten auf eine Nebelbank fällt. Nebel besteht aus sehr vielen kleinen Wassertröpfchen, was man gut im Scheinwerferlicht eines Autos oder einer Taschenlampe beobachten kann. Der Schatten des Brockengespenstes (also der Schatten des eigenen Körpers) wird folglich nicht auf eine feste Fläche abgebildet, sondern auf jedes einzelne Tröpfchen und erscheint dadurch verzerrt. Wenn sich der Nebel etwas bewegt, dann bewegt sich also auch der Schatten, ohne dass sich der Beobachter bewegt. Je kleiner die Entfernung zwischen der Person und dem Nebel, desto größer wirkt das Schattenbild, das dadurch ziemlich unheimlich erscheinen kann.

Um diesen Eindruck zu verstärken, gesellt sich oft noch ein weiteres optisches Phänomen hinzu: Auf der Nebelbank kann sich um den Schatten des Betrachters herum mitunter noch ein bunter Ring in blau, grün, gelb und rot bilden. Das wirkt dann wie ein Heiligenschein und wird deshalb auch "Glorie" genannt.

Damit solche konzentrische Ringe entstehen, muss das Licht an den Tropfen im Nebel zuerst um 180° (also wieder in Richtung des Beobachters) zurückgestreut und anschließend gebeugt werden. Bei der optischen Beugung werden Lichtwellen an sehr kleinen Hindernissen in Abhängigkeit von ihrer Lichtfarbe (der so genannten Wellenlänge) unterschiedlich stark abgelenkt. Dadurch wird das weiße Sonnenlicht in seine Spektralfarben zerlegt (Dispersion). Rotes Licht hat beispielsweise eine größere Wellenlänge als blaues Licht und wird dadurch stärker gebeugt.

Seinen Namen verdankt das Brockengespenst dem oft vernebelten Brocken, dem höchsten Berg im Harzgebirge; beobachtet und beschrieben wurde das Phänomen erstmals im Jahre 1780 vom deutschen Naturforscher Johann E. Silberschlag. Die idealen Bedingungen zur Entstehung eines Brockengespenstes samt Glorie kommen nicht allzu oft vor, sodass das Naturschauspiel eher selten zu beobachten ist. Am günstigsten ist ein idealer Standort: Im Bergland beispielsweise kann ein über dem Nebel stehender Beobachter oft bei Sonnenschein seinen Schatten von einer farbigen Glorie umgeben sehen. 

Übrigens: den Begriff "Brockengespenst" hat Johann Wolfgang von Goethe geprägt, als er selbst von dem Phänomen erschreckt wurde und in seinen Reisebeschreibungen davon berichtete. Dieser Schreck wird Ihnen dank des neu gewonnenen Wissens ja hoffentlich nicht mehr widerfahren!

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

08.02.2015

Nehme Teil an der Global Divestment Kampagne!

Am 13. und 14.2.2015 ist Global Divestment Day. An diesen Tagen finden weltweit Veranstaltungen zum Klimaschutz statt - mit Fokus auf Divestment aus der fossilen Industrie. Divestment - das ist das Gegenteil von Investition. Divestment bedeutet also, jemandem sein Geld zu entziehen und stattdessen das Geld in nachhaltige Anlagen zu reinvestizieren.

Dass im Moment noch ein Großteil an Individuen, Institutionen, Städten und Ländern Ihre Gelder in die Zerstörung unserer Zukunft investieren, ist unvorstellbar. Fragen Sie selbst bei Ihrer Bank nach, worin Ihre Anlagen eigentlich genau bestehen. Sie werden erstaunt sein, was sich da alles tummelt, von der Öl- und Kohle-Industrie zur fossil-basierten Autobranche. Unsere Anlagen helfen also mit, die Zukunft unserer Kinder zu zerstören. Gleichzeitig legen wir Sparanlagen für unsere Kinder an. Was für ein Paradox! Höchste Zeit, sinnvoll in die Zukunft unserer Kinder zu investieren.

80% der bekannten fossilen Rohstoffe müssen in der Erde bleiben, wenn wir eine relativ akzeptable Wahrscheinlichkeit haben wollen, unser Klima langfristig stabil zu halten. Die fossile Industrie wird ihre kurzfristigen Gewinne freiwillig aber nicht aufgeben. Egal wie reich die Manager jetzt schon sind, sie werden weiterhin alles tun, mehr und mehr fossile Rohstoffe zu fördern, um mehr und mehr Gewinne anzuhäufen. Es liegt an uns, das zu verhindern - indem wir

1. der fossilen Industrie unsere Gelder entziehen.

2. selbst möglichst wenig fossile Energien verbrauchen.

3. die Politikerinnen und Politiker unterstützen, die Subventionen der fossilen Industrie abbauen wollen.

Machen mit! Nimm Teil an einer der schon vorhandenen Divestment Bewegungen in Deutschland oder starte eine Kampagne an Ihrem Ort. Dazu gibt es detailliertes Info-Material bei Fossil Free Deutschland.

In den USA haben sich schon viele Universitäten und Städte zum Divestment bekannt. Zeit, dass sich diese Bewegung auch in Europa durchsetzt.

19.12.2014

Die Asymmetrie des Sonnenauf- und -untergangs

Sonnenaufgang über dem Wattenmeer von Sylt: am 21. Dezember scheint die Sonne hier nur 7,2 Stunden, in Tirol immerhin 8,5 Stunden.
Sonnenaufgang über dem Wattenmeer von Sylt: am 21. Dezember scheint die Sonne hier nur 7,2 Stunden, in Tirol immerhin 8,5 Stunden.

Der kürzeste Tag des Jahres fällt in Deutschland auf den Tag der Wintersonnenwende, das heißt den 21. oder 22. Dezember, während der längste Tag auf die Sommersonnenwende, also für gewöhnlich den 21. Juni, fällt. Würden wir im Norden Skandinaviens leben, würde uns das gar nicht auffallen, denn dort gibt es in bestimmten Jahresabschnitten Polarnacht und Polartag, in denen die Sonne nie auf- bzw. untergeht. In Deutschland hingegen liegt die astronomisch mögliche Sonnenscheindauer am 21. Dezember zwischen 7,2 Stunden an der dänischen Grenze und 8,5 Stunden im äußersten Süden. In Österreich durch die geringere Nord-Süd-Erstreckung zwischen 8,4 Stunden im Raum Wien und 8,5 Stunden in Tirol.

Auch wenn es noch ein bisschen hin ist bis zum astronomischen Winteranfang, der in diesem Jahr auf den 22. Dezember um 00:03 Uhr MEZ fällt, ist dem aufmerksamen Beobachter vielleicht aufgefallen, dass der zeitigste Sonnenuntergang bereits um die Mitte des Monats lag. Auf der anderen Seite tritt der späteste Sonnenaufgang auch erst einige Tage nach der Wintersonnenwende ein, beispielsweise in Norddeutschland am 29. Dezember, im Süden sogar noch später. Der zeitliche Abstand zwischen Wintersonnenwende und dem frühesten Sonnenuntergang bzw. dem spätesten Sonnenaufgang hängt also zusätzlich auch noch von der geografischen Breite ab, auf der man sich befindet.

Ein interessanter Effekt des Ganzen ist, dass der Zuwachs an Tageslichtlänge bis Anfang Februar in erster Linie abends geschieht. Danach nimmt die Tageslichtlänge vor allem morgens zu. Eine analoge Asymmetrie zu oben Genanntem gibt es auch um die Sommersonnenwende herum. Woher kommt aber diese Asymmetrie, deren Effekt von Süd nach Nord abnimmt?

Die Erklärung liegt darin, dass die scheinbare Bewegung der Sonne über den Himmel nicht mit gleichmäßiger Geschwindigkeit geschieht. Das hat zwei Ursachen: Johannes Kepler (1571-1630) entdeckte, dass sich die Planeten auf elliptischen Bahnen um die Sonne bewegen. Das trifft natürlich auch auf unsere Erde zu. Die Sonne steht in einem der beiden Brennpunkte der Ellipse, wobei die Erde in Sonnennähe eine größere Bahngeschwindigkeit hat. Die zweite Ursache ist die gegenüber der Bahnebene geneigte Erdachse.

Wenn man nun jeden Tag zur selben Zeit die Position der Sonne beobachtet (also beispielsweise fotografiert), wird man zunächst vermuten, dass die Sonne zur gegebenen Zeit immer in der gleichen Himmelsrichtung steht - lediglich nur höher am Horizont im Sommer und niedriger im Winter (die Jahreszeiten entstehen übrigens auch durch die um 23,44 Grad geneigte Erdachse). Schaut man aber ganz genau hin, so stellt man fest, dass auch die Himmelsrichtung ein wenig variiert. Legt man alle Fotos in einem Bildbearbeitungsprogramm übereinander, so erhält man das sogenannte Analemma, welches alle Sonnenbilder in Form einer lang gestreckten Acht verbindet.

Bestimmt man die Zeit mit einer Sonnenuhr, so tut man dies über den Schattenwurf eines Stabes auf eine Skala. Diese Zeit wird Sonnenzeit genannt. Wenn die Sonne genau im Süden steht, sollte die wahre Sonnenzeit genau 12 Uhr sein, sofern die Sonnenuhr richtig ausgerichtet ist. Wenn man nun an zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit einer exakten (mechanischen) Uhr die Zeit bestimmt, zu der die Sonne genau im Süden steht (ein sogenannter wahrer Sonnentag), so wird man feststellen, dass dieser Zeitraum in der Regel leicht von den bekannten 24 Stunden abweicht. Gemittelt über ein Jahr erhält man aber eben diese 24 Stunden, welche mittlere Sonnenzeit genannt werden. Diese Abweichung zwischen wahrer und mittlerer Sonnenzeit basiert ebenfalls auf der ungleichmäßigen scheinbaren Bewegung der Sonne über den Himmel und beträgt von einem Tag zum nächsten zwischen wenigen Sekunden und knapp einer halben Minute. Im Laufe der Zeit summieren sich diese Sekunden auf und werden nach einigen Wochen zu mehreren Minuten, bevor sich das Vorzeichen bei der Aufaddierung umdreht, die Minuten also subtrahiert werden. Die Sonne läuft im November scheinbar eine gute Viertelstunde voraus, während sie im Januar und Februar eine knappe Viertelstunde zurückliegt. Im Dezember geschieht der Übergang von einer "frühen" in eine "späte" Sonne. Das führt dazu, dass sowohl Sonnenauf- als auch -untergang vor der Wintersonnenwende am 21. Dezember ein wenig zeitiger stattfinden, als es über die mittlere Sonnenzeit geschehen würde, was uns wieder zur Asymmetrie des Sonnenauf- und -untergangs führt.

In der heutigen technisierten Gesellschaft richtet man sich nicht mehr direkt an der Sonne aus. Das wäre auch gar nicht möglich, denn sonst würde es große Probleme, beispielsweise bei der Einhaltung von Zugfahrplänen, geben. Im Jahre 1884 einigte man sich darauf, die auf dem durch das englische Greenwich verlaufenen Meridian gültige Zeit als Weltzeit zu nehmen. Die Welt wurde so geteilt, dass alle 15 Längengrade, die man von Greenwich nach Osten bzw. Westen fährt, zur Greenwich-Zeit eine Stunde addiert bzw. subtrahiert wird. Die in Greenwich gültige Zeit wird heutzutage auch Universal Time Coordinated (kurz: UTC) genannt. Diese beinhaltet auch sogenannte Schaltsekunden, die eine Kopplung an den astronomischen Tag vornehmen, da der Schalttag, der alle vier Jahre am 29. Februar stattfindet, nicht genau die Abweichung bei der Dauer eines Jahres kompensieren kann. Die letzte Schaltsekunde wurde in der Nacht zum 1. Juli 2012 nach 23:59:59 Uhr UTC eingefügt.

Die Angabe von Zeiten in UTC ist übrigens auch in der Meteorologie sehr nützlich, da man so einheitlich zu den synoptischen Hauptterminen um 00, 06, 12 und 18 Uhr UTC unabhängig von der jeweiligen Ortszeit ein Abbild des Zustands der gesamten Erdatmosphäre erhält. 

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

03.12.2014

Gib Vögeln ein Heim!

Gib Vögeln ein Heim! Denn die Umwelt unterliegt durch uns Menschen einem stetigen Wandel. Wir können unseren gefiederten Freunden helfen!
Gib Vögeln ein Heim! Denn die Umwelt unterliegt durch uns Menschen einem stetigen Wandel. Wir können unseren gefiederten Freunden helfen!

Höhlenbrüter wie die Kohl- und Blaumeise suchen sich schon im Herbst und Winter ihren Brutplatz fürs Frühjahr aus. Wer also im nächsten Jahr Vögel auf dem Balkon oder im Garten beim Nisten beobachten möchte, der sollte möglichst bald einen Nistkasten aufhängen.

 

Nehmen Sie dafür am besten einen Nistkasten mit Kamera, dann können Sie den Vögeln direkt beim Brüten und Fütttern zuschauen. Ein mit Kamera ausgestateter Nistkasten eignet sich besonders gut für Kindergärten und Schulen, aber auch für jeden anderen begeisterungsfähigen Menschen.

 

Und wenn Sie schon dabei sind, dann nehmen Sie doch bei unserem Citizen Science Projekt Vögel im Wandel der Zeit teil. Dabei beobachten wir deutschlandweit das Nistverhalten von Meisen, und untersuchen ob und wie sich das Nistverhalten über die Jahre durch den Klimawandel verändert. Alle Beobachtungen werden ab Frühjahr 2015 über naturgucker.de gesammelt und für alle Interessierten zugänglich sein. Alle Details zu diesem Projekt finden Sie hier.

 

Dr. Maiken Winter, wissenleben.de

03.12.2014

Mach mit beim Schweigetag oder einer Schweigestunde am 10. Dezember 2014

Schweigen für den Klimaschutz
Schweigen für den Klimaschutz

Itzcuauhtli (Eat-Squat-Lee) ist ein 11-jähriger nordamerikanischer Indianer, der sich seit Jahren für den Klimaschutz einsetzt. Nach vielen Vorträgen und Musikeinlagen hat es ihm die Sprache verschlagen - denn egal wie sehr er sich für den Klimaschutz einsetzt, es passiert weiterhin viel zu wenig, um seine Zukunft und die aller anderen Kinder in der Welt zu sichern. Was nützt es, weiterhin viel zu reden, wenn doch keiner hört?

Es fehlt nicht an warnenden Worten, die zum Handeln aufrufen, sondern es fehlt am Verständnis, an der Weitsicht und am Mitgefühl vieler Erwachsener. Daher hat Itzcuauhtli beschlossen, nichts mehr zu sagen. Seit dem 27. Oktober 2014.

Unterstütze Itzcuauhtlis Initiative und mache auf die Dringlichkeit des Klimaschutzes auch bei dir aufmerksam! Nicht durch viele weitere Worte - sondern durch Schweigen. Stille kann sehr viel stärker aufrütteln als lautes Getöse.

Wenn du mitmachst (übrigens, Erwachsene dürfen auch gerne teilnehmen), dann trage dich bitte auf Itzcuauhtlis Webseite ein, damit er weiß, wie viele Menschen er erreicht.

Wir wünschen dir einen erfüllten Tag voller spannender Erfahrungen und erstaunlicher Veränderungen!

Dr. Maiken Winter, wissenleben.org

24.11.2014

Die Ungerechtigkeit des Klimawandels

Die Auswirkungen des Klimawandels sind extrem ungerecht, da zunächst v.a. diejenigen am härtesten getroffen werden, die den Klimawandel am geringsten verursachen.
Die Auswirkungen des Klimawandels sind extrem ungerecht, da zunächst v.a. diejenigen am härtesten getroffen werden, die den Klimawandel am geringsten verursachen.

16.11.2014

Online Spiel "HandyCrash" sensibilisiert für Umgang mit IT Produkten

Handy Crash - Online-Game zu Ausbeutung in der Handyproduktion
Handy Crash - Online-Game zu Ausbeutung in der Handyproduktion

Mit dem Online-Spiel "Handy Crash" sollen Jugendliche für einen verantwortungsvollen Umgang mit IT-Geräten sensibilisiert werden. Dabei sollen komplizierte politische Zusammenhänge erklärt und Jugendliche da abgeholt werden, wo sie einen großen Teil ihrer Zeit verbringen – in der digitalen Welt. Mit dem Spiel wird erklärt, was Handys mit globalen politischen und ökonomischen Zusammenhängen zu tun haben und welche gravierenden Probleme es bei Rohstoffgewinnung und Produktion gibt. Seit Jahren steigt die Zahl der weltweit verkauften IT Produkte. Verkürzte Nutzungszyklen, die von Herstellern forciert und von Anbieter beworben werden, steigern die Menge an Abfall und somit die Ressourcenverschwendung.

 

Das Spiel und die pädagogischen Begleitmaterialien benennen die politischen, sozialen und ökologischen Rahmenbedingungen, wodurch Bedingungen und Folgen der Globalisierung nicht nur individualisiert thematisiert, sondern als gesellschaftlich verortet werden. "Handy Crash" verdeutlicht, was gegen die Probleme getan werden kann und muss. Und dass ganz spielerisch! Denn: Bildungsarbeit muss nicht dröge sein. Sie kann Spaß machen und lebensnah sein.

 

Helfen Sie, politische Inhalte zeitgemäß und zielgruppengerecht zu vermitteln! Es werden noch 4500€ für die Programmierung des Spiels benötigt. Um die notwendigen Gelder zu erhalten wurde eine Crowdfunding Kampagne gestartet unter www.startnext.de/handy-crash.

 

Die Projektidee wurde von Ettina Zach und Julia Otten entwickelt. Ettina arbeitet bei der Nichtregierungsorganisation SODI (www.sodi.de) und beschäftigt sich mit neuen, digitalen Formen des Globalen Lernens. Julia arbeitet bei der Nichtregierungsorganisation Germanwatch (www.germanwatch.org) und beschäftigt sich mit zukunftsfähigem Wirtschaften in globalen Lieferketten. Mit FLMH | Labor für Politik und Kommunikation (www.flmh.de) wollen sie die Realisierung von Handy Crash umsetzen.

 

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

  

Text leicht abgeändert übernommen von Christoph Bals, Germanwatch, und von der Webseite auf www.startnext.de/handy-crash

29.10.2014

Zäher Hochnebel - Ursachen und Entstehung

Gestern im Allgäu: Während Oberstdorf, Sonthofen und Kempten im bodennahen Hochnebelgrau verschwanden, strahlte über den Bergen und im Kleinwalsertal die Sonne!
Gestern im Allgäu: Während Oberstdorf, Sonthofen und Kempten im bodennahen Hochnebelgrau verschwanden, strahlte über den Bergen und im Kleinwalsertal die Sonne!

Am gestrigen Dienstag gab es in Teilen Mittel- und Süddeutschlands und dem Alpenraum mal wieder ein Wetterphänomen zu beobachten, das den Meteorologen bei ihren Vorhersagen noch immer größere Kopfschmerzen bereitet: der Hochnebel, der den Himmel in ein trübes Grau hüllt. Auch heute war es wieder so, dass sich dieser vor allem im Südosten Deutschlands den ganzen Tag halten konnte. Was genau aber ist Hochnebel und was unterscheidet ihn vom bodennahen Nebel?

Nebel tritt vor allem in den Herbstmonaten auf. In dieser Jahreszeit werden die Nächte immer länger und der Temperaturrückgang ist stärker als im Sommer. Dadurch ist die Luft schneller mit Wasserdampf gesättigt, da kalte Luft nicht so viel Feuchtigkeit aufnehmen kann wie warme. Bei Sättigung der Luft bleibt dem Wasserdampf nur noch eine Möglichkeit: zu kondensieren. Es bilden sich also winzige Wassertröpfchen, der Nebel entsteht. Der gleiche Vorgang geschieht im Übrigen auch in einer Wolke. Nebel lässt sich somit auch als dem Boden aufliegende Wolke bezeichnen.

Diese Form des herbstlichen Nebels wird als Strahlungsnebel bezeichnet und ist dem Typus Abkühlungsnebel zuzuordnen. Weitere Formen des Abkühlungsnebels sind Advektionsnebel und orografischer Nebel. Neben dem Abkühlungsnebel gibt es noch Verdunstungs- und Mischungsnebel. Im Herbst ist aber der Strahlungsnebel die hauptsächlich auftretende Nebelart.

Schreitet der Herbst zeitlich gesehen weiter voran, tritt noch ein weiterer "Nebeltyp" auf den Plan: der eingangs erwähnte Hochnebel. Diese Sonderform des Nebels besteht aus einer gleichmäßigen, tiefliegenden Wolkenschicht in etwa 500 bis 1000 m Höhe, sodass Berggipfel durchaus aus der Wolkendecke herausschauen können und dortdann sonniges Wetter vorherrscht. Im eigentlichen Sinne handelt es sich also gar nicht um Nebel, sondern um eine nebelähnliche Wolkenerscheinung.

Es gibt drei Möglichkeiten, wie sich Hochnebel bilden kann: durch Abheben von Nebel vom Boden her, durch Kondensation innerhalb hoher Dunstschichten oder wie aktuell durch Abkühlung wasserdampfreicher Luft an einer Inversionsschicht (Umkehr der Temperaturabnahme mit der Höhe). Genau diese kleinskaligen Prozesse in der sogenannten Grenzschicht (Atmosphärenschicht, die bis etwa 1500 m Höhe reicht) können auch von den heutigen Wettermodellen nur schwer aufgelöst werden, was die Vorhersage so schwierig macht.

Die Zähigkeit des Hochnebels ist bei windschwachen Hochdruckwetterlagen mitunter stark ausgeprägt. Zu Anfang des Herbstes schafft es die Sonne meist noch, die Wolkendecke aufzulösen. Ab etwa Mitte Oktober jedoch wendet sich bei immer niedrigerem Sonnenstand das Blatt. Dann kann es mitunter für einige Tage trüb sein und die Sonne ist nicht zu sehen.

Erst ab etwa Mitte März gewinnt die Sonne wieder die Oberhand. Die länger werdenden Tage geben der Sonne mehr Kraft, sodass sich der Hochnebel tagsüber immer häufiger auflöst, während er in den Sommermonaten dann kaum noch anzutreffen ist.

Bis es soweit ist, gilt es erst einmal den restlichen Herbst und den kommenden Winter zu "überstehen". Tage mit Dauergrau und tagsüber kaum noch ansteigenden Temperaturen sind dann an der Tagesordnung. Vielleicht schafft es die Sonne unter Zufuhr trocken-kalter Festlandsluft aus Osten an einigen Wintertagen aber doch, dem Nebel und Hochnebel den Garaus zu machen und schickt uns ein paar Lebensgeister erweckende Sonnenstrahlen zur Erde.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

23.10.2014

Wenn das Christkind Plätzchen backt

Sonnenunter- und vielfach auch Aufgänge zählen zu den schönsten Naturerlebnissen, die uns das Wetter schenkt. Doch warum sind diese so farbenprächtig und der Himmel blau? Die Ozonschicht trägt mehr dazu bei, als wir denken.
Sonnenunter- und vielfach auch Aufgänge zählen zu den schönsten Naturerlebnissen, die uns das Wetter schenkt. Doch warum sind diese so farbenprächtig und der Himmel blau? Die Ozonschicht trägt mehr dazu bei, als wir denken.

Es ist zwar noch nicht Weihnachten (auch wenn man die "Schoko-Nikoläuse" schon seit September im Supermarkt kaufen kann), aber trotzdem kann man ein bestimmtes Himmelsphänomen das ganze Jahr über immer mal wieder beobachten: das "Christkind backt Plätzchen". Wie kommt es zu diesem wunderbaren Lichtspektakel in der Dämmerung? Und warum ist der Himmel eigentlich blau?

Wenn wir tagsüber vor die Tür gehen, wundern wir uns nicht darüber, dass uns der Himmel auch aus den Richtungen hell erscheint, aus denen kein direktes Sonnenlicht in unser Auge fällt. Selbstverständlich ist das allerdings nicht, denn wie man es von Fotos aus dem Weltraum kennt, ist es über dem Mond auch tagsüber schwarz wie die Nacht. Der Unterschied zwischen unserem Planeten und dem Mond liegt darin, dass die Erde von einer Atmosphäre aus Gasteilchen (vor allem Stickstoff und Sauerstoff) umgeben ist. An diesen Gasteilchen (man sagt auch "Gasmoleküle") wird das Sonnenlicht auf dem Weg zum Betrachter in alle Richtungen gestreut, also von seiner ursprünglichen Bahn abgelenkt. So kann es auch auf Umwegen in unser Auge gelangen.

Diese Lichtstreuung ist vor allem dafür verantwortlich, dass der Himmel tagsüber blau ist. Das Licht, das von der Sonne aus wellenförmig auf die Erde fällt, nehmen wir als weiße Strahlung wahr. Es besteht aber eigentlich aus vielen verschiedenen Farben (Spektralfarben), die zum Beispiel im Regenbogen sichtbar werden. Die Farbunterschiede werden durch die verschiedenen Wellenlängen der Lichtstrahlen hervorgerufen. Blaues Licht hat eine viel kürzere Wellenlänge von etwa 450 Nanometer als rotes von etwa 650 Nanometer. Der englische Physiker Lord Rayleigh (alias John William Strutt) erkannte als erster, dass die Streuung an den Gasteilchen wellenlängenabhängig ist: blaues Licht wird 16-mal stärker gestreut als rotes. Da das gesamte vom Himmel kommende Licht diffuses (gestreutes) Licht ist und das Blaue viel stärker als alle anderen Farben gestreut wird, sehen wir den Himmel blau.

Dass der Himmel am Tag nicht immer in seinem schönsten Blau erstrahlt, sondern oft trüb oder grau ist, liegt daran, dass sich in der Atmosphäre neben den sehr kleinen Luft- und Wasserdampfmolekülen auch größere Teilchen wie Staubpartikel und Wolkentröpfchen befinden. Die Streuung an diesen Teilchen ist, je nach Partikel- oder Tröpfchengröße, kaum oder gar nicht wellenlängenabhängig, d.h. ankommendes weißes Licht wird in alle Richtungen als weißes Licht gestreut. Deswegen sind Wolken meistens weiß. Dass wir immer wieder romantische rotgefärbte Sonnenuntergänge erleben dürfen, haben wir auch der Rayleigh-Streuung zu verdanken. Wenn die Sonne am Horizont untergeht, muss jeder einzelne Sonnenstrahl einen deutlich längeren Weg durch die Atmosphäre zurücklegen als tagsüber. Von dem von der Sonne ausgestrahlten Licht wird das kurzwellige Licht, also vor allem der Blau- und Grünanteil, so stark weggestreut, dass im Strahl, der den Betrachter am Boden erreicht, nur noch die Orange- und Rottöne übrig bleiben.

Wenn das "Christkind mal wieder Plätzchen backt", erscheint nicht nur die Sonne und der Horizont, sondern der ganze Abendhimmel in leuchtenden Rottönen. Das ist dann der Fall, wenn die Atmosphäre viel Staub enthält oder sehr feucht ist. Das rote Licht von der Sonne wird an den vielen größeren Wasserdampf- oder Staubpartikeln gestreut und lässt den ganzen Himmel erstrahlen.

Vielleicht wundert es einige von Ihnen, dass man auch noch nach Sonnenuntergang manchmal einen tiefblauen Himmel beobachten kann. Wie kann das sein, wo doch das blaue Licht durch die Streuung gar nicht erst in unser Auge gelangt? Grund für die "blaue Stunde" (so bezeichnet man das tiefblaue Leuchten des Himmels in der Dämmerung) ist nicht die Rayleigh-Streuung, sondern ein anderer Effekt: die Absorption (Aufnahme) von Licht durch Ozon. Werden Ozonteilchen mit Licht bestrahlt, dann absorbieren sie den Orange- und Rotanteil des Lichts, das blaue Licht lassen sie ungehindert durch. Die Ozonschicht, die sich in 20 bis 30 km Höhe (Stratosphäre) in der Atmosphäre befindet, wirkt also als "Farbfilter". Bei Sonnenuntergang ist der Weg für das Licht durch die Ozonschicht lang genug, sodass die Absorption durch Ozon ausreicht, um den Himmel blau einzufärben.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

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09.10.2014

Ihr seid eingeladen, Euch mit der Erde zu drehen!

Ein wenig Physik-Unterricht: "Die "Corioliskraft" bewirkt, dass Bewegungen auf der Nordhalbkugel nach rechts und auf der Südhalbkugel nach links abgelenkt werden." Das klingt einfach - doch es steckt mehr dahinter als nur ein Satz!
Ein wenig Physik-Unterricht: "Die "Corioliskraft" bewirkt, dass Bewegungen auf der Nordhalbkugel nach rechts und auf der Südhalbkugel nach links abgelenkt werden." Das klingt einfach - doch es steckt mehr dahinter als nur ein Satz!

Am 3. Februar 1851 lud der französische Wissenschaftler Bernard Leon Foucault seine Kollegen zu einer Weltpremiere ein. Sie konnten an diesem Tag im Pantheon in Paris eine schwere Kugel, die an einem Seil an der Kuppel befestigt war, schwingen sehen. Unspektakulär, findest Du vielleicht? Ganz und gar nicht. Denn die Leute damals konnten zum ersten Mal etwas beobachten, was für uns heute selbstverständlich ist: dass sich die Erde wirklich dreht. Wenn man nämlich genau hinschaute, konnte man erkennen, dass das Pendel wie von "Zauberhand" seine Schwingungsrichtung änderte. Es drehte sich um etwa 11 Grad pro Stunde.

Diese Richtungsänderung nimmt man allerdings nur dann wahr, wenn man sich als Beobachter auf der Erde befindet. Wäre man Astronaut und würde man das Pendel aus dem Weltraum betrachten, so würde man feststellen, dass es seine Schwingungsrichtung gar nicht ändert. Die Erde dreht sich einfach unter dem Pendel "hindurch".

Da die Richtungsänderung des Pendels auf der Erde also nur "scheinbar" auftritt, ist die Kraft, die für die Richtungsablenkung erforderlich ist, eine "Scheinkraft". Den Namen für diese Kraft verdanken wir erneut einem Franzosen: Gaspard Gustave de Coriolis. Er hat die sogenannte Corioliskraft zwanzig Jahre vor der Erfindung des "Foucault-Pendels" mathematisch hergeleitet.

Die Corioliskraft bewirkt, dass Bewegungen auf der Nordhalbkugel nach rechts und auf der Südhalbkugel nach links abgelenkt werden. Leicht zu verstehen ist das, wenn man sich vorstellt, man würde sich ausgehend vom Äquator Richtung Nordpol bewegen. Wichtig ist hierbei, dass die Rotationsgeschwindigkeit auf der Erde zum Pol hin abnimmt. Läuft man jetzt ein Stück Richtung Nordpol, dann behält man die hohe Rotationsgeschwindigkeit des Äquators bei, gelangt aber direkt in Gebiete, in denen die Erdpunkte mit einer geringeren Geschwindigkeit rotieren. Man eilt den anderen Erdpunkten also voraus, man überholt sie. Dadurch befindet man sich weiter rechts als die Erdpunkte, die auf einer Geraden Verbindung zwischen Startpunkt auf dem Äquator und Nordpol liegen. Schaut man sich nun die Bahn an, die man hinter sich gezogen hat, so wird man feststellen, dass es die Bahn keine Gerade, sondern eine nach rechts gekrümmte Kurve aufweist. Betrachtet man sich die gleiche Bewegung Richtung Südpol, dann stellt man fest, dass man auch hier den anderen Erdpunkten voraus eilt. Die Bahnkurve, die sich hier ergibt, ist eine nach links gebogene Linie. 

Als einfaches Beispiel kann man sich auch eine sich schnell drehende Scheibe (stellvertretend für die rotierende Erde) vorstellen. Wird nun eine Kugel (stellvertretend für eine Bewegung) in die Mitte der Scheibe gesetzt und nachfolgend durch einen kurzen Anstoß mit einem Impuls nach außen versehen, so wird die Kugel je nach Drehrichtung der Scheibe (entsprechend Nord- und Südhalbkugel) eine gebogene Bahn aufweisen. 

Für Meteorologen ist die Corioliskraft deshalb so wichtig, weil sie die großräumigen Strömungsverhältnisse sowie die Drehbewegung von Hoch- und Tiefdrucksystemen nachhaltig bestimmt. Durch sie wehen die Passatwinde aus nordöstlichen (Nordhalbkugel) bzw. südöstlichen (Südhalbkugel) Richtungen zum Äquator. Gleichermaßen ist sie für die Westwinddrift zwischen dem 30 und 60 Breitengrad verantwortlich. In diese eingebunden entwickeln sich schließlich Hoch- und Tiefdruckgebiete, die mit der Westströmung ostwärts geführt werden. Dabei ist die Drehbewegung der Systeme ebenfalls von der Corioliskraft beeinflusst. Bei Tiefdruckgebieten beispielsweise sorgt die Corioliskraft zusammen mit der Druckgradientkraft (Kraft zum tiefen Druck aufgrund der Druckunterschiede) dafür, dass sich die Luft auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn (Südhalbkugel im Uhrzeigersinn) um das Tief herum bewegt. Berücksichtigt man zusätzlich die Reibungskraft, die durch den Untergrund induziert wird, so bekommt die Luft eine Komponente zum tiefen Druck, sodass sie nach innen in das Tiefdruckzentrum strömt und dort aufsteigt. Und wo wir gerade bei Wirbeln sind: Sicherlich haben Sie schon Mal beobachtet, wie das Wasser im Waschbecken beim Ziehen des Stöpsels in den Abfluss hinein wirbelt. Ist die Drehrichtung dieser Wirbel auch durch die Corioliskraft zu erklären?

Die Antwort lautet: Jein! Die Corioliskraft wirkt sich merklich nur auf großräumige Bewegungen aus. Der Durchmesser eines Wasserwirbels im Waschbecken ist zu gering, dass die Corioliskraft einen wesentlichen Einfluss auf die Drehrichtung ausüben könnte. In einem "herkömmlichen" Waschbecken ist die Drehrichtung des Wirbels also zufällig. Hier sind kleinste Störeffekte wie Unebenheiten am Boden oder minimale Fließbewegungen stärker als die Corioliskraft. Selbst bei Tornados ist die Drehrichtung nicht auf die Corioliskraft zurückzuführen, da sie zu kleinräumig sind. 

Möchtest Du einen Wirbel im Waschbecken erzeugen, der auf die Corioliskraft basiert, so benötigst Du ein "ideales" Waschbecken wie das des Physikers Asher Shapiro. Mit dem "idealen" Waschbecken gelang es Asher Shapiro 1962 im Labor tatsächlich, jegliche Störeffekte zu vermeiden. Hier hängt die Drehrichtung der Waschbeckenwirbel wirklich von der Hemisphäre ab.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

25.09.2014

Klimaaktivist Bill McKibben erhält alternativen Nobelpreis

Klimaaktivist Bill McKibben. Er erhält in diesem Jahr den alternativen Nobelpreis
Klimaaktivist Bill McKibben. Er erhält in diesem Jahr den alternativen Nobelpreis

Was für ein wunderbares, wichtiges Zeichen: Bill McKibben erhält den alternativen Nobelpreis. 

Den Namen Bill McKibben kennen wahrscheinlich die wenigsten hier in Deutschland wie Österreich, genauso wenig wie die Zahl "350". Beides steht für weltweiten Klimaschutz und globale Aktionen; für Klimagerechtigeit, für Hingabe und Liebe für unsere Zukunft; für Glauben an unsere Möglichkeiten; für unendliche Geduld und Einfühlungsvermögen; für einen nie aufhörenden Tatendrang und für Bescheidenheit und Überzeugungskraft. Bills Wesen kann man gut in seinem Bedankungsvideo erkennen, das er aus NYC gesendet hat.

Bill gründete vor 8 Jahren 350.org, eine kleine Gruppe von Studenten aus Vermont, die es schafften innerhalb kürzester Zeit Aktionen zum Klimaschutz erst USA-weit und dann weltweit zu organisieren. Der jährliche globale Klimaaktionstag, der auch wieder letzten Sonntag stattgefunden hat, entspringt den globalen Aktionen von 350.org in Kooperation mit anderen Organisationen. Bill McKibben war 2009 auf Einladung von Dr. Winter in München - eine Begegnung mit einem einzigartigen Menschen, die vielen unvergesslich geblieben ist (wir berichteten im Clean Energy Project).

Der Name 350.org begründet sich auf der Forschung des früheren Direktors des Goddard Institute for Space Studies, Jim Hansen, der zeigen konnte, dass unser Klima nur dann langfristig stabil bleiben kann, wenn die globale CO2 Konzentration unterhalb von 350 ppm (parts per million) bleibt. Heute liegt diese Konzentration bei 397 ppm, also weit oberhalb dem akzeptablen Wert.

Da sich effektive Maßnahmen zum Klimaschutz trotz allem besseren Wissen und Gewissen viel zu langsam entwickeln, und die Anzeichen einer kommenden Klimakatastrophe immer stärker werden, begann McKibben im letzten Jahr eine "Do The Math" Tour, auf der er die einfachen Zusammenhänge zwischen fossilen Energien und Klimawandel eindringlich kommunizierte. Als Konsequenz aus seinen Überlegungen entstand die Divestment Kampagne "Go Fossil Free" - entzieht der fossilen Industrie eure Gelder! - der sich schon viele Universitäten, Kirchen und Firmen angeschlossen haben. Darüber berichteten wir letztes Jahr im Forum Nachhaltig Wirtschaften.

 

Nun also wird die Arbeit von Bill McKibben mit dem alternativen Nobelpreis geehrt. Es ist typisch Bill, dass er auf meine Frage hin, wie er sich nun fühlt, meint: "I feel a little singled out, for an honor that belongs properly to a beautiful, sprawling movement. But I hope it will help inspire people to keep marching!" Machen wir Bill und uns allen den Gefallen, und setzen uns gemeinsam noch stärker für effektiven Klimaschutz ein - es ist eine einmalige Möglichkeit unsere Zukunft aktiv mitzugestalten. Lasst euch dazu inspirieren von diesem kurzen Film über den People´s Climate March vom 21.9.2014.

21.09.2014

Wanderausstellung bringt Klimawandel vor Ort

Der Eingang zur Ausstellung am ÖBZ
Der Eingang zur Ausstellung am ÖBZ

Rechtzeitig vor den UN Klimaverhandlungen wurde die Wanderausstellung „Klimawandel – eine globale Herausforderung“ in München eröffnet

Der Klimawandel ist schon lange angekommen, v.a. bei denen, die ihn am wenigsten verursachen– Pazifikinseln, Bangladesh, Nepal – weit weg von unserem eigenen Leben. Dadurch bleibt der Klimawandel oft noch abstrakt. Doch wenn man umgeben ist von Bildern, die den Klimawandel auf der ganzen Welt eindrücklich darstellen, dann ist man auf einmal mitten in der Problematik. Die Fotographien in der Ausstellung „Klimawandel – eine globale Herausforderung“ von dem amerikanischen Naturfotographen Gary Braasch bringen den Klimawandel direkt vor Ort und ermöglichen eine unmittelbare Auseinandersetzung mit der Problematik.

Die Wanderausstellung wurde diese Woche am Ökologischen Bildungszentrum in München im Rahmen einer Festveranstaltung eröffnet. Dabei wurde in den Vorträgen von Prof. Vogt und Prof. Martius deutlich, wie wichtig Bilder bei der Vermittlung von Wissen sind, denn sie sprechen uns auf einem viel tieferen emotionalen Level an als Grafiken oder Worte. „Sehen Sie sich das Gesicht der jungen Frau an, die bis im Hals im Wasser steht“, forderte Prof. Vogt die Zuhörer auf. Der Gesichtsausdruck vermittelt mehr als 1000 Worte. Denn unser Gehirn gleicht das Gesehene mit eigenen Erfahrungen ab, und speichert dadurch das Wahrgenommene auf einer tiefen, emotionalen Ebene. Der Hauptvortrag von Gary Braasch wurde von dem amerikanischen Konsul Anthony Miranda eingeführt, der sich zur Dringlichkeit des internationalen Klimaschutzes bekannte. Obama habe mehr für den Klimaschutz getan als alle früheren Präsidenten zusammen.

Natürlich hat die USA viel nachzuholen. Dinge, die bei uns eine Selbstverständlichkeit sind, sind für den Fotographen Braasch eine Besonderheit – eine wassereffiziente Toilettenspülung, gut isolierte Häuser, Graswuchs zwischen den Straßenbahngleisen können Braasch begeistern. Da sieht man, wie viel Deutschland im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Vergleich zu anderen Ländern getan hat. Umso beunruhigender ist es, zu sehen, dass selbst Deutschland noch weit hinter den notwendigen Veränderungen zurückbleibt. Eigeninitiative jedesEinzelnen ist daher dringlicher als je zuvor. Dazu soll die Ausstellung anregen.

Am ÖBZ war die Ausstellung noch bis zum 15.9.14 zu sehen. Bis Februar ist die Ausstellung ausgebucht - sie wandert nach Brüssel, an verschiedene Münchner Schulen und an den Botanischen Garten in München, wo sie vom 15.12. – 1.2. zu sehen sein wird. Danach kann sie überall in Deutschland gebucht werden.

Dr. Maiken Winter, Vorstand des Vereins WissenLeben e.V., der die Ausstellung organisiert, meinte: "Es ist uns ein großes Anliegen, dass möglichst viele Menschen nicht nur vom Klimawandel gehört haben, sondern auch seine dramatischen Auswirkungen wirklich verstehen. Denn erst wenn man den Klimawandel wirklich versteht, setzt man sich langfristig aktiv für Veränderungen im eigenen Leben ein. Die Fotografien von Gary Braasch können dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Um es möglichst vielen Interessenten, v.a. auch Schulen, möglich zu machen, die Wanderausstellung auszuleihen, halten wir daher die Ausleihbegühren auf einem Minimum.“ Wer Interesse hat, die Ausstellung auzuleihen, meldet sich bitte bei WissenLeben e.V.

Über den Fotografen:

Braasch erhielt den Ansel Adams Preis vom Sierra Club und wurde zum Outstanding Nature Photographer ernannt. 2010 wurde er vom Outdoor Photography Magazin zu einem der 40 einflussreichsten Naturfotografen der Welt gekürt. 2013 wurden seine Bilder sechs Monate lang im Boston Museum of Science ausgestellt.

Über die Ausstellung:

Die Ausstellung enthält 32 Fotos aus Regionen der ganzen Welt – über die Arktik, Hochgebirgsregionen wie Himalaya und den Alpen, Brasilien, Nordamerika, China, Kenia und Australien zur Antarktik – überall hinterlässt der Klimawandel dramatische Spuren. Die Bilder werden mit ausführlichen Beschreibungen in deutscher und englischer Sprache begleitet.Mehr zur Ausstellung finden Sie unter www.wissenleben.de

Ansprechpartner:

Dr. Maiken Winter, Vorsitzende WissenLeben e.V.

Bahnhofstr. 12, 82399 Raisting, Tel. (08807) 9280544

info@wissenleben.de

18.09.2014

Bannerwolken - ein imposantes Wolkenphänomen

Bannerwolken sind bisher kaum erforscht, obwohl sie schon sehr lange beobachtet werden und ein durchaus häufig wiederkehrendes Phänomen sind. An der Zugspitze konnten im Schnitt zwischen zwei und zehn Ereignisse pro Monat gezählt werden, wobei die Wolken häufiger im Sommer auftreten als im Winter.
Bannerwolken sind bisher kaum erforscht, obwohl sie schon sehr lange beobachtet werden und ein durchaus häufig wiederkehrendes Phänomen sind. An der Zugspitze konnten im Schnitt zwischen zwei und zehn Ereignisse pro Monat gezählt werden, wobei die Wolken häufiger im Sommer auftreten als im Winter.

Wolken am Himmel zu sehen, ist in unseren Breiten ganz alltäglich. Manchmal bewegen sich bauschige Gebilde über den Himmel, an anderen Tagen sieht man eine dicke graue Wolkendecke oder nur dünne Wolkenstreifen in leuchtendem Weiß. Doch wer schon einmal in den Bergen war, hat vielleicht auch andere Wolkenarten entdeckt, denn dort sind nicht selten außergewöhnliche und eindrucksvolle Wolken am Himmel zu sehen.

Wolken, die in der Nähe eines Gebirges auftreten, werden unter dem Begriff "orographische Wolken" zusammengefasst. Sie entwickeln sich je nach Luftschichtung in verschiedenen Formen und Höhen, wenn die Luft über ein Hindernis (z.B. Hügel oder Bergkette) strömt. Ein bekanntes Beispiel in den Alpen sind linsenförmige, glatte Lenticulariswolken, die im Zusammenhang mit dem "Föhn-Effekt" entstehen.

Eine weitere Art von orographischen Wolken, die wie die Lenticulariswolken im Lee (also auf der windabgewandten Seite) eines Gebirges auftreten, sind sogenannte "Bannerwolken". Während die Wolke mit einem Ende am Berg befestigt zu sein scheint, bewegt sich das andere Ende einer Fahne ähnlich im Wind (daher auch der Name "Bannerwolke"). 

Die windzugewandte Seite (Luv) des Berges ist dabei wolkenfrei. Ein Beispiel einer Bannerwolke ist auf dem Foto (oben) zu sehen. Da Bannerwolken bevorzugt an Graten oder steilen Berggipfeln auftreten, werden sie besonders häufig an der Zugspitze oder am Matterhorn beobachtet. Bannerwolken lassen sich auch leicht für Laien erkennen, da sie lange Zeit (oftmals mehrere Stunden) an einem Ort bleiben, während alle anderen Wolken weiterziehen. 

Bannerwolken sind bisher kaum erforscht, obwohl sie schon sehr lange beobachtet werden und ein durchaus häufig wiederkehrendes Phänomen sind. An der Zugspitze konnten im Schnitt zwischen zwei und zehn Ereignisse pro Monat gezählt werden, wobei die Wolken häufiger im Sommer auftreten als im Winter. 

Der ausschlaggebende Mechanismus zur Entstehung einer Bannerwolke ist noch nicht vollständig geklärt. Derzeit wird angenommen, dass sich beim Überströmen des Gebirges Wirbel ausbilden; ähnlich wie Wasserwellen, die sich hinter einem im Fluss befindlichen Hindernis bilden. Diese Wirbel heben die Luftmassen hoch, wodurch sich die Bannerwolken bilden können.

Die meisten von uns werden heute und in den nächsten Tagen allerdings weniger solche imposanten Bannerwolken zu Gesicht bekommen, sondern eher haufenförmige Quellwolken oder gar Gewitterwolken.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

10.09.2014

Der "Supermond"

Der Vollmond über der Titoskirche in Heraklion auf der griechischen Mittelmeerinsel Kreta
Der Vollmond über der Titoskirche in Heraklion auf der griechischen Mittelmeerinsel Kreta

Wer gestern Abend seinen Blick in Richtung Himmel richtete, um den aktuellen Vollmond zu betrachten, konnte beim genauen Hinsehen vielleicht einen Unterschied zu den sonstigen Vollmondphasen feststellen. Dabei hat sich weder die Mondoberfläche grundlegend geändert noch besitzt der Vollmond eine andere Form, sondern er erscheint derzeit größer und heller als sonst. Der Grund dieses Phänomens soll nun im Folgenden kurz erläutert werden.

Der Mond hat einen Durchmesser von 3476 Kilometer und bewegt sich in einer mittleren Entfernung von rund 385 000 Kilometern um die Erde. Da die Umlaufbahn des Mondes nicht einer Kreisform entspricht, sondern auf einer Ellipsenbahn die Erde umläuft, gibt es einen erdnächsten (Perigäum) und einen erdfernsten Punkt (Apogäum). Genauer gesagt beträgt der Abstand zwischen Erde und Mond im Perigäum etwa 356 400 Kilometer und im Apogäum rund 406 700 Kilometer. Bei einer mittleren Geschwindigkeit von etwa einem Kilometer pro Sekunde braucht er im Durchschnitt 27,6 Tage um die Erde einmal zu umrunden (Zeitdauer von einem zum nächsten Perigäum, was auch als anomalistischer Monat bezeichnet wird).

Die Umlaufbahn des Mondes ist jedoch nicht konstant, sondern unterliegt der Schwerkraft der Sonne. Je nach Ausrichtung der Ellipse zur Sonne kann diese "gestaucht" oder in die "Länge gezogen" werden. Liegt die Verbindungslinie zwischen Perigäum und Apogäum in einer Linie mit der Verbindungslinie Erde-Sonne, so wird die Ellipsenbahn etwas in die "Länge gezogen". Das Resultat ist ein größer werdender Abstand zwischen Perigäum und Apogäum. Im umgekehrten Fall, wenn die Verbindungslinien senkrecht zueinander verlaufen, wird die Mondbahn etwas kreisförmiger.

Die einzelnen Mondphasen wiederholen sich in einem Abstand von rund 29,5 Tagen, wobei dieser Zeitraum als synodischer Monat bezeichnet wird. Der Zeitunterschied zwischen dem anomalistischen und dem synodischen Monat kommt primär dadurch zustande, dass sich auch die Erde während eines Mondumlaufs auf ihrer Bahn um die Sonne weiterbewegt. Dadurch ändert sich zugleich die Ausrichtung der Mondellipse zur Sonne. Kommt es nun genau im erdnächsten Punkt (Perigäum) zum Vollmond, wird dieser als Perigäums-Vollmond bezeichnet. Oft ist dann in den Medien von einem "Supermond" die Rede.

Aufgrund der Erdnähe erscheint der Mond dann bis zu 14 Prozent größer und rund 30 Prozent heller. Mit dem bloßen Auge ist dies aber kaum  wahrnehmbar. Diese Konstellation trat dieses Jahr am 10. August 2014 ein. Das Besondere in diesem Jahr war, dass der Vollmond am 12. Juli 2014 und am 9. September 2014 ebenfalls dem Perigäum so nahe kam, dass ein "Supermond" beobachtet werden konnte. Im Durchschnitt tritt ein Perigäums-Vollmond alle 13 Monate auf. Der nächste Vollmond im Perigäum wird am 28.09.2015 zu sehen sein. An diesem Tag findet zudem die nächste totale Mondfinsternis statt.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

07.08.2014

Die Sonne - Quell des Lebens oder gefährliche Strahlung

Sonnenstrahlung ist keineswegs ungefährlich: Neben dem Sonnenwind, der bei uns das Magnetfeld der Erde stören kann, ist die Ultraviolettstrahlung (UV) gefährlich beim Sonnenbaden für unsere Haut.
Sonnenstrahlung ist keineswegs ungefährlich: Neben dem Sonnenwind, der bei uns das Magnetfeld der Erde stören kann, ist die Ultraviolettstrahlung (UV) gefährlich beim Sonnenbaden für unsere Haut.

Die Sonne steht im Zentrum unseres Sonnensystems und versorgt die Erde zu allererst mit wärmender Strahlung. Dabei kann man die Sonne in ihrem Inneren auch als riesigen Kernfusionsreaktor ansehen. Bei Temperaturen um 15 Millionen Grad Celsius und über 100 Millionen Bar Druck wird durch die Verschmelzung von Wasserstoff- zu Heliumatomen pro Sekunde 630 Terajoule Energie erzeugt. Im Vergleich müsste 1GW-Kernkraftwerk für 630 Terajoule eine Woche arbeiten. 

Die entstandene Energie wird durch verschiedene physikalische Prozesse an die Sonnenoberfläche transportiert. Auf dem Weg geht ein gewisser Teil der Wärme verloren, sodass an der Sonnenoberfläche "nur noch" Temperaturen von rund 6000 Grad Celsius herrschen. Von dieser Oberfläche, der sogenannten Photosphäre, strömen Licht und Wärme schließlich ins All. Ein bestimmter Anteil dieser Energie kommt auch am Oberrand der Atmosphäre als kurzwellige Strahlung an. Damit ist die sogenannte UV-Strahlung und Infrarotstrahlung gemeint. Insgesamt sprechen wir dabei von ca. 1367 Watt pro Quadratmeter.

Da die Sonne zudem die 700-fache Masse aller Planeten des Sonnensystems besitzt (99,86% der gesamten Masse), dominiert sie durch ihre Gravitation auch das gesamte System. Als Folge umrunden die Planeten in einer kreisähnlichen Bahn um die Sonne. 

Die Erde umläuft dabei die Sonne in etwa 150 Millionen Kilometer Abstand auf einer leicht elliptischen Bahn. Durch die Kugelgestalt der Erde ist die ankommende Sonnenenergie nicht gleichmäßig verteilt. Während die Sonne am Äquator senkrecht einstrahlt, kommen die Strahlen zu den Polen hin flacher auf dem Boden an. Die gleiche Anzahl Sonnenstrahlen beleuchtet somit am Pol eine viel größere Fläche als am Äquator. Die Sonne führt dem Äquator daher mehr Energie zu als den Polen. Durch die Neigung der Erdrotationsachse ist die Einstrahlung im Verlauf des Jahres zusätzlichen Schwankungen unterworfen. Abgesehen von den Tropen erlebt die Erde daher markante Jahreszeiten. 

Mit ihrer Wärme erhält die Sonne das Leben auf der Erde. Die Strahlung erwärmt den Boden, die Meere und die Atmosphäre, treibt das Wetter an und steuert auch das Klima. Schon der Philosoph Poseidonius (135 - 51 v. Chr.) erkannte die Bedeutung der Sonne: "Die Sonne erleuchtet das ganze, fast unendliche Weltall. Durch die Fülle ihrer Kraft haucht sie der Erde Leben ein...". 

Doch die Sonnenstrahlung ist keineswegs ungefährlich! Durch sogenannte "Schockwellenfronten" des Sonnenwindes werden elektromagnetische Teilchen, hauptsächlich Protonen und Elektronen, als überschallschneller Strom ins All geschleudert. Diese benötigen etwa 24 bis 36 Stunden, um die Erde zu erreichen. Dabei stören diese elektromagnetischen Ströme das Magnetfeld der Erde und nachfolgend auch die Funk- und Radionetze. 

Aber auch die Ultraviolettstrahlung (UV-Strahlung) kann negative Auswirkungen haben. Wer seine Haut beim Sonnenbaden nicht ausreichend schützt, schädigt diese nachhaltig. Die UV-A (lange Wellen) Strahlung führt zu einer kurzfristigen Bräune, die jedoch kaum Lichtschutz bringt. Dagegen verliert die Haut an Spannkraft und altert frühzeitig. Auch das Hautkrebsrisiko ist bei häufiger ungeschützter Einstrahlung deutlich erhöht. Die sogenannte UV-B Strahlung sorgt hingegen für eine langfristigere Bräune, die auch einen echten Lichtschutz mit sich bringt. Gleichzeitig dringen diese Strahlen nicht so tief in die Haut ein und schädigen sie daher nicht nachhaltig.

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22.07.2014

Konsequent selber denken

Ein ZEN-Bogen aus Steinen - er symbolisiert die perfekte Balance. Finde heraus, ob Du konsequent selber denkst und eine Balance zur Umwelt findest!
Ein ZEN-Bogen aus Steinen - er symbolisiert die perfekte Balance. Finde heraus, ob Du konsequent selber denkst und eine Balance zur Umwelt findest!

Uns geht es gut. Denn jeder Einzelne darf bei uns in jeder Lebenslage selbstständig denken und dementsprechend handeln - wenn es mit Moral und Gesetz vereinbar ist. Oft wird das eigene Handeln sogar wohlwollend von den Mitmenschen zur Kenntnis genommen. Daher: Habt Mut zum Handeln! Und zwar nicht nur bei großen Dingen, sondern auch im ganz normalen Alltag.

Dazu ein Quizz zu drei Begebenheiten aus dem Alltag:

I. Ein Seminarraum an der Uni an einem heißen Frühlingstag. Die Studenten und Studentinnen belegen ein Seminar über Umweltbildung und Nachhaltigkeit, sind also motiviert und interessiert am Gestalten einer lebenswerten Zukunft. Im Raum ist es heiß und stickig.

Was würdest Du machen, wenn Du in dem Raum wärst?

1. Sitzen bleiben und abwarten, was andere machen.

2. Zur Toilette gehen und die Wasserflasche auffüllen, um die Seminarstunde zu überleben.

3. Einen Beschwerdebrief an die Uni schreiben, dass die Heizung nicht richtig reguliert ist.

4. Aufstehen, die Heizung ausstellen, und die Fenster öffnen.

II. Noch ein Raum voller motivierter, an Nachhaltigkeit arbeitender Menschen. Ein Beamer (der übrigens viel Strom verbraucht) läuft nach einem PowerPoint Vortrag. Wie würdest Du handeln?

1.Du hörst der spannenden Diskussion zu und achtest nicht auf den Beamer.

2. Du wartest, ob der Beamer noch gebraucht wird.

3. Du warten noch länger, ob der Beamer noch gebraucht wird und bist genervt, weil der Beamer so laut ist.

4. Du wartest immer noch, ob der Beamer noch gebraucht wird, und frägst Dich, ob nicht mal jemand den doofen Beamer ausstellen kann.

5. Du suchst Blickkontakt mit der zuständigen Person und gibst ihr durch ein Handzeichen zu verstehen, ob man den Beamer nicht ausschalten kann.

III. Im Winter im Zug. Beim Einstieg fällst Du fast um vor Hitze. Wie rettest Du sich?

1. Du ziehst Dich nackt aus und genießt die kostenlose Sauna.

2. Du ziehst Dich nur halbnackt aus und fluchst, weil es so heiß ist.

3. Du drehst die Heizung runter (soweit möglich).

Gib bitte HIER im Kommentarfeld Deine eigene Antwort ein, und schätze, wie sich die wahren Begebenheiten zugetragen haben!

Dr. Maiken Winter, www.wissenleben.org

18.07.2014

Sonnenstrahlung - Wärmequelle oder Wärmequal

In der Meteorologie wird zwischen reflektierten und absorbierten Anteilen der Sonnenstrahlung unterschieden. Ein Maß für das Rückstrahlvermögen diffus reflektierender Oberflächen, angegeben als Verhältnis von reflektierter zu einfallender kurzwelliger Strahlung, ist die sogenannte "Albedo". Was das in "verständlichem Deutsch" heisst, ist hier nachzulesen.
In der Meteorologie wird zwischen reflektierten und absorbierten Anteilen der Sonnenstrahlung unterschieden. Ein Maß für das Rückstrahlvermögen diffus reflektierender Oberflächen, angegeben als Verhältnis von reflektierter zu einfallender kurzwelliger Strahlung, ist die sogenannte "Albedo". Was das in "verständlichem Deutsch" heisst, ist hier nachzulesen.

Zur Zeit scheint die Sonne wieder häufig von einem gering bewölkten oder wolkenlosen Himmel. Eine Freude für viele Menschen. Ein wesentlicher Effekt ist auch die Erwärmung der unteren Luftschichten über den Erdboden. Wenn dann noch heiße Luft aus Spanien über Frankreich zu uns geführt wird und teils bis zu 37 Grad im Südwesten von Deutschland zu erwarten sind, wird wieder fieberhaft nach Hilfsmitteln oder Ausweichmöglichkeiten gesucht, die die Hitze erträglicher machen. 

Grundsätzlich sollte sich ein Mensch wegen der hohen bis sehr hohen Wärmebelastung des Körpers größtenteils im Schatten oder Haus aufhalten. Optimal wären dann natürlich Steinhäuser, die auch bei heißen Außentemperaturen im Sommer eine angenehme Kühle behalten. Wer sich jedoch berufsbedingt im Freien aufhalten muss, sollte sich anderweitig schützen.

Leichte Stoffhosen, Röcke sowie kurze Hemden oder Shirts bilden eine optimale Bekleidung. Am besten sind dabei synthetische Textilien, weil diese den Vorteil haben, dass sie den Schweiß optimal zur Verdunstung an die Umwelt weiterleiten und nicht aufsaugen. Jedoch kommt auch der Farbe ein wesentlicher Faktor zu. Helle Kleidung (weiß, gelb, etc.) heizt sich dabei nicht so stark auf und reflektiert stattdessen einen großen Anteil der kurzwelligen Sonnenstrahlung, dunkle absorbiert (nimmt auf) diese dagegen und wandelt sie in langwellige Wärmestrahlung um, was wir dann direkt auf der Hautoberfläche spüren können.

Auch in der Meteorologie wird zwischen reflektierten und absorbierten Anteilen der Sonnenstrahlung unterschieden. Ein Maß für das Rückstrahlvermögen diffus reflektierender Oberflächen, angegeben als Verhältnis von reflektierter zu einfallender kurzwelliger Strahlung, ist die sogenannte "Albedo". Eine Oberfläche mit einer Albedo von 0,3 z.B. reflektiert 30 % der einfallenden Strahlung und absorbiert 70 %. Je heller die Oberfläche, desto größer ist ihre Albedo. 

Die höchsten Albedo-Werte am Boden werden bei Schnee bis 0,95 erreicht. Aber auch trockener heller Sand strahlt entsprechend einer Albedo zwischen 0,30 bis 0,45 bis zu 45% der kurzwelligen Sonnenstrahlung zurück. Der etwas dunklere Sand der Wüsten liegt nur geringfügig unter diesen Werten. Bei Grasflächen oder Waldgebieten werden immer noch bis zu 20% der einfallenden Strahlung reflektiert. Die geringste Reflektion und somit die größten Absorptionswerte liegen bei Wasser (< 0,1) und in Städten (0,1 - 0,18) durch dunkles Mauerwerk und Straßen vor. Während es beim Wasser dazu führt, dass es sich mit der Sonnenscheindauer erwärmt und somit den Badespaß erhöhen kann, wirkt die stehende Hitze in den Ballungsräumen erdrückend. 

Neben dem Boden reflektieren auch die Wolken einen gewissen Anteil an Sonnenstrahlung. Im Vergleich mit dem Erdboden sind die reflektierten Anteile sogar teils deutlich größer. Grundsätzlich gilt jedoch auch bei den Wolken: je heller, desto größer das Reflektionsvermögen. Die geringste Albedo weist der Cirrus mit Werten zwischen 0,15 und 0,2 auf. Die höchsten Werte kann der Stratocumulus (bis 0,8) erreichen. Jedoch ist die Albedo bei diesem Wolkentyp sehr variabel. Je nach Flüssigwassergehalt und Tropfengröße in der Wolke kann der reflektierte Anteil deutlich absinken und nur noch um 40% liegen. Zum Ende sei den Sonnenanbetern noch gesagt, dass man auch mit passender Kleidung und genügend Flüssigkeit die größte Mittagshitze meiden sollte.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

06.07.2014

Schmertterlings-Spaziergänge

Seit 2005 erfassen Freiwillige bei wöchentlichen Begehungen entlang festgelegter Strecken alle tagaktiven Schmetterlinge in Deutschland. Es werden noch Mitstreiter gesucht!
Seit 2005 erfassen Freiwillige bei wöchentlichen Begehungen entlang festgelegter Strecken  alle tagaktiven Schmetterlinge in Deutschland. Es werden noch Mitstreiter gesucht!

Seit Frühjahr 2005 erfassen Freiwillige bei wöchentlichen Begehungen entlang festgelegter Strecken (Transekte) alle tagaktiven Schmetterlinge in Deutschland. Die so entstehenden Bestandsdaten dokumentieren die Entwicklung der Falter auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene und können verglichen werden mit denen aus anderen europäischen Ländern, in denen die Beobachtungen z. T. schon seit Jahrzehnten erfolgen. Auch Sie können mitmachen!

Ziel des Programmes - das von der Helmholtz-Gesellschaft koordiniert wird - ist es, mehr über die Situation der Tagfalter in Deutschland zu erfahren. Welche Arten werden seltener, welche breiten sich aus und welche Aussagen lassen diese Trends für die Biodiversität insgesamt zu?

An dem Projekt „Tagfalter-Monitoring Deutschland“ kann sich jeder beteiligen, der Freude daran hat, in der Natur unterwegs zu sein und etwa 1-2 Stunden Zeit pro Woche erübrigen kann. Die Zählung der Tagfalter erfolgt entlang festgelegter Strecken, der sog. Transekte. Ein Transekt ist eine lineare Strecke durch einen Landschaftsausschnitt, entlang derer nach einer definierten Methode Tagfalter gezählt werden. Das Transekt sucht sich jeder, der künftig Tagfalter zählen möchte, selber aus. Wir empfehlen, eine Strecke auszuwählen, die möglichst gut zu erreichen ist, denn die Zählung sollte mindestens 10-mal in der Saison von April bis September, besser aber wöchentlich, durchgeführt werden. Ein Transekt muss nicht in einer besonders schmetterlingsreichen Umgebung liegen, da wir ja insbesondere wissen wollen, wie es um die Falter in der “Normallandschaft“ bestellt ist. Häufig ist der übliche Spazierweg eine gute Wahl. Das UFZ als Koordinator des Projektes stellt eine ausführliche Anleitung zur Verfügung und hilft bei der Einrichtung der Zählstrecken, steht bei Fragen zur Verfügung und unterstützt die Zähler per Email oder Telefon. Es ist keine spezielle Ausstattung nötig, ein gutes Bestimmungsbuch und ein Kescher sind jedoch empfehlenswert.

Durch die kontinuierliche Mitarbeit der vielen Freiwilligen entstehen Datensätze, mit denen die Situation zahlreicher Arten erstmals fundiert beurteilt werden kann und es ergeben sich neue Erkenntnisse über deren Biologie. Da Insektenpopulationen natürlicherweise starken jährlichen Schwankungen unterliegen, können statistisch abgesicherte Aussagen zur Bestandsentwicklung erst nach einer Reihe von Jahren getroffen werden. 

Viel Spaß bei den Schmetterlings-Spaziergängen!

Text aus: Tagfalter Monitoring und BuergerSchaffenWissen.de

Dr. Maiken Winter, www.wissenleben.org

12.06.2014

Shoppen macht Spaß, aber...

Shoppen macht Spass. Denn ab und zu braucht man einfach mal etwas Anderes, eine Abwechslung im Kleiderschrank oder in der Wohnung, oder einen Ersatz für etwas, was kaputt gegangen ist und sich nicht mehr reparieren lässt.

Aber warum soll ich für etwas Neues viel Geld ausgeben und noch dazu einen Markt unterstützen, der allzu oft nicht die Werte vertritt, die mir wichtig sind: gerechte Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen, nachhaltiger Umgang mit der Umwelt.

 

Wenn ich aber die Umstände, unter denen ein Produkt erzeugt wurde, nicht vertreten kann, wie kann ich dann ein solches Produkt kaufen?

 

Wir Konsumer vergessen oft, wie viel Macht wir haben - darüber, was und wo auf welche Weise produziert wird. Indem wir etwas kaufen, sagen wir: Ich bin mit der Herstellung dieses Produktes einverstanden; dabei sind wir das oft gar nicht - und kaufen es trotzdem. Ein solches Verhalten ist im Grunde schizophren.

 

Gebrauchte Sachen kaufen?! Das erscheint leider oft als vollkommen uncool, etwas für arme Leute. Klar, Geld spart man auch, wenn man gebrauchte Dinge kauft - und das ist gar kein schlechter Nebeneffekt; aber v.a. helfen wir beim Kauf gebrauchter Waren, die Energie und Materialverschwendung zu reduzieren und dadurch nachhaltiger zu leben. Wir können also durchaus stolz auf unsere Sachen schauen, nicht obwohl, sondern weil sie gebraucht gekauft sind.

 

Was kann man also tun?

 

Versucht, möglichst wenig neu zu kaufen!
Gebrauchte Dinge sind oft neuwertig und viel billiger! Hier findet ihr einige Webseiten, die euch helfen, gebrauchte Sachen zu finden.

 

Kleidung:

Kleiderkreisel.

Hier kannst du online gebührenfrei Kleidung tauschen, verkaufen oder verschenken. Mach mit und kämpfe stilvoll gegen Verschwendung.

 

Das kennt jeder - Kleiderflohmärkte und Second Hand Shops. Hier findet ihr alles außer die allerneueste Mode; und das weit billiger als neue Klamotten.

 

Einige wichtige Information über Kleidung findet ihr in einem Artikel von Humana.

 

Lebensmittel:

FoodSharing.

www.foodsharing.de soll eine Internet-Plattform werden, die Privatpersonen, Händlern und Produzenten die Möglichkeit gibt, überschüssige Lebensmittel kostenlos anzubieten oder abzuholen. Über www.foodsharing.de kann man sich auch zum gemeinsamen Kochen verabreden um überschüssige Lebensmittel mit Anderen zu teilen, statt sie wegzuwerfen. Die Grundidee ist: Menschen teilen Essen. Es soll dabei kein Geld fließen, denn teilen hat auch eine ethische Dimension. Wir wollen den Lebensmitteln damit wieder einen ideellen Wert geben, denn sie sind mehr als bloß eine Ware.

Lebensmittelretten. Seit Februar 2012 holen LebensmittelretterInnen nicht mehr verkaufbare Lebensmittel von Betrieben in Berlin ab. Seit Mai 2013 haben sich bereits über 3000 ehrenamtliche Menschen, die etwas gegen die Lebensmittelverschwendung unternehmen wollen, angemeldet und viele Hunderte retten bereits aktiv in Biosupermärkten (u.a. Alnatura und Bio Company), Bäckereien, Restaurants usw. Hilf mit!

Bücher

Das kennt auch jeder - Bücherflohmärkte und Antiquariate. Hier findet ihr alles außer die allerneuesten Erscheinungen; und das weit billiger als neue Bücher.

Möbel

Es ist erstaunlich, was man alles auf dem Recycling Hof entdeckt - und Möbel sind durchaus etwas, was ohne Grund dort landet. Nur bei Polstermöbeln und Matrazen wäre ich skeptisch; alles andere bietet sich zur Mitnahme an (aber davor den Betreiber fragen!). Außerdem gibt es in fast jeder Stadt Läden mit Gebrauchtmöbeln; diese sind oft in sehr gutem Zustand. Googelt einfach unter "gebrauchte Möbel" und dem Namen eurer Stadt. Man muss manchmal länger suchen, aber meist steht irgendwann das gewünschte Objekt im Laden. Also: Geduld mitbringen!

Teilt eure Sachen mit anderen bzw. leiht euch die Sachen anderer aus!
Es ist doch eigentlich vollkommen unsinnig, dass die meisten Menschen einen eigenen Bohrer, Leiter, ...haben, auch wenn diese Dinge relativ selten benutzt werden. Viel sinnvoller werden diese Dinge benutzt, wenn sie gemeinschaftliche verwendet werden. Einen guten Überblick über unsere Möglichkeiten zu teilen gibt ein Artikel des WWF, den ihr auf der Webseite des WWF findet.

Car sharing ist dabei besonders wichtig. Denn was für eine verschwendung ist es doch, wenn so ein Trum Auto ca. 95% seiner Zeit nur herumsteht und Platz einnimmt. Da ist es doch viel sinnvoller, wenn sich mehrere Menschen ein Auto teilen (wenn sie denn unbedingt ein Auto haben müssen). Also, sucht unter Car Sharing und dem Namen der ächsten Stadt, und ihr werdet hoffentlich fündig. Oder lest euch die Übersicht über Car Sharing in Deutschland durch, die ihr bei carsharing-news.de findet.

So, nun probiert es einfach mal aus, und ihr werdet sehen, wie viel Spass es macht, weniger Zeug zu verbrauchen und zu teilen.

Und übrigens, ihr braucht ja

02.06.2014

Finde den Wiesenknopf!

Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus, August 2013). Foto: Karin Probst
Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus, August 2013). Foto: Karin Probst

Eine Initiative vom Helmholtz Zentrum für Umweltforschung

Der Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) ist ein Indikator für die biologische Vielfalt in seinen Lebensräumen. Viele Insekten nutzen ihn als Nektarquelle und für die Eiablage, und für zwei Schmetterlinge - den Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea teleius) und den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea nausithous) – ist er sogar die alleinige Raupennahrungspflanze. Die Initiative will  Teilnehmer motivieren nach dem Großen Wiesenknopfes zu suchen und Daten zu Fundorten, zu blütenbesuchenden Insekten und zum Wiesen-Management über das Internet an uns zu übermitteln.

Willst Du mitmachen? Dann suche nach Vorkommen von Sanguisorba officinalis und gib Daten zu Blühphänologie, Lebensraum und dessen Management sowie zu Blütenbesuchern des Großen Wiesenknopfes auf der Webseite www.ufz.de/wiesenknopf ein und laden Fotos hoch.

Die Angaben der Teilnehmer zu Fundorten, Management und Blütenbesuchern des Großen Wiesenknopfes erweitern die Datenbasis und tragen dazu bei, den Einfluss des Managements auf die Vorkommen von S.officinalis und der Wiesenknopf-Ameisenbläulinge besser zu verstehen.

Viel Spaß in den wunderschön blühenden Wiesen! 

Text angepasst aus: bürgerschaffenwissen.de

05.05.2014

Phänologische Frühjahrsbilanz: die Erdbeeren sind früh dran - und schmecken auch!

Die Erdbeeren sind so früh reif wie noch nie zuvor - und das Beste ist: sie schmecken heuer auch nach Erdbeeren!
Die Erdbeeren sind so früh reif wie noch nie zuvor - und das Beste ist: sie schmecken heuer auch nach Erdbeeren!

Unter "Phänologie" versteht man den Einfluss des Wetters bzw. des Klimas auf Tiere und Pflanzen. Beim Wetterdienst beschäftigt man sich mit der Pflanzen-Phänologie. Man teilt dabei die Jahreszeiten nach bestimmten Ereignissen wie beispielsweise die Blüte im Frühjahr oder den Blattfall im Herbst ein. 

Der Vorfrühling etwa Mitte Februar wird durch die Hasel- und Schneeglöckchenblüte festgelegt, der Erstfrühling Ende März durch die Forsythienblüte und der Vollfrühling Ende April durch die Apfelblüte und die Blattentfaltung der Eiche. (Die Daten gelten für das  Rhein-Main-Gebiet.) Während in diesem Jahr zu Beginn von März und April jeder Laie durch Augenschein feststellen konnte, dass die Blühphasen zu früh begannen, wird das nun, wo alles grünt und blüht, deutlich schwieriger. Als Konsument kann man es immerhin dadurch feststellen, dass Erdbeeren bereits Ende April tatsächlich nach Erdbeeren schmeckten und nicht nur so aussahen.

Wie dem Augenschein und den Medien zu entnehmen war, wurden die mittleren Eintrittstermine dieses Jahr deutlich unterschritten. Die Haselblüte lag drei Wochen vor Termin, die Schneeglöckchen blühten eine, die Forsythien und die Apfelbäume zwei Wochen zu früh. Nimmt man noch andere Pflanzen dazu, kann man feststellen, dass sie deutschlandweit im Mittel zwei Wochen zu früh Blüten entfalteten. Die Erlenblüte, die im Mittel am 12. März erwartet wird, hatte mit 22 Tagen die größte Verfrühung.

Wie kommt es zu der Verfrühung?

Die Temperaturen lagen bisher in allen Monaten zu hoch. Im Januar lagen die Temperaturen fast auf März-Niveau, im Februar war es so warm, wie man es Ende März erwarten würde und der März erreichte fast das April-Niveau, der April fast das vom Mai. Die Temperaturen verfrühten sich also etwa um einen Monat. Die Pflanzen waren ihrer Zeit nicht ganz so viel voraus, denn ihr Wachstum hängt nicht nur von der Temperatur, sondern auch von der Feuchte, der Helligkeits- und Sonnenscheindauer ab. 

Soweit also die phänologische Frühjahrsbilanz. Und wo stehen wir heute? 

Der Schwarze Holunder als Anzeiger für den phänologischen Frühsommer steht im Rhein-Main-Gebiet seit etwa dem 25. April in voller Blüte, am Oberrhein bereits seit Mitte April. Die Verfrühung beträgt gut zwei Wochen.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

24.04.2014

Sssssssssh... Die nächste Mücke kommt bestimmt!

Ein Tümpel im Wald - wie die Regentonne im Garten die beste Brutstätte für die kleinen sirrenden "Blutsauger". Aber hast Du gewusst, dass es allein in Deutschland 49 Arten von Mücken gibt? Macht doch mit beim Mückenatlas!
Ein Tümpel im Wald - wie die Regentonne im Garten die beste Brutstätte für die kleinen sirrenden "Blutsauger". Aber hast Du gewusst, dass es allein in Deutschland 49 Arten von Mücken gibt? Macht doch mit beim Mückenatlas!

Mücken gehören nicht gerade zu den Lieblingstieren der Menschheit. Denn sie haben leider die unangenehme Eigenschaft, sich von Blut zu ernähren; dazu gehört auch Menschenblut. Und das kann ganz schön lästig sein.

Bisher wurden diese Tiere wenig beachtet, denn wer möchte schon gerne Mücken untersuchen? Da macht es mehr Spaß, Wölfen auf der Lauer zu liegen oder Uhus zu beobachten. Aber hast du gewusst, dass es allein in Deutschland 49 Arten von Mücken gibt?

Nun gibt es ein Mückenprojekt, bei dem du helfen kannst, Wissenschaftlern  mehr über die Verbreitung der verschiedenen Mückenarten zu helfen.

Warum sind solche Beobachtungen wichtig?

Durch die globale Erwärmung kommt es sehr wahrscheinlich zu einer Ausbreitung von Krankheiten, die von Mücken übertragen werden. Wenn wir wissen, wann und wo welche Mücken vorkommen, können wir den Verlauf möglicher Krankheiten besser verfolgen.

Wie ihr vorgehen müsst, um an diesem Projekt teilzunehmen, findet ihr auf der Projektseite des Mückenatlasses.

Viel Spaß dabei wünscht

Dr. Maiken Winter

10.04.2014

Der Vollfrühling ist da !

Die Apfelblüte symbolisiert den Start in den "Vollfrühling"! Und der ist heuer mehr als 2 Wochen seiner Zeit voraus. Bienen und Hummeln haben derzeit viele Blüten zu bedienen, so früh wie noch nie!
Die Apfelblüte symbolisiert den Start in den "Vollfrühling"! Und der ist heuer mehr als 2 Wochen seiner Zeit voraus. Bienen und Hummeln haben derzeit viele Blüten zu bedienen, so früh wie noch nie!

Die Apfelblüte hat in Deutschland begonnen! Sie gilt als Leitphase der phänologischen Jahreszeit "Vollfrühling". Die Phänologie untersucht die Entwicklungen von Pflanzen und Tieren im Jahresablauf, indem sie die Eintrittszeiten auffälliger Erscheinungen (wie zum Beispiel Blattentfaltung, Blüte oder Fruchtreife bzw. Tierwanderungen) notiert. Sie erforscht auch die Zusammenhänge zwischen der biologischen Rhythmik und den Umwelteinflüssen, insbesondere den Witterungs- und Klimaverhältnissen. 

Der Deutsche Wetterdienst unterhält in Deutschland ein phänologisches Grundnetz, dessen Beobachter ihre Daten einmal jährlich per Meldebogen übermitteln. Knapp 400 Beobachter sind gleichzeitig sogenannte phänologische Sofortmelder, die eine Auswahl von Phasen direkt nach Eintritt eines Entwicklungsstadiums (z.B. Apfelblüte) melden. Auf der Homepage des Deutschen Wetterdienstes können Sie sich über den Fortschritt bestimmter phänologischer Phasen informieren. Dazu müssen Sie auf der Startseite oben auf "Klima + Umwelt", dann links auf "Phänologie" und anschließend in der Mitte unter "Vegetationsentwicklung" auf [mehr] klicken. 

Die erste Meldung zur Apfelblüte erfolgte heuer am 23. März im Oberrheingraben. Im Norden und Nordosten wurde hingegen noch kein Blühbeginn des Apfelbaumes beobachtet.  Normalerweise beginnt dei Apfelblüte im über alle Jahre gemittelten Gebietsmittel am 28. April. Auffällig ist die markante Abweichung für das Jahr 2014 vom Durchschnitt. Die Vegetation ist in diesem Jahr nach derzeitiger Datenlage etwa 17 Tage ihrer „Zeit voraus“ und somit sogar noch früher dran als im Jahre 2002 (ca. 11 Tage voraus) und 2011 (ca. 10 Tage voraus).

Je zeitiger aber die Apfelblüte eintritt, desto größer ist auch die Gefahr durch Spätfröste. Insbesondere der Apfelbauer muss dann entsprechend reagieren, da die Pflanzen geschädigt werden oder absterben, wenn deren Zellwasser gefriert. Um sich vor Ernteausfällen zu schützen, kann er beispielsweise eine Frostschutzberegnung durchführen. 

Dabei besprüht der Apfelbauer bei noch leichten Plusgraden die Bäume gezielt mit sehr feinen Wassertröpfchen. Sinkt die Temperatur weiter ab, wird beim Gefrieren des Wassers die Erstarrungswärme frei. Pro Liter Wasser werden dabei 333,5 kJ (Kilojoule) an Energie frei. Das ist ungefähr so viel Energie, wie man benötigt, um ein Liter Wasser um 80 °C zu erwärmen. Durch die Freisetzung dieser Wärmeenergie sinkt die Temperatur innerhalb der Eishülle um die Pflanzenteile längere Zeit nicht wesentlich unter den Gefrierpunkt ab. Die Beregnung muss bis zum Erreichen einer positiven Umgebungstemperatur ununterbrochen durchgeführt werden. Anderenfalls kommt es zu einem abkühlenden Effekt durch Verdunstung. Diese ist umso stärker, je niedriger die Luftfeuchte ist und je stärker der Wind weht. Der Frostschutzberegnung sind durch diese meteorologischen Parameter gewisse Grenzen gesetzt. 

Die Frostschutzberegnung hat jedoch gewisse Nachteile. Als Erstes ist da sicherlich der hohe Wasserverbrauch von etwa 30000 Litern pro Hektar und Stunde zu nennen. Das kann zudem den Boden durchnässen und so dessen Befahrbarkeit einschränken. Zudem werden Nährstoffe ausgewaschen, Wurzelaktivitäten gehemmt und unter Umständen die Anfälligkeit für Krankheiten erhöht. Zudem besteht bei länger anhaltendem Frost die Gefahr von Eisbruch.

Damit auch Sie als Hobbygärtner Ihre Pflanzen vor Spätfrösten schützen können, gibt der Deutsche Wetterdienst auf der Seite www.wettergefahren.de im Zeitraum vom 1. April bis 31. Oktober entsprechende Frostwarnungen heraus. Im Privatgebrauch reicht zumeist ein Abdecken mit Stroh oder Stoffvliesen. Ebenso kann man bewegbare Pflanzen ins Warme bringen.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

16.03.2014

Beobachtungen von Vögeln und Pflanzen

Lange wird es nicht mehr dauern, bis die Soldanellen blühen, etwas später im Frühjahr Enziane und Orchideen.
Lange wird es nicht mehr dauern, bis die Soldanellen blühen, etwas später im Frühjahr Enziane und Orchideen.

Lange wird es nicht mehr dauern, bis die Soldanellen blühen, etwas später im Frühjahr Enziane und Orchideen. Und wenn man den Blick etwas weiter schweifen lässt, kann man auch Vögel entdecken, die man nirgendwo sonst in Deutschland sehen kann, wie z.B. Steinadler, Mauerläufer oder Zitronenzeisig.

Um diese seltenen Vogelarten effektiv schützen zu können, müssen Umweltschützer wissen, wo diese Vogelarten vorkommen. Und dabei brauchen Sie eure Hilfe.

Helft mit, und notiert euch, wo und wann ihr welchen Alpenvogel in den Allgäuer Hochalpen oder im Karwendel entdeckt habt und meldet eure Beobachtungen beim Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV). Es gibt tolle Preise zu gewinnen! - > Zur Projektseite des LBV (http://www.lbv.de/aktiv-werden/faszination-alpenvoegel.html)

Aber auch Beobachtungen von Alpenvögeln in anderen Regionen der Alpen sind wichtig. Und spannend sind ebenfalls Beobachtungen von Alpenblumen - wann blühen sie wohl dieses Jahr? Bestimmt früher als sonst, oder? Mal sehen!

Sendet uns (www.wissenleben.de/kontakt/) daher eure Beobachtungen aus Österreich und anderen Gebieten in den Alpen!

Viel Spaß beim Wandern!

Dr. Winter Maiken

05.03.2014

Wer ist Erster? Beobachte den Frühling!

An welchem Ort blühen die Apfelbäume früher im Jahr, in Wien oder Berlin? Wo singt der Zilpzalp als Erstes, in Insbruck oder Nürnberg? Mach mit, melde uns Deine Beobachtungen!
An welchem Ort blühen die Apfelbäume früher im Jahr, in Wien oder Berlin? Wo singt der Zilpzalp als Erstes, in Insbruck oder Nürnberg? Mach mit, melde uns Deine Beobachtungen!

Der Frühling kommt dieses Jahr besonders früh. Und mit dem Frühling können wir viele Veränderungen in der Natur beobachten: Schneeglöckchen und Märzenbecher blühen, Blätter beginnen sich zu entfalten, die Meisen und Buchfinken singen, die Zugvögel kommen zurück, die Schmetterlinge fliegen im Garten. Hast du den Frühling schon entdeckt?

Wenn man den Frühling beobachtet und die Beobachtungen notiert, kann man viele spannenden Fragen untersuchen: An welchem Ort blühen die Apfelbäume früher im Jahr, in Wien oder Berlin? Wo singt der Zilpzalp als Erstes, in Insbruck oder Nürnberg? Wie verändert sich dieser Zeitpunkt über die Jahre hinweg? Und warum verändert sich dieser Zeitpunkt?

Solche Fragen können wir nur beantworten, wenn viele Menschen an vielen verschiedenen Orten den Frühling beobachten und ihre Beobachtungen mit uns teilen. Hilf uns dabei, und schicke auch du uns deine Beobachtungen, damit wir zusammen untersuchen können, wo sich der Frühling als Erstes zeigt und wie sich dieser Zeitpunkt über die Jahre hinweg verändert. Eure Wetterdaten helfen uns außerdem dabei, zu untersuchen, ob die Unterschiede zwischen verschiedenen Orten und aufeinanderfolgenden Jahren durch das Wetter bestimmt wird oder nicht, und ob und wie sich der Klimawandel langfristig auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirkt.

Willst Du mitmachen? Super! Dazu brauchst Du die folgenden Informationen:

1. Was hast Du beobachtet? Welche Art hast Du gesehen? Leihe Dir von Eurer Bücherei einige Bestimmungsbücher aus, um die Arten sicher bestimmen zu können. Um ganz sicher zu gehen, dass Du die Art richtig bestimmt hast wäre es super, wenn Du uns eine genaue Beschreibung oder – am besten – ein Foto Deiner Art schicken könntest; und zwar an folgende Adresse:

Per Post an: Dr. Maiken Winter, WissenLeben e.V., Bahnhofstr. 12, 82399 Raisting, Deutschland oder per Email an wissenleben (at) gmail.com

2. Wann hast Du Deine Beobachtung gemacht?

3. Wo hast du Deine Beobachtung gemacht? Beschreibe den Ort, wo du Deine Beobachtung gemacht hast! Gib dazu, wenn möglich, die Adresse an oder den nächsten Ort. Beschreibe außerdem, in welchem Habitat Du deine Beobachtung gemacht hast – im Garten, Park, Stadt, Dorf, Wald, Wiese, Feld, am Flussufer, am See, oder in den Bergen.

4. In welcher Höhe war Deine Beobachtung? Für diese Information brauchst Du eine Karte, um anhand der Höhenlinien festzustellen, wie hoch der Ort Deiner Beobachtung liegt.

Bitte verwende für deine Beobachtungen unser Datenblatt (fordere es an unter wissenleben (at) gmail.com), damit Du keine wichtigen Informationen vergisst! Nun wünschen wir Dir ganz viel Freude bei deinen Beobachtungen! Wir sind gespannt, bei wem der erste Apfelbaum blüht und der erste Zilpzalp singt!

03.03.2014

Der Frühling kommt immer früher!

Nicht ohne Grund heißt der Märzenbecher ja MÄRZenbecher!
Nicht ohne Grund heißt der Märzenbecher ja MÄRZenbecher!

Bei uns haben schon Mitte Februar die Schneeglöckchen und Märzenbecher geblüht. Bei Dir auch? Normalerweise blühen bei uns die Märzenbecher fast einen Monat später. Nicht ohne Grund heißt der Märzenbecher ja MÄRZenbecher!

Dieses Jahr begann der Frühling besonders früh. Aber auch in den Jahren zuvor kam er früher ins Land als vor einigen Jahrzehnten. Viele Blumen, Büsche und Bäume blühen heutzutage einige Tage bis zu mehrere Wochen früher. Auch Vögel kommen früher aus den Überwinterungsgebieten zurück und brüten früher.

Solche zeitlichen Abfolgen von Veränderungen in der Natur, die wir jedes Jahr wieder beobachten können, nennt man auch phänologische Veränderungen, die Untersuchung solcher Veränderungen nennt man Phänologie.

Phänologische Untersuchungen sind wichtig, um zu verstehen, wie sich der Klimawandel auf die Natur auswirkt. 

02.02.2014

Bäume von Wiener Wohnen „gechipt“

Ein Chip - ein Baum. Digitales Kataster für die Bäume in Wien
Ein Chip - ein Baum. Digitales Kataster für die Bäume in Wien

Sie stehen auf einer Fläche, die der der Bezirke Margareten, Mariahilf, Neubau und Josefstadt entspricht: Jene 70.000 Bäume, die rund um die Wiener Gemeindebauten wachsen. Jetzt ist jeder einzelne davon mittels Chip in einem Kataster erfasst.

Seit 2007 gibt es den Baumkataster. Noch vor nicht allzu langer Zeit sind alle relevanten Daten dazu händisch in einen Computer eingetragen worden. Jetzt ist jeder einzelne Baum, der auf einer Fläche von Wiener Wohnen steht, mit einem Chip ausgestattet.

Alle nötigen Infos leicht erfassbar

Meist sind es Kiefern, Linden oder Birken. Doch nicht nur die Art des Baums ist erfasst. Die Chips liefern Informationen über Größe und Baumkrone, sowie darüber, wann bestimmte Maßnahmen wie etwa Schnitt durchgeführt werden müssen.
Jahrelang mussten die Mitarbeiter von Wiener Wohnen diese Daten händisch in den Computer eingeben. Jetzt wurde ein Handlesegerät entwickelt, das die Daten aus dem Chip lesen kann. Das spart Zeit und Fehleranfälligkeit, heißt es bei Wiener Wohnen. Ein Mal pro Jahr werden die Bäume kontrolliert. Nicht zuletzt auch deswegen, um die Gemeindebaubewohner vor etwaigen morschen Ästen zu schützen.

Text: © ORF
Foto: © METEOdata

12.01.2014

Umweltbelastung zerstört Kinderzähne

Dioxin in PET-Flaschen könnte einer der Auslöser für braune und brüchige Zähne sein.
Dioxin in PET-Flaschen könnte einer der Auslöser für braune und brüchige Zähne sein.

Dass Süßes schlecht für die Zähne ist, wird Kindern bereits im Kindergarten beigebracht. In Zukunft könnten sie aber auch vor Plastikflaschen gewarnt werden. Dioxin in PET-Flaschen könnte einer der Auslöser für braune und brüchige Zähne sein.

Schon beim Herauswachsen sind die Zähne der Kinder dunkel und porös, daß sie nach einiger Zeit wie Kreide zerbröseln. Bei fünf Prozent der Kinder wird inzwischen diese Art von Zahnschmelzstörung festgestellt - die sogenannte „Molar Incisor-Hypomineralisation“. Die Häufigkeit ist von Jahrgang zu Jahrgang unterschiedlich, so der Linzer Kinderzahnarzt Gerhard Gugler. Die Zähne sehen schon beim Durchbruch in den Mundraum bräunlich-gelblich aus, so Gugler. Was genau die Schmelzbildungsstörung verursacht ist derzeit noch nicht gänzlich erforscht.

Fieberschübe und PET-Flaschen

Deutlich häufiger tritt die Krankheit in den Ballungsräumen auf. Daher dürften unter anderem auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Laut Gugler ist diese Schmelzbildungsstörung ein „multifaktorelles Geschehen“, was bedeutete, dass nicht nur Dioxine aus Plastikflaschen und andere Umweltgifte Einfluss darauf haben: „Man vermutet auch, dass zum Beispiel hohe Fieberschübe bei Kinderkrankheiten einen Einfluss darauf haben.“

Neben dieser selteneren Zahnerkrankung ist Karies bei Kindern nach wie vor das Thema Nummer eins. Trotz Schulung der Kinder im Kindergarten und in der Volksschule hat jedes fünfte Kind Karies. Deutlich zu sehen ist, dass Karies häufiger bei Kindern von sozial schwächeren Familien auftritt.

Immer fleißig putzen

Ganz auf Süßigkeiten verzichten geht aber nicht. Um Karies trotzdem zu vermeiden, sollten Schokoloade oder Mehlspeisen immer kurz nach den Mahlzeiten gegessen werden - dann die Zähne putzen oder zumindest Wasser trinken, so der Tipp des Zahnarztes.

Quelle: ORF

26.11.2013

Dem Umweltsünder Plastiktüte alternativ zu Leibe rücken

Auch wenn Plastiktüten natürlich praktisch sind, verursachen sie irreparable Schäden an der Umwelt. Nach Angaben der Umweltorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) werden Plastiktüten nie vollständig zersetzt. Das bedeutet, dass der Kunststoff für eine Ewigkeit auf den Deponien herumliegen wird.

Im Prozess der Zersetzung können Kunststoffpartikel in Seen, Flüssen und Ozeanen landen, die den Meeresbewohnern aufgrund ihrer Unfähigkeit, Kunststoff zu verdauen, schwer zusetzen, was durch den Nahrungskreislauf auch für den Menschen schlimme Folgen haben kann. Glücklicherweise gibt es inzwischen zahlreiche Alternativen zur Plastiktüte.

Tupperdosen

Anstelle der Verwendung von Plastiktüten können Sie beispielsweise in Betracht ziehen, Ihr Mittagessen zur Arbeit oder Schule in einer wiederverwendbaren Tupperdose mitzunehmen. Diese verhältnismäßig umweltfreundlichen Behältnisse sind in überall erhältlich (man denke auch an die berühmten Tupper-Partys).

Der Nachteil ist, dass Tupperdosen aus Polyethylen hergestellt werden, somit sind sie biologisch ebenso wenig abbaubar wie Plastiktüten. Allerdings sind sie fast unbegrenzt wiederverwendbar, so das eine Tupperdose nahezu ein Leben lang halten kann und nur in Ausnahmefällen auf dem Müll landen.

Tragetaschen aus Baumwolle

Baumwolltaschen sind langlebige Alternativen zu Plastiktüten. Sie sind kostengünstig und inzwischen im Handel weit verbreitet. Sie finden Baumwolltaschen meistens in Supermärkten unter dem Fach mit den Plastiktüten. Zwar kosten diese einmalig mehr, aber sie sind wesentlich haltbarer als Plastiktüten und somit immer wieder verwendbar.
Nachteilig ist allerdings, dass die verwendete Baumwolle meist mit einer großen Menge an Pestiziden und hohem Wasserverbrauch angebaut wird. Auch ökologisch hergestellte Baumwolle benötigt eine Menge Wasser, so dass Baumwolltaschen als umweltfreundliche Alternative zur Plastiktüte nur bedingt zu empfehlen sind.

Hanftaschen

Hanftaschen haben ein nur geringes Gewicht, sind stabil, ausdauernd, maschinenwaschbar, biologisch abbaubar und selbstverständlich wiederverwendbar. Für den Anbau von Hanf sind weitaus weniger Wasser und weniger Pestizide notwendig als beim Anbau von Baumwolle.
Von Nachteil ist allerdings, dass Hanf in Deutschland nicht legal angebaut werden kann, daher muss das Material importiert werden, was wiederum eine erhöhte Umweltbelastung bedeutet. Außerdem werden große Mengen Hanftaschen aus Asien importiert. Dort werden sie meist durch Kinderarbeit hergestellt. Also auch keine Alternative die uneingeschränkt empfehlenswert wäre.

Nylontaschen

Nylontaschen sind eine weitere Alternative zu Plastiktüten. Nylon zersetzt sich deutlich schneller als Kunststoff und hat ein extrem hohes Festigkeits-Gewichts-Verhältnis: Eine 50 Gramm schwere Nylontasche kann bis zu 30 Kilogramm tragen und dennoch auf die Größe einer Packung Taschentücher zusammengefaltet werden. Taschen aus Nylon sind wasserdicht, maschinenwaschbar und schnell trocknend. Zusammen mit der relativ guten Umweltfreundlichkeit erweist sie sich somit als beste Alternative zur herkömmlichen Plastiktüte.

Quelle: bio-bauernhof.de

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