27.08.2015

Das noch ungelöste Rätsel von der nordatlantischen "Kaltluftblase"

Während der Juli 2015 der bislang wärmste Monat der Weltwettergeschichte seit Aufzeichnungsbeginn vor 135 Jahren war, ist es vor Island ungewöhnlich kalt geworden. Dies hat auf die Vulkaninsel die Auswirkung, dass der vergangene Winter bereits der schneereichste überhaupt war, der Sommer 2015 zwar extrem sonnig, trocken aber auch sehr kalt am Polarkreis verlief. Im Landesinneren (wie es unser Bild vom Zufluss des Sultartangalon zeigt), blieb der Schnee sogar im Sommer erhalten.
Während der Juli 2015 der bislang wärmste Monat der Weltwettergeschichte seit Aufzeichnungsbeginn vor 135 Jahren war, ist es vor Island ungewöhnlich kalt geworden. Dies hat auf die Vulkaninsel die Auswirkung, dass der vergangene Winter bereits der schneereichste überhaupt war, der Sommer 2015 zwar extrem sonnig, trocken aber auch sehr kalt am Polarkreis verlief. Im Landesinneren (wie es unser Bild vom Zufluss des Sultartangalon zeigt), blieb der Schnee sogar im Sommer erhalten.

Vor wenigen Tagen veröffentlichte die Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten von Amerika (NOAA) ihre allmonatliche globale Lufttemperaturanalyse. Der Juli 2015 soll demnach als der wärmste Monat in die 135 Jahre alte Geschichte der globalen Wetteraufzeichnungen eingehen. Nachdem also das vergangene Jahr nach NOAA bereits einen neuen globalen Temperaturrekord aufstellen konnte, scheint sich der Trend zur weiteren Erwärmung hin in diesem Jahr fortzusetzen.

Blickt man auf die Karte der Temperaturanomalien der NOAA, zeigen sich überwiegend rote Flächen. In den meisten Regionen fiel der diesjährige Juli im Vergleich zum klimatologischen Mittel also deutlich zu warm aus, in nicht wenigen Regionen sogar rekordwarm. Allerdings gibt es auch die ein oder andere Ausnahme. Da wenige Ausnahmen aber bekanntlich die Regel bestätigen sollen, könnte man sich dazu verleitet fühlen, diese kleinen "kalten Blasen" als Zufallsprodukt abzustempeln. In den meisten Fällen mag das sogar stimmen. In mindestens einem Fall sollte man das allerdings tunlichst vermeiden. Blickt man in die Vergangenheit, tauchen nämlich beispielsweise über dem Nordatlantik, genauer über dem Seegebiet zwischen Neufundland, Island und Großbritannien, immer wieder vergleichbare Strukturen negativer Temperaturabweichung auf. Hier von einem Zufallsprodukt zu sprechen, wäre also ziemlich "verwegen".

"Was ist denn da bloß los?" Die Frage nach den Ursachen der völlig gegensätzlichen und zur globalen Erwärmung scheinbar im Widerspruch stehenden Entwicklung über dem Nordatlantik sorgt bei Klimawissenschaftlern schon lange für rauchende Köpfe. Es gibt verschiedene, teils auch sehr unterschiedliche Erklärungsansätze für dieses Phänomen. Allerdings bedarf es noch viel Forschungsarbeit, um der Ursache der nordatlantischen "Kaltluftblase" auf die Schliche zu kommen. Vor allem die Auswirkungen der Temperaturveränderungen über dem Nordatlantik auf das weltweite Klima- und Wettergeschehen bleiben noch völlig unklar.

Auch die Abteilung "Klima und Umwelt" des Deutschen Wetterdienst befasst sich mit dieser Problematik. Eine klimatologische Einordnung des Sommers 2015 sowohl für Deutschland und Europa als auch global wird im Laufe des Septembers folgen. In dieser wird dann auch auf die Rolle der Ozeane bei der derzeitigen Klimaentwicklung eingegangen.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

15.06.2015

Was haben Schafe und das Wetter miteinander zu tun?

Es gibt einige regelmäßig wiederkehrende "meteorologische Singularitäten", wie z.B. das "Weihnachtstauwetter" oder aber auch die "Schafskälte" im Juni. Was das Wetter mit den Schafen zu tun hat, erklären wir Euch heute hier an dieser Stelle:
Es gibt einige regelmäßig wiederkehrende "meteorologische Singularitäten", wie z.B. das "Weihnachtstauwetter" oder aber auch die "Schafskälte" im Juni. Was das Wetter mit den Schafen zu tun hat, erklären wir Euch heute hier an dieser Stelle:

Nun ja, auf den ersten Blick haben Schafe vielleicht nicht unbedingt etwas mit dem Wetter zu tun, aber Ihr habt ja sicher schon mal an dieser Stelle von sogenannten „meteorologischen Singularitäten“ oder auch „Witterungsregelfällen“ gelesen. Dabei handelt es sich um Wetterlagen, die zu bestimmten Zeiten im Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten. Sie weisen eine deutliche Abweichung von einem glatten Verlauf von Temperatur und/oder Niederschlag auf, was sich auch im vieljährigen Mittel widerspiegelt. Eine dieser Witterungsregelfälle ist die Schaf(s)kälte (der Duden kennt beide Varianten). 

Merkmal der Schafskälte ist, wie schon der Name suggeriert, ein kühler Witterungsabschnitt, der häufig Mitte Juni (oft wird der 10. bis 12. Juni angegeben) mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 80 % eintritt. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass dieser Zeitraum mit feuchter Witterung einhergeht, liegt hingegen bei 55 %. 

Da die Hirten traditionell zum Ende des Frühjahrs ihre Schafe scheren, kann es den frisch "rasierten" Schafen - je nach Intensität der Schafskälte - nun ziemlich kalt werden. Bei besonders kalten Temperaturen ist die Situation für die Tiere sogar durchaus gefährlich, weshalb Muttertiere und Lämmer erst nach dem Kälteeinbruch geschoren werden. 

Ursache der Schafskälte in Mitteleuropa ist ein Kaltluftvorstoß aus Norden oder Nordwesten. Zu diesem komme es, wenn sich Mitteleuropa am westlichen bzw. südwestlichen Rand eines Tiefdruckgebietes befindet, da auf der Nordhalbkugel der Wind entgegen dem Uhrzeigersinn in Richtung Tief weht. Aufgrund der unterschiedlich schnellen Erwärmung von Land- und Wassermassen ergeben sich bei solch einem Kaltluftvorstoß zumeist große Temperaturunterschiede im Einflussbereich des Tiefs. Im weiteren Verlauf des Sommers gleichen sich Land- und Wassertemperaturen zunehmend an, womit die Kaltluftvorstöße immer geringere Ausmaße haben. 

In den vergangen Tagen, also gerade im Zeitraum vom 10. bis 12. Juni, wurde es eher wärmer als kälter. Wenn man aber auf die kommenden Tage schaut, so stellt sich eine nordwestliche bis nördliche Strömung ein, die maritime Luftmassen polaren Ursprungs zu uns nach Deutschland führt. Das macht sich - insbesondere im Vergleich mit den teils heißen Höchstwerten vom Freitag (im Osten am Samstag)- in Form eines markanten Temperaturrückgangs bemerkbar. So hat die Kaltfront eines Tiefs über Schweden am heutigen Sonntag bereits den äußersten Norden und Nordwesten Deutschlands erreicht. Sie kommt aber nur langsam südwärts voran. In der Folge steigen die Höchstwerte im Norden nur auf 14 bis 21 Grad an, wobei es auf den Nordseeinseln am kältesten bleibt. Südlich einer Linie Berlin-Trier wird vielerorts noch einmal die 25-Grad-Marke überschritten, die die Schwelle zu einem "Sommertag" markiert.

Zu Beginn der neuen Woche sinkt das Temperaturniveau jetztüberall noch etwas. Auf den Nord- und Ostfriesischen Inseln werden 14 Grad erreicht, in Süddeutschland meist Werte um 22 Grad. Nur in der Oberrheinischen Tiefebene können es lokal noch einmal 25 Grad werden. Am Dienstag erwarten wir 14 bis 19 Grad, südlich des Mains auf 17 bis 22 Grad. Die nächtlichen Tiefstwerte liegen besonders im Norden und in der Mitte im einstelligen Bereich (in einigen "Kältelöchern", wie beispielsweise Quickborn in Schleswig-Holstein, lässt sich dabei örtlicher Bodenfrost nicht ganz ausschließen). Am Mittwoch und Donnerstag wird es dann voraussichtlich allgemein wieder etwas wärmer, "Sommertage" bleiben aber selbst am Oberrhein die Ausnahme. Die Schafskälte kommt also zum richtigen Zeitpunkt (je nach Definition ggf. etwas verspätet) und mit einem markanten Temperaturrückgang. Da aber das Temperaturniveau vorher hoch war, kann man wohl aber von "Schafskälte light" sprechen.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

23.04.2015

Die Erde "schwitzt" auch 2015

Mit Ausnahme einiger Regionen auf dem Atlantik wie Pazifik, die marginal zu kühl waren, waren der Januar bis März 2015 global extrem warm. "Richtig kalt" war es nur in einem dünnen Streifen an der Ostküste Nordamerikas. Grafik © NOAA
Mit Ausnahme einiger Regionen auf dem Atlantik wie Pazifik, die marginal zu kühl waren, waren der Januar bis März 2015 global extrem warm. "Richtig kalt" war es nur in einem dünnen Streifen an der Ostküste Nordamerikas. Grafik © NOAA

Aufmerksame Leser unserer Berichte und andere Interessierte werden sich sicherlich erinnern: Das Jahr 2014 war global gesehen hinsichtlich der Luft- und Wasseroberflächentemperatur das wärmste seit Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen. Nach einer Phase geringer Veränderungen im Zeitraum zwischen 2000 und 2013 ereignete sich ein neuer, deutlicher Erwärmungsschub. Die Antwort auf die Frage, ob es sich dabei nur um ein Strohfeuer handelte oder ob das Jahr 2014 ein neues Kapitel in der Geschichte der globalen Klimaerwärmung aufschlug, muss allerdings aus klimawissenschaftlichen Gründen vertagt werden. Die Tatsache, dass nun auch das Jahr 2015 weitere Wärmerekorde aufstellt, spricht aber eher für eine längerfristige Fortsetzung der beschleunigten Erwärmung.

Die US-amerikanische Wetter- und Ozeanographiebehörde (NOAA) stufte den März 2015 hinsichtlich der Lufttemperaturen als den wärmsten seiner Art seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahre 1880 ein. Die vorangegangenen Monate Januar und Februar sollen jeweils die zweitwärmsten in der 135 Jahre langen Geschichte gewesen sein. Die Kombination dieser durchaus als "extrem warm" zu bezeichnenden Monate ergibt nach Angaben der NOAA den wärmsten Jahresstart überhaupt. Nie war der Zeitraum von Januar bis März global gesehen also wärmer als in diesem Jahr.

Diese Erkenntnis steht in einem scheinbaren Konflikt mit dem extrem kalten und schneereichen Winter in den mittleren und östlichen Teilen Nordamerikas. Dabei handelte es sich aber um ein verhältnismäßig kleinräumiges Phänomen, das durch sehr präsente mediale Berichterstattung nur besonders im Fokus der Öffentlichkeit stand. Im überwiegenden Teil der Erde war es schlichtweg wärmer als man auf Grundlage vieljähriger Mittelwerte erwarten dürfte (siehe dazu die Grafik der Temperaturabweichungen, © NOAA).

Die Erde "schwitzt" also 2015 weiter und zeigt auch scheinbar Symptome in Form extremer Wetterereignisse, die alleine für den Monat März eine beeindruckend lange Liste ergeben. Da wären beispielsweise ungewöhnlich starke tropische Wirbelstürme, wie Zyklon "Pam", der auf Vanuatu (Südsee) für enorme Zerstörung sorgte, oder auch Taifun "Maysak", der mit hoher Wahrscheinlichkeit als die teuerste Naturkatastrophe in die Geschichte Mikronesiens eingehen wird. Dazu gesellen sich große Anomalien in der Niederschlagsverteilung. Regionen, die von einer anhaltenden Trockenheit heimgesucht werden (z. B. Kalifornien), stehen Regionen mit weit überdurchschnittlichen Niederschlagssummen (z. B. Flutkatastrophe in der chilenischen Atacamawüste) gegenüber. Die im März 2015 einen neuen Tiefststand erreichende Ausdehnung des arktischen Eisschildes gilt darüber hinaus als weiteres Indiz der vorangeschrittenen Erwärmung.

Der angespannte Blick der Klimaforscher richtet sich nun auf die Entwicklungen in der nahen Zukunft. Setzt sich die zuletzt starke globale Erwärmung der Luft und der Wasseroberflächen fort oder erlischt das Strohfeuer vorerst?

Erstellt mit Material des DWD

20.04.2015

Die weiße Gefahr

Eine (in diesem Falle schwache wie kleine) Lawine in den Alpen, auch besser bekannt als die "weisse Gefahr" birgt vor allem im Frühling mit die größten Gefahren! Wie sich Lawinen bilden und was man bei Skitouren jetzt zu beachten hat, das erläutern wir nachfolgend:
Eine (in diesem Falle schwache wie kleine) Lawine in den Alpen, auch besser bekannt als die "weisse Gefahr" birgt vor allem im Frühling mit die größten Gefahren! Wie sich Lawinen bilden und was man bei Skitouren jetzt zu beachten hat, das erläutern wir nachfolgend:

Die ersten Freibäder haben geöffnet, ringsum blüht und grünt die Pflanzenwelt und viele haben den Balkon oder die Terrasse schon fit für den Start in die Grill-Saison gemacht. Wer denkt da noch an schneebedeckte Skipisten und dicke Wintersocken? Wohl die wenigsten - für die meisten Wintersportler geht die Skisaison mit den Wintermonaten einher und endet allerspätestens an Ostern. Dabei können in einigen Skigebieten noch bis in den Mai hinein die Pisten unsicher gemacht werden; durch den schneereichen Winter können dort auch jetzt noch gute Schneebedingungen vorgefunden werden.

Die milden Temperaturen und die Kraft der Sonne führen zu dieser Jahreszeit aber nicht nur zu vielen roten Nasen auf der Piste, sondern auch zu einer erhöhten Lawinengefahr, deren Entstehung im Folgenden erläutert werden soll. 

Grundsätzlich wird zwischen zwei Arten von Lawinen unterschieden: Lockerschneelawinen, die von einem Punkt ausgehen und sich kegelförmig nach unten ausbreiten und Schneebrettlawinen, bei denen eine ganze Schneetafel linienförmig quer zum Hang anreißt und ins Rutschen kommt.

Erstere sind meist harmlos und führen nur selten zu Verschüttungen. Schneebrettlawinen können hingegen sehr groß und gefährlich werden. Ein genauso imposantes wie bedrohliches Naturschauspiel sind Staublawinen, bei denen Schnee aufgewirbelt und zerstäubt wird und ein Sog entsteht, der Schnee und Luft aus der Umgebung wie in einer Kettenreaktion nach sich zieht. Mit Geschwindigkeiten von über 300 km/h können große Schäden angerichtet werden.

Es gibt einige Faktoren, die die Lawinenbildung beeinflussen. So sind nicht nur meteorologische Parameter wie Niederschlag, Wind und Temperatur entscheidend, sondern auch die Beschaffenheit der Schneedecke, das Gelände und nicht zuletzt der Mensch selbst. Beispielsweise führt Neuschnee in Kombination mit Wind zu einer erhöhten Lawinengefahr, genauso wie eine schnelle und markante Erwärmung.

Um zu verstehen, warum sich eine Schneeschicht lösen und eine Lawine verursachen kann, muss man wissen, dass eine Schneedecke als Folge von verschiedenen Niederschlagsereignissen geschichtet ist und praktisch die Geschichte des ganzen Winters erzählt. Ganz unten am Boden liegt der erste Schnee vom Herbst und an der Oberfläche der letzte Neuschnee, wobei die jeweilige Schneeoberfläche von zwischenzeitlichen Schönwetterperioden beeinflusst wird. Sind die einzelnen Schneeschichten fest miteinander verbunden, ist die Lawinengefahr gering. Hat sich die Schneeoberfläche jedoch ungünstig umgewandelt (z.B. durch Oberflächenreif) oder konnte sich während eines starken Schneefalls der Schnee nicht genügend verfestigen und sich mit der darunter liegenden Schneeschicht verbinden, so kann es zu einem Bruch innerhalb der Schneedecke kommen. Dadurch können sich entweder spontan oder künstlich, also von einem Schneesportler verursacht, große Hangteile ablösen.

Die derzeit größte Gefahr in den Alpen geht von sogenannten Nassschneelawinen aus, die als Schneebrett oder als Lockerschneelawine anbrechen können. Flüssiges Wasser in der Schneedecke (z.B. durch Regen oder schmelzenden Schnee) schwächt die Bindungen an den oben erwähnten Schichtgrenzen markant. Diese Nassschneelawinen entstehen vor allem im Frühjahr, nach einer tageszeitbedingten Erwärmung oder Regenfällen.

Zwar kann der Schichtaufbau der Schneedecke als Folge des Wetters heute recht genau mit Computermodellen berechnet werden, aber die noch ungenügend bekannten Brucheigenschaften von Schnee und die räumliche und zeitliche Variabilität der Schichteigenschaften erschweren eine exakte Prognose von Ort und Zeitpunkt eines Lawinenniedergangs. 

Wenn Sie in den nächsten Tagen also eine Skitour oder eine andere Aktivität abseits der Piste geplant haben, informieren Sie sich über die aktuelle Lawinensituation, seien Sie richtig ausgerüstet und stets achtsam. 

Oder Sie beschränken Ihre sportlichen Aktivitäten hierzulande auf das eingangs erwähnte "angrillen". Das sonnige Hochdruckwetter in den nächsten Tagen und steigende Temperaturen machen es zumindest möglich...

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

13.04.2015

Frühjahrstrockenheit auch in diesem Jahr: Kaum Regen in Sicht

Über zu wenig Sonnenschein konnten wir uns im Frühjahr 2015 bislang nicht beschweren. Sehr wohl aber über die Trockenheit, die in den letzten Jahren auffallend oft in Mitteleuropa aufgetreten ist. Ein Klimatrend ist das aber noch nicht.
Über zu wenig Sonnenschein konnten wir uns im Frühjahr  2015 bislang nicht beschweren. Sehr wohl aber über die Trockenheit, die in den letzten Jahren auffallend oft in Mitteleuropa aufgetreten ist. Ein Klimatrend ist das aber noch nicht.

Dass sich in dieser Woche über Mittel- und Teilen Südeuropas erneut ein Hochdruckgebiet aufbaut, war absehbar. Es wird auch in Deutschland für frühlingshaft warmes und sonnenscheinreiches Wetter sorgen. Diese Wetterlage hat allerdings ihre Schattenseiten, denn dadurch bleibt der von der Natur dringend benötigte Niederschlag weitgehend aus.

Nach einem niederschlagsreichen Januar, gestalteten sich die Monate Februar und März in Deutschland vergleichsweise niederschlagsarm. Im Februar fielen mit Ausnahme des Nordwestens deutschlandweit kaum 50 Prozent des normalerweise zu erwartenden Monatsniederschlages. Auch der März war über weite Strecken zu trocken. Erst zum Monatsende brachte eine Serie von Sturmtiefs einiges an Regen, so dass das Niederschlagsdefizit zumindest im Norden und Osten Deutschlands größtenteils ausgeglichen werden konnte. 

Ähnlich wie der März war auch der April in Deutschland bisher überwiegend durch Hochdrucklagen geprägt. Die Niederschlagsbeobachtungen zeigen, dass vielerorts bisher nicht mal ein Viertel des vieljährigen Niederschlagsmittels für den Monat April erreicht worden ist, obwohl bereits fast die Hälfte des Monats vorüber ist. 

Die "Frühjahrstrockenheit" im April ist in den letzten 10 Jahren öfter aufgetreten. So wurden im Jahr 2010 bundesweit nur 39%, im Jahr 2011 48% des vieljährigen Mittels erreicht. Spitzenreiter ist aber eindeutig das Jahr 2007. Damals wurden im April nur 6% der zu erwartenden Regenmenge registriert. Einen langfristigen Trend kann man daraus aber noch nicht ableiten. 

Das überwiegend trockene Wetter äußert sich in den nächsten Tagen auch anhand einer Erhöhung des Waldbrand-Gefahrenindexes (WBI), der vom Deutschen Wetterdienst ermittelt wird. Dieser Index beinhaltet das meteorologische Potenzial für die Gefährdung eines Waldes durch einen Brand. Er gibt nicht die Waldbrandwarnstufe an! Diese wird von Landes- oder örtlichen Behörden auf der Basis des Witterungsverlaufs und des WBI´s festgelegt. Bei der Ermittlung des WBI gehen beispielsweise meteorologische Elemente wie die Lufttemperatur, relative Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit und Niederschlagssumme ein.Schaut man sich den aktuellen Stand des WBI an (zu finden unter www.dwd.de/waldbrand), so sind im Osten Deutschlands schon jetzt Regionen vorhanden, in denen die Stufe vier der Waldbrandgefahrenstufe und somit eine hohe Gefahr erreicht wurde. Die Entwicklung des WBI für die nächsten Tage zeigt nahezu in ganz Deutschland einen Anstieg auf die Waldbrandgefahrenstufe drei, was einem mittleren Gefahrenpotenzial entspricht. 

Aufgrund des anhaltenden Hochdruckeinflusses wird sich bis zur Monatsmitte am kommenden Mittwoch an der bisherigen Niederschlagsstatistik des diesjährigen Aprils kaum etwas ändern. Tiefdruckgebiete mit nennenswertem Regen ziehen in einem weiten Bogen um uns herum und bringen vor allem dem Norden Europas wechselhaftes Wetter. Erst gegen Ende der Woche könnte es in Verbindung mit dem Frontensystem eines Tiefs mit Kern über Frankreich und Großbritannien hierzulande vorübergehend zu Niederschlägen kommen. Flächendeckende und ausreichend anhaltende Niederschläge sind aber nach jetzigem Stand auch dann nicht zu erwarten. Nachfolgend gelangen wir voraussichtlich erneut unter Hochdruckeinfluss, so dass sich die trockene Witterung fortsetzen könnte. 

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

02.03.2015

Wettervorhersage vs. Jahreszeitenvorhersage

Das saisonale Vorhersagemodell des EZMW (Europäisches Zentrum für Mittelfristige Wettervorhersage) geht in diesem Jahr davon aus, dass das Frühjahr eher etwas zu warm als zu kalt oder normal ausfällt. Letztlich ist das aber keine Sonnengarantie - es kann genauso "feuchtwarm" werden.
Das saisonale Vorhersagemodell des EZMW (Europäisches Zentrum für Mittelfristige Wettervorhersage) geht in diesem Jahr davon aus, dass das Frühjahr eher etwas zu warm als zu kalt oder normal ausfällt. Letztlich ist das aber keine Sonnengarantie - es kann genauso "feuchtwarm" werden.

Gestern am Sonntag war der 1. März - meteorologischer Frühlingsanfang! Wie wird denn nun das Wetter im Frühling? Eher wonnig warm mit ersten Sommergrüßen oder doch garstig kalt mit verspäteten Wintereinbrüchen? Derzeit erleben wir ja den eher wechselhaften und wenig angenehmen Start in das Frühjahr. Damit dürften sich - nicht nur wegen der für viele eher unerfreulichen Vorhersage - die wenigsten zufriedengeben. Eine langfristige Prognose des Wetterablaufes ist durchaus erwünscht. Inwiefern wir Meteorologen diesem Wunsch nachkommen können, versuchen wir heute Euch schmackhaft zu machen:

Die Wettervorhersage: Eine Momentaufnahme sich ständig verändernder atmosphärischer Bedingungen

Die Wettervorhersagen, so, wie man sie aus dem Internet, dem Fernsehen, der Zeitung oder auch direkt aus erster Hand vom Deutschen Wetterdienst kennt, basieren in der Regel auf Berechnungen von Computermodellen. Diese aus komplizierten mathematisch-physikalischen Gleichungen bestehenden Wettermodelle prognostizieren atmosphärische Bedingungen, also auch Luftdruck, Niederschlag, Temperatur und vieles mehr. Die Gleichungen beschreiben ein komplexes System physikalischer Prozesse, das sich durch eine meist hohe und sehr kurzfristige Variabilität auszeichnet, sich also ständig verändert. Eine Folge der chaotischen Natur der Atmosphäre, die letztendlich auch den Wettermodellen ihre Grenzen aufzeigt. So ist eine seriöse Vorhersage des Wetterzustandes "nur" über 3 bis 5 Tage möglich. Trendaussagen lassen sich, je nach Wetterlage, auch über einen etwas längeren Zeitraum anstellen, selten aber über 10 Tage hinaus.

Eine Prognose des genauen Wetterablaufs mehrerer Monate, beispielsweise durch die Angabe des täglichen Temperaturverlaufes oder des Eintretens von Niederschlagsereignissen, ist schlichtweg unmöglich. War es das jetzt schon mit einer Frühlingsprognse? Nicht ganz ...

Die Jahreszeitenvorhersage: Statistische Zusammenfassung des Wetterablaufs einer Jahreszeit

Denn fernab der "handelsüblichen" Wettervorhersagen besteht die  Möglichkeit einer Jahreszeitenvorhersage. Diese beruht auf Klimamodellen, die, genau wie Wettermodelle, auch aus einer Vielzahl an Gleichungen bestehen. Allerdings rücken hier vornehmlich Komponenten physikalischer Prozesse in den Vordergrund, die eine längerfristige Variabilität aufweisen, sich also viel langsamer verändern. Dazu zählen insbesondere auf globaler Ebene stattfindende und sich auf Ozeane und die Atmosphäre auswirkende Phänomene wie die "El Nino Southern Oscillation". Durch Analyse und Vorhersage dieser Phänomene (die Rechenzeit beträgt teilweise mehr als zwei Wochen) lassen sich Aussagen über die im Mittel im Vorhersagezeitraum vorherrschenden atmosphärischen Bedingungen ableiten. Es handelt sich also nicht um eine Angabe des genauen Wetterablaufs, sondern eher um eine statistische Zusammenfassung dessen. 

So bietet zum Beispiel der Deutscher Wetterdienst auf Basis des saisonalen Vorhersagemodells des EZMW (Europäisches Zentrum für Mittelfristige Wettervorhersage) eine Jahreszeitenprognose des Temperaturmittels an. Dabei werden Wahrscheinlichkeiten dafür berechnet, ob das Temperaturmittel im Vergleich zu einem vieljährigen Mittel zu warm, normal oder zu kalt ausfällt. Die aktuelle Prognose favorisiert ein zu warmes Frühjahr (45%), während ein normales (30%) bzw. ein zu kaltes (25%) als unwahrscheinlicher gesehen wird (siehe Grafik, © DWD). Wird dieses Ergebnis durch nachfolgende Modelldurchläufe bestätigt, kann dies ein erster "Fingerzeig" sein.

Davon abgesehen, dass auch die Vorhersage eines Klimamodells mit einer gewissen und nicht außer Acht zu lassenden Unsicherheit behaftet ist, heißt ein "zu warmes" Frühjahr nicht, dass durchweg angenehm mildes Wetter zu erwarten ist. Eine Jahreszeitenvorhersage ist eben keine Wettervorhersage. Der genaue "Fahrplan" des Wettergeschehens steht noch sprichwörtlich in den Sternen.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

16.02.2015

Der Golfstrom - Die Heizung Europas

Palmen an der Nordküste von Schottland? Ja, die gibt es, wie unser Bild aus Tongue (58° Grad 35' min Nord) es beweist. Zu verdanken hat Schottland sein für diese nördlichen Breiten recht mildes Klima dem Golfstrom, der warmes Meereswasser von den Tropen bis ins Nordpolarmeer verfrachtet.
Palmen an der Nordküste von Schottland? Ja, die gibt es, wie unser Bild aus Tongue (58° Grad 35' min Nord) es beweist. Zu verdanken hat Schottland sein für diese nördlichen Breiten recht mildes Klima dem Golfstrom, der warmes Meereswasser von den Tropen bis ins Nordpolarmeer verfrachtet.

1513 entdeckte der spanische Seefahrer Ponce de Leon vor der Küste Floridas eine starke oberflächennahe Strömung, die seinen Schiffen das Vorwärtskommen nach Westen erheblich erschwerte. Als Golfstrom wird in der Öffentlichkeit das Strömungssystem des Ozeans genannt, was vom Golf von Mexiko bis an die Küste Norwegens reicht und Europa sein außerordentlich mildes Klima verdankt. Er ist entlang der Ostküste der USA nur etwa 100 km breit und seine Strömungsgeschwindigkeit liegt bei 6 km/h. Östlich von Neufundland teilt sich der Golfstrom. Der nördliche Ast zeigt in Richtung Nordmeer und reicht mit einer Randströmung bis in die Nordsee. Der südliche Ast weist zu den Kanaren. Der nördliche Ausläufer des Golfstroms ist dabei in der Fachsprache auch als Nordatlantikstrom bekannt. 

Auf seinem Weg nach Norden transportiert der Golfstrom erhebliche Mengen an warmem Wasser aus subtropischen Breiten Richtung Europa. In der Karibik ist das Wasser bis zu 30 °C warm, am Nordende des Golfstroms, vor Neufundland immerhin noch 20 °C. Hier trifft er auf den kalten Labradorstrom und verliert dadurch an Stärke. Die Wassertemperaturen sind jedoch vor Irland und Schottland noch warm genug, sodass dort im Küstenbereich Palmen gedeihen. 

Angetrieben wird der Golfstrom als warme Oberflächenströmung indirekt hauptsächlich durch den Wind. Durch den Nordostpassat vor Afrika wird das Oberflächenwasser von der afrikanischen Küste weg nach Westen in Richtung Karibik getrieben. Durch die Corioliskraft (Rechtsablenkung von bewegten Gegenständen und Flüssigkeiten auf der Nordhalbkugel durch Erdrotation) wird das Wasser nordwestlich in den Golf von Mexiko gepresst. Die dort aufgestauten Wassermassen suchen sich einen Ausweg durch die enge Straße von Florida nach Norden, wo sie durch die Westwinde der mittleren Breiten wieder nach Osten geführt werden.

Als ein weiterer Antriebsmechanismus gilt zudem die Anbindung an das globale Förderband an Ozeanströmungen (Thermohaline Zirkulation). Das Strömungssystem des Nordatlantiks ist allerdings nur ein Teil eines globalen maritimen Strömungssystems, des globalen Förderbands, das in einem System von Oberflächen- und Tiefenströmungen Wasser durch vier Ozeane transportiert. Der Grund für dieses weltumspannende Strömungssystem der Ozeane liegt in den Dichteunterschieden der verschiedenen Wassermassen. Auf seinem Weg durch Tropen und Subtropen verdunstet durch die Sonneneinstrahlung sehr viel Wasser, wodurch sich der Salzgehalt und die Dichte erhöhen. Als Nordatlantikstrom erwärmt das Wasser in höheren Breiten die Atmosphäre und kühlt dadurch stark ab, was eine weitere Dichteerhöhung mit sich bringt. Diese wird schließlich von der Meereisbildung zusätzlich erhöht, was dazu führt, dass zwischen Grönland, Norwegen und Island sowie in der Neufundland-See riesige Wassermassen in die Tiefe sinken. An der Oberfläche muss entsprechend Wasser nachfließen. Weitere Informationen können Sie auch der Graphik unter "mehr" auf der rechten Seite entnehmen.

Derzeit herrschen im Golf von Mexiko Wassertemperaturen von 20 bis 28 Grad. In der Straße von Florida ist es mit 26 Grad auch noch sehr warm. Auf dem Weg nach Norden und Osten sinkt die Temperatur jedoch deutlich ab. Vor Neufundland werden meist nur noch zwischen 2 und 10 Grad erreicht. Am Ausgang der Labradorsee liegt die Wassertemperatur bei Werten um 2 Grad noch niedriger. Da fühlen sich die derzeitigen 8 bis 12 Grad vor Irland und den Britischen Inseln schon wieder angenehm mild an.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

10.02.2015

Klimafaktor Vulkanausbruch

Der Vulkan Eyjafjallajökull auf Island. Er brachte im Frühling 2010 den Flugverkehr über Europa gehörig durcheinander - nicht aber das Klima. Dafür braucht es Kaliber a la dem Pinatubo auf den Philippinen, wie 1991 geschehen.
Der Vulkan Eyjafjallajökull auf Island. Er brachte im Frühling 2010 den Flugverkehr über Europa gehörig durcheinander - nicht aber das Klima. Dafür braucht es Kaliber a la dem Pinatubo auf den Philippinen, wie 1991 geschehen.

Sie finden mal mehr, mal weniger Beachtung durch die internationale Medienlandschaft - und doch sind sie allgegenwärtig: weltweit stattfindende Vulkanausbrüche. Einigen wird bekannt sein, dass Vulkanausbrüche das globale, wie auch manchmal das regionale Klima temporär beeinflussen können. Nun stellt sich die Frage, wann ein Vulkanausbruch für eine bestimmte Zeit zu einem entscheidenden Klimafaktor wird und wann nicht. Sowohl die Vulkane selbst als auch die durch sie verursachten Eruptionen, also ein Vulkanausbruch und der damit verbundene Ausstoß von Lava, Gestein, Gasen oder Asche, sind zum Teil sehr verschiedenartig.

Ausgangspunkt für die Überlegungen soll die durch die Eruptionen in die Atmosphäre hinaus gestoßene Materie sein. Ein Teil dieser Substanzen verändert nämlich die sogenannte Strahlungsbilanz des Systems Erde-Atmosphäre, in dem sie Sonnenlicht reflektieren oder absorbieren und so verantwortlich für Temperaturveränderungen sind. Jeder Vulkan stößt bei einer Eruption potenziell strahlungswirksame Stoffe aus. Entscheidend dafür, ob ein Vulkanausbruch nun auch klimawirksam wird, ist neben der Menge des Auswurfs auch dessen Verweilzeit in der Atmosphäre.

Während ein Ausbruch bei sogenannten "effusiven Vulkanen" mit einem eher ruhigen Ausfließen von Lava und weniger mit einem Ausstoß von Gasen und Asche in die Atmosphäre verbunden ist, geschieht bei einem Ausbruch eines "explosiven Vulkans" ein gewaltiger Ausstoß von Gesteinsmaterial und Gas bis in große Höhe (in Extremfällen über 30 km). Eine große Verweilzeit der ausgestoßenen Stoffe wird dann erzielt, wenn sie die Tropopause "durchstoßen" und in die Stratosphäre gelangen, wo sie durch die großräumigen Luftzirkulationen binnen weniger Monate über den gesamten Globus verteilt werden. Dort können sie schließlich bis zu mehreren Jahren verweilen und die Strahlungsbilanz fortwährend beeinflussen, bevor sie allmählich wieder durch die Tropopause in der Troposphäre sedimentieren. Im Gegensatz zur Stratosphäre, wo ein Massenaustausch in der Senkrechten deutlich geringer ist, werden die Stoffe dort schnell wieder "ausgewaschen" (z. B. durch Regen) oder sinken alleine durch ihr Eigengewicht relativ schnell wieder zu Boden.

Eine direkte Beeinflussung der Strahlungsbilanz vollziehen die Sulfat-Aerosole. Das sind winzige feste Teilchen, die innerhalb etwa eines Monats durch chemische Reaktionen aus den eruptiv freigewordenen Schwefelgasen entstehen. Sulfat-Aerosole haben die Eigenschaft, Sonnenlicht effektiv zurück in den Weltraum zu reflektieren. Dadurch kommt am Erdboden weniger Sonnenlicht an und es kühlt dort stärker ab. Der ebenfalls bei einem Vulkanausbruch ausgestoßene Ruß, ein pulverförmiger, aus vorwiegend Kohlenstoff bestehender Feststoff, absorbiert das Sonnenlicht dagegen in der Stratosphäre und gibt die aufgenommene Energie in Form von "Wärme" wieder frei. Somit steigt die Temperatur in direkter Umgebung des Rußes im Bereich der unteren Stratosphäre an, während darunter, so auch in Erdbodennähe, durch die abgeschwächte Sonneneinstrahlung eine weitere Abkühlung eintritt.

Darüber hinaus kann es durch die infolge des Vulkanausbruches räumlich mitunter sehr unterschiedliche Verteilung der strahlungswirksamen Aerosole zu einer differenziellen Aufheizung und Auskühlung der Atmosphäre kommen. Daraus resultierende Dichteunterschiede der Luft führen zu Luftbewegungen, die die großräumigen Luftzirkulationen zunächst nur in der Stratosphäre, mit einer gewissen Verzögerung aber auch in der Troposphäre beeinflussen.

Es liegt auf der Hand, dass einige Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit ein Vulkanausbruch auch wirklich zu einer Klimaveränderung auf globaler und regionaler Ebene führt. Es verwundert daher auch nicht, dass nur wenige Vulkane dafür verantwortlich sind, eine klimawirksame Eruption hervorzubringen. Zuletzt war dies Pinatubo (Philippinen) im Jahre 1991. Seine Eruption ging mit einem 35 Kilometer hohen Ausstoß von Asche und Gasen einher. In den zwei Jahren nach seinem Ausbruch kühlte es in manchen Regionen im Mittel um bis zu zwei Grad ab. Weder die letzten Ausbrüche eines Bardarbunga, noch eines Eyjafjallajökull (beide auf Island) konnten Pinatubo diesbezüglich das Wasser reichen und waren daher nicht klimawirksam.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

06.02.2015

Die Flüsse der Atmosphäre

Flüsse - die gerne einmal Hochwasser führen. Doch auch die Atmosphäre ist "im Fluss" - und führt immer wieder ziemlich viel Wasser. Dies erläutern wir nachfolgend:
Flüsse - die gerne einmal Hochwasser führen. Doch auch die Atmosphäre ist "im Fluss" - und führt immer wieder ziemlich viel Wasser. Dies erläutern wir nachfolgend:

Flüsse sind uns allgemein als Gewässer bekannt, die sich mal ruhig und still, mal mit tosender Gewalt durch Städte und Landschaften schlängeln. Mal bieten sie dem vom Lärm gestressten Stadtbewohner Ruhe und Erholung, mal nehmen sie mit zerstörerischer Gewalt Eigentum und fordern im schlimmsten Fall auch Menschenleben. Der blanken Definition nach handelt es sich bei einem Fluss um ein linienhaft fließendes Gewässer auf der Landoberfläche und um es noch genauer zu definieren: Es handelt sich um ein Fließgewässer mit einer bestimmten Strömungsgeschwindigkeit. Und der Begriff "Strömung" ist ein essenzieller Punkt, wenn wir uns von den uns bekannten Flüssen auf der Landoberfläche abwenden und uns den Flüssen der Atmosphäre zuwenden. 

Dabei ist der Begriff eigentlich recht schnell erklärt. In der Atmosphäre findet jeden Tag wiederholt ein Feuchtestrom von den (sub-) tropischen Bereichen nach Norden in die mittleren Breiten statt. Dies wird durch rege Tiefdruckaktivität gefördert, die für das Vermischen der unterschiedlich temperierten Luftmassen mit variablem Feuchtegehalt verantwortlich ist. So kann man sich ein Tiefdruckgebiet als ein Zusammenspiel mehrerer "Förderbänder", (engl. "conveyor belts") vorstellen. Im "warmen Förderband", vorderseitig der Kaltfront, wird die warme und feuchte Luft nach Norden transportiert. Dies geschieht in vielen Fällen relativ unspektakulär, da die Tiefdruckgebiete nicht immer die notwendige Nord-Süd Ausdehnung erreichen, um Luftmassen aus dem tropischen Süden "anzuzapfen". Doch dies ist eben besonders bei marinen Tiefdruckgebieten manchmal der Fall, wo fehlende Landreibung und beständige Feuchtezufuhr langlebige und teils sehr intensive Tiefdruckentwicklungen ermöglichen. 

Wenn nun solch ein Tief (bezogen auf die Nordhemisphäre) auf seiner Vorderseite Luftmassen (sub-) tropischen Ursprungs nach Norden führt, dann wird dieser Feuchtestrom in Wasserdampfbildern der Wettersatelliten und in den diversen Wettermodellen als ein schmales, markantes Feuchteband sichtbar. Da wir uns bei einem wissenschaftlichen Thema befinden, verwundert es nicht, dass auch hierfür bestimmte Kriterien erstellt wurden, ab wann man von einem "Atmosphärenfluss" spricht: Eine Feuchtezunge mit rund 2000 km Länge und 300-600 km Breite (Quelle: Newell et al. 1992). Doch es geht auch herzhafter, was vonseiten der Nordamerikaner eingeführt wurde:  z.B. "Ananasexpress", um der Herkunft der Luftmasse von Hawaii Rechnung zu tragen, die über den Nordpazifik an die Westküste der USA geführt wird.

Auch wir in Europa erleben immer wieder solche "Flüsse", die vor allem den Westen Europas wie die Iberische Halbinsel, Irland, England, Schottland und Norwegen heimsuchen können. Bisher gab es dafür in unseren Breiten noch keine entsprechende Namensnennung. Die aktuelle Entwicklung lässt sich unter http://tropic.ssec.wisc.edu/real-time/mimic-tpw/global/main.html nachverfolgen.

Was macht nun diese "Flüsse" so interessant und auch gefährlich? Sie stellen einen konzentrierten Feuchtetransport innerhalb der untersten 3-4 km über Grund dar, wo extrem viel Feuchtigkeit nach Norden transportiert wird. Begleitet wird dieser Feuchtetransport von sehr starken Winden, die entlang einer Kaltfront häufig anzutreffen sind. Gelangt nun solch ein "Fluss" an Land und stellt sich ihm dort auch noch ein Gebirge in den Weg, dann muss mit sehr ergiebigen Regenfällen gerechnet werden, die auch mal mehrere Tage andauern können. Zudem sorgt die herangeführte sehr warme Luft dafür, dass die Schneefallgrenze außergewöhnlich hoch liegt und somit die Flüssigkeit auch nicht als Schnee in den Bergen gebunden werden kann. Das alles sind hervorragende Bedingungen für einen erhöhten Abfluss und Überschwemmungsgefahr. Wie ausgeprägt diese Gefahr ist, hängt natürlich auch davon ab, wie schnell sich so ein "Atmosphärenfluss" verlagert. 

Diverse Untersuchungen haben gezeigt, dass die größten Flutkatastrophen, z.B. in Kalifornien, USA, in England oder Norwegen, eng mit solchen "Atmosphärenflüssen" verknüpft waren. Die Vorhersage dieser Phänomene stellt daher ein großes Interesse der Wissenschaft dar, sind doch die Auswirkungen bisweilen extrem. Doch diese "Flüsse" sind nicht selten auch wichtige Regenspender für aride Küstengebiete und bei längerem Ausbleiben sind Trockenheit und Dürre die Folge (u.a. sichtbar an der momentan noch andauernden Dürre in Kalifornien).

Am 16. Januar 2015 wurde eine 2 Monate andauernde Messkampagne im Nordostpazifik begonnen, die unter dem Namen "CalWater 2015" u.a. intensiv solche "Atmosphärenflüsse" untersuchen soll (nähere Informationen zu finden unter: www.esrl.noaa.gov/psd/calwater/). Dabei werden von der Luft (mit Hilfe von Messflugzeugen), von Schiffen und von Land aus diverse Messungen unternommen, um die Vorhersager dieser Phänomene auch weiter zu verbessern.

Und es zeigt sich, dass die Kampagne vom "Wetterglück" verfolgt ist, denn momentan ist ein markanter "Ananasexpress" in vollem Gange, der Teilen der Westküste (Südwesten Oregons und dem Norden Kaliforniens) heftige Regenfälle beschert. Dabei werden besonders in den Bergregionen vonseiten der Modelle Niederschlagsmengen von 250-300 l/qm innerhalb mehrerer Tage gezeigt, was schon beachtenswert ist. Vor allem in weiten Teilen Kaliforniens wird dieses Ereignis wieder einen schmalen Grat betreten zwischen Überschwemmungen und sehnlichst erwartetem Regen in den dürregeplagten Regionen. Große Ereignisse können jedoch noch weitaus intensivere Niederschläge hervorrufen, wie z.B. ein Ereignis vom 18 bis 21. Januar 2012, wo in denselben Gebieten binnen 3 Tagen teils mehr als 600 l/qm Niederschlag fielen. Im Nordwesten Englands sorgte solch ein Ereignis am 19. November 2009 für erhebliche Überschwemmungen, nachdem regional über 150 l/qm binnen 3 Tagen gefallen waren.

Wie viel "Wasser" bis zum nächsten Ereignis in Westeuropa noch den sprichwörtlichen "Fluss hinunterfließen" wird, kann aus heutiger Sicht nicht gesagt werden, aber ein Blick auf die aktuellen Wetterkarten zeigt, dass solch ein Ereignis bei uns in nächster Zeit nicht zu erwarten ist. Aus diesem Blickwinkel lässt sich die kalte Luft aus Norden doch sicherlich noch besser ertragen.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

16.01.2015

Nach der Ebbe ist vor der Flut

Das Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie ist in Hamburg direkt neben dem Seewetteramt oberhalb der Landungsbrücken an der Elbe. An den Landungsbrücken am „Alten Elbtunnel“ wird auch der Pegel der Elbe gemessen, an dem Ebbe und Flut registriert und die Wasserstandsmeldungen bei Sturmfluten in der Hansestadt erfasst werden.
Das Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie ist in Hamburg direkt neben dem Seewetteramt oberhalb der Landungsbrücken an der Elbe. An den Landungsbrücken am „Alten Elbtunnel“ wird auch der Pegel der Elbe gemessen, an dem Ebbe und Flut registriert und die Wasserstandsmeldungen bei Sturmfluten in der Hansestadt erfasst werden.

Europa wird derzeit von einer Sturmserie heimgesucht. Die Stürme DANIEL und ELON haben bereits größere Schäden angerichtet. Aktuell haben wir es mit dem Sturmtief HERMANN zu tun, dessen Zentrum heute vor Bergen in der Mitte Norwegens liegt und vor allem über Schottland wieder für Orkanböen sorgt und die Nordsee wieder mal auf die Deutsche Bucht drückt.

Doch nicht nur die Sturmböen sorgen für Schäden. Eine weitere Gefahr, die bei Stürmen besteht, ist das Auftreten einer Sturmflut. Eine Sturmflut entsteht, wenn starker auflandiger Wind den Wasserstand deutlich erhöht. Meist ist dies der Fall, wenn ein kräftiges Sturmtief mit auflandigen Winden und der Flut zusammentrifft.

Doch wie entstehen Ebbe und Flut? Ebbe und Flut entstehen durch die Gezeitenkräfte. Das System Erde und Mond rotiert um einen gemeinsamen Schwerpunkt, der innerhalb der Erde liegt. Auf der dem Mond zugewandten Seite wirkt die Gravitationskraft (Anziehungskraft) des Mondes, wodurch dort das Wasser "angehoben" wird und ein Flutberg entsteht. Auf der gegenüberliegenden, dem Mond abgewandten Seite der Erde wirkt die Zentrifugalkraft (Fliehkraft) durch die Rotation des Systems Erde-Mond auf das Wasser. Sie ist genauso groß wie die Gravitationskraft des Mondes, was auch hier zu der Entstehung eines Flutberges führt. Zwischen den 2 Flutbergen senkt sich der Meeresspiegel. Dort herrscht Ebbe. Eine Umrundung der Erde durch den Mond dauert knapp 25 Stunden. In dieser Zeit gibt es somit an fast allen Küsten jeweils zwei Mal Ebbe und Flut (Hoch- und Niedrigwasser). Man spricht auch von Gezeiten oder Tide.

Auf die Höhe des Hochwassers bei Flut hat die Sonne einen Einfluss. Steht das System Sonne, Mond und Erde nahezu in einer Linie, was bei Neumond und Vollmond der Fall ist, so wirkt zusätzlich zu der Gezeitenkraft des Mondes noch die Gezeitenkraft der Sonne auf die Flutberge. Dadurch steigt die Flut etwas höher. Man spricht auch von einer Springflut. Stehen Sonne, Erde und Mond etwa in einem rechten Winkel zueinander, was bei Halbmond der Fall ist, dann wirken die Gezeitenkräfte der Sonne der des Mondes entgegen, wodurch sich Ebbe und Flut abschwächen. Es kommt zu einer Nippflut.

Von einer Sturmflut wird erst gesprochen, wenn der Tidenhöchststand das mittlere Tidenhochwasser (Hochwasser bei Flut) um 1,5 m überschreitet. Ab 2,5 m handelt es sich um eine schwere, ab 3,5 m um eine sehr schwere Sturmflut. Eine Springflut verstärkt eine Sturmflut noch etwas. Je länger die Winde auflandig wehen, desto stärker fällt die Sturmflut aus.

Die Nordseeküste ist besonders anfällig für Sturmfluten, unter anderem, da sie relativ flach ist und die Flussmündungen in der regen eine Trichterform haben, in die das Wasser bei Nordweststurm hineingedrückt wird. Die stärkste bisher gemessene Sturmflut war in Hamburg am 3. Januar 1976, gefolgt von der Sturmflut vom 6. Dezember 2013, die durch Orkantief XAVER verursacht wurde. Die Flutkatastrophe von 1962, bei der es in Hamburg 315 Todesopfer gab, liegt auf Platz 10. Allerdings waren damals die Deichanlagen nicht so gut befestigt und somit konnte elbabwärts schon viel Wasser abfließen und verhinderte einen noch höheren Wasserstand in Hamburg. Warnungen vor Sturmfluten für die Deutschen Küsten gibt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie aus.

Nähere Informationen erhält man auf der Seite des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie unter www.sturmflutwarnungen.de.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

14.01.2015

Schnell wie der Wind

Man sieht es dem Foto nicht an - aber es entstand in der Haute Provence im Mai 2013, als der MISTRAL mit über 100 km/h durch das Rhonetal pfiff. Ursache war Polarluft aus Norden, die dem Mittelmeer entgegen strömt.
Man sieht es dem Foto nicht an - aber es entstand in der Haute Provence im Mai 2013, als der MISTRAL mit über 100 km/h durch das Rhonetal pfiff. Ursache war Polarluft aus Norden, die dem Mittelmeer entgegen strömt.

"Passat", "Scirocco", "Mistral", "Bora" oder "Vento" - das sind alles Begriffe  für...? Richtig: Für Winde!

Wind war in Deutschland in den letzten Wochen ein häufiges Thema: Die Sturmtiefs DANIEL, ELON, FELIX und GUNTER zogen wie auf einem Fließband vom Atlantik in Richtung Nordosteuropa und brachten stürmisches Wetter, zum Teil auch Orkanböen mit sich. Auch aktuell haben wir es wieder mit viel Wind zu tun - derzeit ist es das Tief HERMANN, das uns bis zum morgigen Donnerstag in weiten Landesteilen eine frische Brise um die Nase weht.

Neben der atmosphärischen Zirkulation (zu der auch die Passatwinde gehören), die im Wesentlichen durch die unterschiedlich starke Erwärmung der Erde am Äquator und an den Polen entsteht, gibt es eine Reihe von kleinräumigeren Windsystemen, die in verschiedenen Gebieten auftreten und die auf unterschiedliche Entstehungsmechanismen zurückzuführen sind:

Allgemein bekannt ist beispielsweise der Föhn, der beim Überströmen von Gebirgen (wie z.B. bei uns an den Alpen) im Lee auftritt und meist mit warmem und sonnigem Wetter einhergeht.

Nicht ganz unbekannt ist auch der Scirocco, ein trockener Wüstenwind,der von der Sahara in Richtung Mittelmeer weht und Staub und Sand mit sich führt. Der Scirocco entsteht besonders häufig im Frühjahr und Herbst, wenn die Temperaturdifferenz zwischen kühlen Tiefdruckgebieten in Südeuropa und der heißen Luft über der Sahara besonders ausgeprägt ist. Auf seinem Weg über das Mittelmeer nimmt die Luft viel Feuchtigkeit auf, die sich an Gebirgen in Italien, Spanien oder Griechenland mit starken Niederschlägen abregnen kann.

Ebenfalls im Mittelmeerraum auftretend, aber deutlich kälter, ist die Bora. Sie ist ein kalter, trockener und böiger Fallwind an der istrischen und dalmatinischen Küste. Häufig entsteht dieser Wind, wenn sich ein Hoch über dem Balkan und gleichzeitig ein Tiefdruckgebiet südlich der Alpen entwickelt. Dann strömt sehr kalte kontinentale Luft in Richtung Adria und stürzt als böiger Fallwind die Karstgebirge herunter. Dabei erwärmt sich die Luft nur geringfügig, da die Gebirgszüge relativ niedrig sind. Im Winter sind Spitzengeschwindigkeiten bis zu 250 km/h möglich und die Winde können über einen langen Zeitraum von bis zu 14 Tagen auftreten.

In Frankreich ist es auch der Mistral, der im Rhonetal bei bestimmten Wetterkonstellationen von Nord nach Süd bläst und Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h in der Provence erreichen kann.

Den Segelfreunden am Gardasee wird vielleicht auch Vento ein Begriff sein. Dieser Nordwind (auch Peler genannt) tritt in Sommernächten auf, wenn die kalte Luft an den Berghängen absinkt, über die warme Wasseroberfläche zieht und am südlichen Rand des Sees wieder aufsteigt. Tagsüber kehren sich die Verhältnisse um: Die Luft an den Südhängen wird durch Sonneneinstrahlung erwärmt, steigt auf und bodennah fließt Luft über den See nach. Dieser Südwind wird Ora bezeichnet.

Natürlich gibt es neben den genannten Winden noch viele andere, regionale und lokale Windsysteme. Für den interessierten Leser sei an dieser Stelle auf das Lexikon des DWD verwiesen: www.dwd.de/lexikon

http://www.dwd.de/lexikon

Der ein oder andere mag bemerkt haben, dass die beschriebenen Winde auch Namen von Automodellen eines renommierten deutschen Herstellers schmücken. Ob deren Geschwindigkeiten allerdings mit denen der Winde vergleichbar sind und ob vielleicht in nächster Zeit wieder ein neuer Wind weht, soll an dieser Stelle offen bleiben...

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

05.12.2014

El Niño - Was hat "das Christkind" diesmal im Gepäck?

El Niño hat für die Menschen in Südamerika nur Überflutungen parat. Durch das fehlende nährstoffreiche Wasser sind die Fischbestände dort zudem sehr ausgedünnt, sodass die Fischerei kaum Erträge einbringt um eine reichhaltige Fischtheke bieten zu können...
El Niño hat für die Menschen in Südamerika nur Überflutungen parat. Durch das fehlende nährstoffreiche Wasser sind die Fischbestände dort zudem sehr ausgedünnt, sodass die Fischerei kaum Erträge einbringt um eine reichhaltige Fischtheke bieten zu können...

Der erste Advent ist passe. Die Lichterketten in den Straßen, die Schaufenster der Geschäfte, die Musik im Radio und nicht zuletzt die geöffneten Märkte kündigen die nahende Weihnachtszeit an. Während sich bei uns die meisten auf die Festtage und das Christkind freuen, dürften die Menschen in Südamerika und Südost-Asien etwas ängstlich auf die kommenden Wochen blicken. Der Grund hierfür ist ein evtl. anstehendes "El Niño-Phänomen" im südlichen Pazifik. Doch wie entsteht eigentlich diese Anomalie der atmosphärischen und ozeanischen Zirkulation, die von den dortigen Fischern "Das Christkind" (spanisch: El Niño) genannt wird, weil sie zu dieser Zeit am stärksten in Erscheinung tritt?

Im Normalfall liegen nördlich und südlich des Äquators im Bereich des Pazifiks ausgeprägte Hochdruckgebiete vor, deren bodennah ausströmenden Winde, die sogenannten Passatwinde, in Richtung Äquator wehen und durch die Corioliskraft eine Ablenkung gen Westen erhalten. Diese Grundströmung greift an der Meeresoberfläche an und führt das Oberflächenwasser von der Westküste Südamerikas entlang des Äquators westwärts bis nach Indonesien. Infolge dessen kann vor der südamerikanischen Küste sehr nährstoffreiches Wasser aus dem Humboldt-Strom aufsteigen. Es liefert ideale Voraussetzungen für die Fischbestände und somit auch für die Fischerei. Auf dem Weg gen Westen erwärmt sich das Wasser und dient vor der indonesischen Küste als Katalysator für ein Tief: Das Wasser erwärmt und durchfeuchtet die darüber liegenden Luftmassen, die daraufhin aufsteigen. Im Zuge der Abkühlung kondensiert der Wasserdampf und sorgt für teils ergiebige Niederschläge.

Dieser bodennahen Strömung aus Osten steht in der Höhe eine Westströmung gen Südamerika gegenüber. An der Küste Perus liegen in der unteren Luftschicht durch den Humboldt-Strom bedingt trockene und etwas kühlere Luftmassen vor, welche die Entstehung eines Hochdruckgebiets begünstigen. In diesem Bereich sinken die Luftmassen aus der westlichen Höhenströmung ab und sorgen auf dem Festland für recht trockenes Klima und Wüstenbildung. Dadurch wird die zonal orientierte sogenannte "Walker-Zirkulation" der Atmosphäre geschlossen.

In El Niño-Jahren sind die Hochdruckgebiete nördlich und südlich des Äquators schwächer ausgeprägt, sodass die Passatwinde und folglich der Transport der Wassermassen nach Südost-Asien nachlassen oder zum Erliegen kommen. Die normalen Strömungsverhältnisse schwächen sich ab oder kehren sich sogar um. Nachfolgend stellt sich über Indonesien zunehmend trockenes Hochdruckwetter ein, während sich das Tief über dem Westpazifik mit dem Vorstoß des Warmwassers ostwärts verlagert. In stark ausgeprägten El Niño-Jahren reicht das warme Meeresoberflächenwasser bis vor den südamerikanischen Kontinent und überdeckt dort den sonst aufquellenden kalten küstennahen Humboldt-Strom. Gleichermaßen erwärmen sich nun vor der Küste Südamerikas die unteren Luftschichten, die im weiteren Verlauf aufsteigen und für teilweise ergiebige Regenmengen sorgen.

Die Folgen dieses Ereignisses sind für die jeweilige Wirtschaft fatal. Während in Indonesien durch die anhaltende Trockenperiode Missernten entstehen und Waldbrände schwere Schäden anrichten können, haben die Menschen in Südamerika mit Überflutungen zu kämpfen. Durch das fehlende nährstoffreiche Wasser sind die Fischbestände zudem sehr ausgedünnt, sodass die Fischerei kaum Erträge einbringt.

Der US-amerikanische Wetterdienst NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration), der bei der Beobachtung und Vorhersage des El Niño-Phänomens federführend ist, beziffert das Auftreten eines El Niño-Ereignisses während des Nordwinters 2014/15 mit einer Wahrscheinlichkeit von 58%. Indizien dafür liefern die leicht erhöhten Wassertemperaturen vor Südamerika und entsprechend niedrigeren vor Indonesien. Zudem wurde in den unteren Schichten der Troposphäre entlang des Äquators eine Abnahme des Ostwindes über dem östlichen Pazifik beobachtet, die eine Folge der abgeschwächten Passate ist. Gleichzeitig wurde eine Zunahme des Westwindes ausgehend vom Hoch über Indonesien in das Tief über dem Pazifik festgestellt. 

Der auf Temperaturabweichungen im zentralen Pazifik (Nino-Region 3.4, 170° W bis 120° W, 5° S bis 5° N) basierende Ozeanische Nino-Index weist für den Zeitraum August bis Oktober einen Wert von +0,2 Grad Celsius auf. Erst ab Werten von +0,5 Grad Celsius wird von einem El Niño-Ereignis gesprochen. Es wird erwartet, dass der Wert für die Monate September bis November auf +0,5 Grad Celsius ansteigt. Das Maximum soll nach Vorhersagen des NOAA in der Zeitspanne von Januar bis März mit Werten zwischen +0,3 und +1,4 Grad Celsius erreicht werden.

Somit dürften nach momentanem Stand die Menschen in Peru und Indonesien zumindest etwas aufatmen, da die Möglichkeit eines nur schwachen El Niño-Phänomens weiter gegeben ist und somit die Folgen dementsprechend weniger dramatisch ausfallen würden.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

21.11.2014

Wie stelle ich mein Barometer richtig ein?

Das Barometer benötigt man zur Erfassung des Luftdrucks vor Ort. Waren sie früher im allgemeinen "analog" und mit einem Drehrädchen justierbar, sind die "digitalen" Versionen heute per Knopfdruck einstellbar. Doch es bleibt vor einer Einstellung immer noch die Frage offen, wie der aktuelle Luftdruckwert eigentlich ist....
Das Barometer benötigt man zur Erfassung des Luftdrucks vor Ort. Waren sie früher im allgemeinen "analog" und mit einem Drehrädchen justierbar, sind die "digitalen" Versionen heute per Knopfdruck einstellbar. Doch es bleibt vor einer Einstellung immer noch die Frage offen, wie der aktuelle Luftdruckwert eigentlich ist....

Wer sich stolzer Besitzer eines neuen Barometers (oder einer Wetterstation) nennen darf, der steht - nach Durchlesen der Bedienungsanleitung - häufig vor einer schwierigen Frage: Wie stellt man den Luftdruck richtig ein?

Barometer messen üblicherweise erst einmal den tatsächlichen Luftdruck an einem Standort. Dieser Luftdruck wird absoluter Luftdruck genannt. Da der Luftdruck mit der Höhe aber geringer wird, hat er mitunter einen anderen Wert als in aktuellen Wetterkarten zu sehen ist. Nach der barometrischen Höhenformel nimmt der Luftdruck um 1 hPa je 8 Meter Höhenunterschied ab. Wer sich also auf 400 m über Normalnull befindet, sieht nun auf seinem (noch nicht eingestellten) Barometer einen um 50 Hektopascal (hPa) geringeren Luftdruck. Bei einem Standardluftdruck von 1013 hPa gibt das Gerät demnach einen absoluten Wert von 963 hPa aus. Das würde dem Luftdruck in einem sehr kräftigen Sturm- oder Orkantief über Europa entsprechen.

Demzufolge ist also eine Anpassung, die sogenannte Kalibrierung, des Luftdruckwertes notwendig. Der absolute Luftdruck wird so zum relativen Luftdruck, dem auf Normalnull reduzierten Luftdruck. Dieser Wert ist vergleichbar mit den Werten anderer Stationen. So werden Wetterkarten normalerweise mit relativen Luftdrücken erstellt. Damit wiederum lassen sich nun Isobaren (Linien gleichen Luftdrucks) finden, sodass Hoch- und Tiefdruckgebiete sichtbar werden.

Da es verschiedene Arten von Barometern gibt, gibt es auch verschiedene Wege der Kalibrierung. Am häufigsten werden sogenannte Dosen- oder Aneroidbarometer verwendet. Dabei wird ein dosenartiger Hohlkörper aus dünnem Blech durch den wechselnden Luftdruck verändert. Mit Hilfe eines Stiftes werden diese Veränderungen nun über ein Getriebe und einer Übersetzung auf einen Zeiger übertragen. Mit einem Schraubenzieher kann man an einer Schraube auf der Rückseite solcher Dosenbarometer durch vorsichtiges Drehen den Zeiger einstellen. Den aktuellen relativen Luftdruck am Standort des Barometers entnimmt man entweder einer aktuellen Meldung einer nahegelegenen Wetterstation.

Bei Quecksilber-Barometern (nach seinem Erfinder auch Toricelli-Barometer) wird in eine nach oben luftdicht geschlossene Röhre mit kleinem Durchmesser Quecksilber gefüllt. Das untere Ende taucht in ein offenes Gefäß, das ebenfalls Quecksilber enthält. Auf das Quecksilber in dem offenen Gefäß wirkt nun den Luftdruck. Je höher dieser ist, desto mehr wird das Quecksilber nach unten gedrückt, muss in die Röhre ausweichen und desto höher steigt es in der Röhre. Bei einem Standardluftdruck von 1013 hPa würde das Quecksilber auf 760 mm steigen. Einstellen lässt sich das Quecksilber-Barometer über eine verschiebbare Skala. Aufgrund der giftigen Flüssigkeit sind Messgeräte mit Quecksilber in einem leicht zerbrechlichen Behältnis seit 2009 EU-weit aber verboten.

Neben noch weiteren sehr speziellen Geräten zur Luftdruckmessung gibt es heutzutage häufig elektronische Messgeräte für den privaten Gebrauch. Auf diesen zeigt man sich am besten den relativen Luftdruck an, um den Wert an seinem Standort mit denen anderer Stationen vergleichen zu können. Häufig bieten solche Geräte die Möglichkeit, den Wert direkt anzupassen oder ihn durch Angabe der Höhe des aktuellen Standortes berechnen zu lassen (siehe dafür die Bedienungsanleitung). Die Höhe ihres Standortes erfragst Du am besten beim Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) (http://www.bkg.bund.de).

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

17.11.2014

Die Luftmassenzirkulation und die Bedeutung für das Wetter!

Eine blockierende Wetterlage mit einer meridionalen Höhenströmung über Europa (beispielhaft illustriert dies unsere Grafik des Tages) trat in diesem Herbst vor allem im Oktober auf.
Eine blockierende Wetterlage mit einer meridionalen Höhenströmung über Europa (beispielhaft illustriert dies unsere Grafik des Tages) trat in diesem Herbst vor allem im Oktober auf.

Wie im Artikel über die ROSSBY-Wellen am 13. November auf schulwetter.com beschrieben (siehe Artikel unten), entstehen Hoch- und Tiefdruckgebiete bevorzugt entlang der sogenannten Polarfront. Diese oft wellenförmig deformierte Luftmassengrenze wird auch als Rossby-Wellen bezeichnet, welche die Hoch- und Tiefdruckgebiete steuert und somit das Muster der Luftdruckverteilung auf der Nordhemnisphäre prägt. 

Diese Luftdruckverteilung bzw. Zirkulationsmuster der Atmosphäre werden auf der Nordhalbkugel durch diverse Indizes beurteilt und anschließend mit der Witterung in Verbindung gebracht. Für den Bereich des Pazifiks und Nordamerikas analysieren die Meteorologen die sogenannten PNA-Muster (Pacific-North-America-Index). Um das Wettergeschehen über Europa zu erklären, wird die sogenannte Nordatlantische Oszillation (NAO) betrachtet. Doch was beschreiben diese Indizes bzw. entsprechenden Zirkulationsmuster?

Die NAO beschreibt den Druckunterschied zwischen dem Islandtief (Reykjavik) und dem Azorenhoch (Ponta Delgada) auf dem Atlantik. Je nachdem, ob die Differenz positiv oder negativ ist, lassen sich Aussagen über die Stärke der Westwinddrift (westliche Strömung über dem Ostatlantik) machen. Die zeitliche Variabilität wird dabei üblicherweise durch den NAO-Index abgebildet. Ist der Luftdruckgegensatz zwischen dem Azorenhoch im Süden und dem Islandtief im Norden durch einen sehr tiefen Druck über Island und einen sehr hohen Druck über den Azoren größer als im Mittel, so spricht man von einem positiven NAO-Index. In diesem Fall kann sich etwa zwischen 40° und 60° nördliche Breite eine starke westliche Strömung ausbilden, die im Winter häufig mit Stürmen einhergeht. Diese bringen dann von West- über Mitteleuropa hinweg bis nach Sibirien oft milde maritime Luft mit reichlich Niederschlag. Vom Mittelmeerraum bis zum vorderen Orient herrschen dagegen meist Trockenheit und relativ kalte Winter vor. In Westgrönland dominieren kalte nördliche Winde. 

Bei einem negativen NAO-Index ist Druckgegensatz zwischen Islandtief und Azorenhoch deutlich abgeschwächt. Teilweise drehen sich die Druckgebilde sogar um, sodass sich über Island ein Hochdruckgebiet und über den Azoren entgegengesetzt ein Tief befindet. In diesen Fällen können sich häufig blockierende Wetterlagen durchsetzen. Dabei bilden sich im Winter oftmals Hochdruckgebiete über Westeuropa, die dazu führen, dass aus Norden kalte Luft einfließen kann. Allerdings können die Westströmung blockierenden Hochs auch weiter östlich auftreten. In diesen Fällen würden dann auf der Westseite des Russlandhochs eher milde Luftmassen aus dem Mittelmeerraum nach Mittel- und Nordeuropa gelangen. Gerade an dem sehr milden Weihnachtsfest im letzten Jahr konnte man dies beispielhaft beobachten. Auch im Mittelmeerraum herrschen dann oft milde, aber auch feuchte Witterungsverhältnisse vor. 

Ein Blick auf den NAO-Index der letzten Monate zeigt, dass sich der nordatlantische Index mit Ausnahme des Septembers seit Juli weitgehend im negativen Bereich befand. Entsprechend haben in diesem Zeitraum meist blockierende Wetterlagen mit einer meridionalen Höhenströmung über Europa vorgeherrscht. Bespielhaft dafür ist unsere Grafik zu diesem Artikel. der mittlere Luftdruck im Oktober dargestellt. Zwar ist das Islandtief über diesen Monat hinweg recht stark ausgeprägt, jedoch schwächelte das Azorenhoch doch erheblich. Nachfolgend konnte sich im Oktober bis weit in den November hinein häufig ein blockierendes Hochdruckgebiet über Osteuropa festsetzen. Zwischen dem Tief über dem Nordatlantik und dem besagten Hoch im Osten strömte in diesen Monaten sehr milde Luft aus südlichen Richtungen nach Mittel- und Nordeuropa. Entsprechend deutlich fielen die positiven Temperaturabweichungen im Vergleich zur Referenzperiode 1961-1990 aus. Lag im Oktober eine positive Temperaturanomalie von +2,9 Grad vor, sind es im November deutschlandweit gemittelt derzeit sogar +4,6 Grad. 

Ähnlich zum Oktober und November dominierte auch im Juli und August bis in hohe Höhen tiefer Luftdruck vom Nordatlantik bis in die Nordsee hinein. Dabei floss mit einer südwestlichen Höhenströmung auch in diesem Monat die Luft aus warmen Gefilden (Iberischen Halbinsel) nach Deutschland. Diese einfließenden warmen und feuchten Luftmassen zusammen mit dem recht stationären Tiefdruckwirbel zwischen Island und den Britischen Inseln führten über Mitteleuropa häufig zu einer Labilisierung der Luft, was wiederum die Entstehung von zahlreichen teils schweren Gewittern förderte. Dies macht sich in beiden Monaten auch bei der Niederschlagsbilanz bemerkbar. Sowohl im Juli mit 166% also auch im August mit 130% fiel im Vergleich zur Referenzperiode 1961-1990 überdurchschnittlich viel Regen. Während im Juli gleichzeitig die Sonne im Mittel über Deutschland häufiger schien (106%) und somit die Mitteltemperatur zusätzlich auf eine positive Abweichung von +2,3 Grad anheizte, verhinderten im August zahlreiche Wolken am Himmel diesen zusätzlichen Effekt (-0,6 Grad Anomalie).

Der September zeigte dagegen meist eine von den anderen betrachteten Monaten abweichende Luftdruckverteilung. Während in den ersten beiden Dekaden von den Britischen Inseln über Skandinavien hinweg bis nach Osteuropa hoher Luftdruck überwog, der oft eine schwache zonale östliche Strömung induzierte, konnte sich im letzten Monatsdrittel kurzfristig eine westliche Strömung durchsetzen. Beide Fälle würden also einem positiven NAO-Index entsprechen. 

Was die Prognosen für das zukünftige Wetter betrifft, liefert der NAO-Index keine eindeutigen Hinweise. Während bis Ende November keine nennenswerte Signale simuliert werden und der Index sich leicht im positiven Bereich bewegen soll, nehmen entsprechend der Vorhersagen der NOAA (National Centers für Environmental Prediction) ab Dezember die Unsicherheiten deutlich zu. Von einer deutlich negativen Phase bis zu einem erheblich positiven Indexverlauf scheint derzeit alles möglich. Demzufolge könnte sich sowohl windig bis stürmisches und recht mildes Westwetter als auch kaltes Winterwetter aus Norden oder warmes Mittelmeerfeeling aus Süden durchsetzen.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

13.11.2014

Rossby-Wellen! - Wie beeinflussen Sie unser Wetter?

Die sogenannten Rossby-Wellen steuern die Hoch- und Tiefdrucksysteme in den mittleren Breiten und sind somit für den Austausch von Wärme zwischen Nord und Süd verantwortlich. Erkennbar sind die Rossby-Wellen in unserer Grafik wie der Name es sagt: an ihrer Wellenform.
Die sogenannten Rossby-Wellen steuern die Hoch- und Tiefdrucksysteme in den mittleren Breiten und sind somit für den Austausch von Wärme zwischen Nord und Süd verantwortlich. Erkennbar sind die Rossby-Wellen in unserer Grafik wie der Name es sagt: an ihrer Wellenform.

Der wesentliche Antrieb der Atmosphäre liegt in der Sonneneinstrahlung. Da diese jedoch auf der Erde sehr unterschiedlichstark ausgeprägt ist, kommt es zu größeren Temperaturgegensätzen zwischen Äquator und den Polregionen. Während am Äquator die Sonne fast das ganze Jahr über nahezu senkrecht einstrahlen kann, bekommen die Polregionen meist nur wenig wärmende Sonnenenergie ab. Im Winter bleibt es in diesen nördlichen bzw. südlichen Regionen der Erde teilweise sogar komplett dunkel. 

Da die Atmosphäre jedoch ein Gleichgewicht des Wärmehaushaltes anstrebt, wird die warme Luft aus den äquatorialen Gebieten nach Norden geführt. In den mittleren und nördlichen Breiten sind die Tiefdruckgebiete für den Wärmeaustausch verantwortlich. Diese entstehen bevorzugt an der sogenannten Polarfront, die die kalten polaren Luftmassen im Norden von den warmen subtropischen Luftmassen im Süden trennt. 

Die so entstehende oft wellenförmige Luftmassengrenze wird nach dem Wissenschaftler C.G. Rossby als Rossby-Welle bezeichnet. Im Gesamtbild der planetarischen Zirkulation der Luftmassen der Erdatmosphäre sind Rossby-Wellen also als mäandrierender (wellender) Verlauf des Polarfrontjetstreams (schmales, bandartiges Starkwindfeld in der Tropo- oder Stratosphäre) entlang der Luftmassengrenze zwischen der kalten Polarluft und der warmen Subtropenluft auf der Nord- und auch auf der Südhalbkugel der Erde beobachtbar. 

Die sogenannten Rossby-Wellen steuern dabei die Hoch- und Tiefdrucksysteme in den mittleren Breiten und sind somit für den Austausch von Wärme zwischen hohen und niedrigen Breiten verantwortlich. Dabei verlagern sich die Wellen in den mittleren Breiten immer langsamer als die durchschnittliche westliche Grundströmung. Die Verlagerungsgeschwindigkeit ist dabei von der Wellenlänge und der Veränderung der Corioliskraft (Rechtsablenkung der Luftströmung auf der Nordhalbkugel) mit dem Breitengrad abhängig. Unter bestimmten Voraussetzungen können die Rossby-Wellen auch stationär werden, was wiederum typisch für blockierende Wetterlagen wäre, oder sogar entgegen der Luftströmung verlagern (retrograd). In unseren Breiten (~45°N) muss für stationäre oder retrograde Wellen die Wellenanzahl meist kleiner als 5 sein. 

In den letzten Wochen oder sogar Monaten herrschten in Mitteleuropa weitestgehend konstante Wetterverhältnisse vor. Ausgeprägte Hochdruckgebiete über Osteuropa sowie gleichzeitig großräumige und hochreichende Tiefdruckwirbel bei den Britischen Inseln sorgten fast durchgängig für eine südliche bis südwestliche Strömung über Mitteleuropa. Abgesehen von einzelnen schwachen Tiefausläufern, die Deutschland von Westen nach Osten überquerten, dominierte über weite Strecken ruhiges aber meist auch neblig-trübes und graues Wetter. 

Dies lässt sich auch über die Rossby-Wellen erklären, die bei einer Wellenzahl von 3 bis 5 in diesem Zeitraum quasi stationär waren. Während in unseren Regionen mildes spätherbstliches Wetter vorherrschte, mussten insbesondere die Menschen in Amerika in der letzten Woche schon mit teils eisigen Temperaturen und Schneefall kämpfen. Mitteleuropa lag also in dem Bereich, wo die warme Luft der Subtropen nach Norden geführt wurde. Vor allem Zentralamerika dagegen bekommt derzeit die kalte zum Äquator strömende Luft aus den Polregionen zu spüren.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

25.09.2014

Antizyklonale Westlage

Eine "antizyklonale Westlage" stellt sich über Europa die kommenden Tage ein, wobei "antizyklonal" für "hochdruckbeeinflusst" steht. Wir bekommen als überwiegend schönes Wetter!
Eine "antizyklonale Westlage" stellt sich über Europa die kommenden Tage ein, wobei "antizyklonal" für "hochdruckbeeinflusst" steht. Wir bekommen als überwiegend schönes Wetter!

Der Jahresverlauf der Witterung in einem Gebiet der mittleren Breiten besteht aus einer Folge typischer Wettersituationen, den "Großwetterlagen". Diese ergeben sich durch weiträumige Luftdruckverteilungen und die daraus resultierenden Strömungsmuster, in Bodennähe sowie auch in den darüber liegenden Luftschichten. 

Das Wetter selbst wird außerdem durch die Eigenschaften der in die Zirkulation einbezogenen Luftmassen dominiert. Es kann während der Andauer einer Großwetterlage an einzelnen Orten innerhalb des betrachteten Gebietes durchaus wechseln, der allgemeine  Witterungscharakter bleibt jedoch erhalten. 

Eine "antizyklonale Westlage" (wiss. Abkürzung Wa) stellt sich ein, wobei "antizyklonal" für "hochdruckbeeinflusst" steht. Diese Zirkulationsform ist weitgehend zonal, also in West-Ost-Richtung orientiert. Zwischen tiefem Luftdruck über dem nördlichen Europa und einer sich von den Azoren bis ins östliche Mitteleuropa erstreckenden Hochdruckzone verläuft in der mittleren Troposphäre eine eher straffe westliche Höhenströmung. 

Antizyklonale Westwetterlagen sind typisch für das Klima Mitteleuropas. Im Gegensatz zur generell unbeständigen "zyklonalen" Variante liegt die "Frontalzone", also der Übergangsbereich zwischen polaren und subtropisch geprägten Luftmassen, weiter nördlich und bewirkt oftmals eine Zweiteilung des mitteleuropäischen Wetters. 

Im Bodenniveau wird Atlantikluft herangeführt. In die Strömung eingelagerte Tiefausläufer bringen vor allem der Nordhälfte Deutschlands zunächst unbeständiges Wetter mit örtlichen Regenfällen, während im Südwesten vielerorts eine warme Septembersonne scheint. Am Wochenende verstärkt sich aber der Hochdruckeinfluss über Mitteleuropa und beschert auch den Nord- und Ostdeutschen wie Österreichern freundliche Herbsttage.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

17.09.2014

Wenn der Sommer sich verabschiedet - der Altweibersommer

"Altweibersommer" beschreibt eine sogenannte meteorologische Singularität, also eine Wetterlage, die im Verlauf des Jahres mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auftritt. Wiederholt sorgt dann ab Mitte September bis in die ersten Oktobertage hinein ein kräftiges Hochdruckgebiet für einige schöne, warme und trockene Tage. Aber woher stammt denn dieser Name? Die nachfolgenden Zeilen geben darüber Auskunft!
"Altweibersommer" beschreibt eine sogenannte meteorologische Singularität, also eine Wetterlage, die im Verlauf des Jahres mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auftritt. Wiederholt sorgt dann ab Mitte September bis in die ersten Oktobertage hinein ein kräftiges Hochdruckgebiet für einige schöne, warme und trockene Tage. Aber woher stammt denn dieser Name? Die nachfolgenden Zeilen geben darüber Auskunft!

Nach den wechselhaften Tagen, ja teils sogar Wochen besteht bei Groß und Klein die Hoffnung auf einen schönen Sommerausklang mit zahlreichen Sonnenstunden. Das Wort "stabil" konnte in diesem Sommer bisher kaum mit dem Wort "Hochdrucklage" in Verbindung gebracht werden. Dabei gibt es sie ja, die schönen Sommerabschiede. Einige Spät/- bzw. Altweibersommer sind noch gut in Erinnerung geblieben, als man einen Spaziergang in der noch wärmenden Sonne ohne Jacke und in einem sich von Tag zu Tag immer bunter verfärbenden Wald machen konnte. Oder wo man ein letztes Mal in Ruhe seine Zeit im Garten verbringen konnte, um notwendige Vorkehrungen für den nahenden Winter zu treffen. Doch was bedeutet der Begriff "Altweibersommer" eigentlich?

"Altweibersommer" beschreibt eine sogenannte meteorologische Singularität, also eine Wetterlage, die im Verlauf des Jahres mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auftritt. Wiederholt sorgt dann ab Mitte September bis in die ersten Oktobertage hinein ein kräftiges Hochdruckgebiet für einige schöne, warme und trockene Tage. Aber woher stammt denn dieser Name?

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Jahr noch schlicht in ein Winter- und Sommerhalbjahr unterteilt. Während der Beginn des Sommers (der Frühling) das "Junge und Frische" widerspiegelte, wurde das Ende (der Herbst) mit dem "Vergänglichen und Alten" in Verbindung gebracht. Um den Begriff "Weiber" zu verstehen, muss man über (Zwerg-)Spinnen sprechen. Diese machen sich den Wind zu Nutzen, um sich mithilfe ihrer Spinnfäden im Luftstrom weitertreiben zu lassen. Wie bereits die letzten Nächte zeigten, kühlt es im September und Oktober häufig schon so weit ab, dass es teils dichten Nebel geben kann. Kleine Nebel- oder Tautröpfchen, die sich an solchen Spinnfäden absetzen, lassen diese in der Sonne glitzernd erstrahlen. Da der althochdeutsche Ausdruck von Knüpfen der Spinnweben "Weiben" war, liegt die Namensgebung auf der Hand. Viel Sonne lässt früh morgens die Felder mit ihren von Nebelnässe bedeckten Spinnennetzen glitzernd erstrahlen, am Tage wird es (sommerlich) warm und der Tau trocknet ab. Da solch eine Wetterlage häufig während der Monate September und Oktober auftrat, wurde der Ausdruck "Altweibersommer" geprägt.

Beispielsweise im September 2011 sorgte ein Hoch über Mitteleuropa in Deutschland in der letzten Septemberwoche und während der ersten Oktobertage für eine ruhige Wetterlage mit sommerlichen Temperaturen von 23 bis teils sogar über 27 Grad Celsius. Das Hochdruckgebiet mit Zentrum über Deutschland besaß einen sehr warmen Kern (hohe Temperaturen bis in 4 bis 6 km über Grund), was ein Zeichen für beständige und kräftige Hochdruckgebiete ist. Es erstreckte sich zeitweise von Frankreich bis zur Ukraine. Durch die antizyklonale (im Uhrzeigersinn) Drehrichtung und einen Höhentrog vor der Westküste Großbritanniens wurde sehr warme Luft aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland geführt. Zudem bewirkte das Hoch noch etwas anderes: Es hielt zahlreiche Tiefdruckgebiete in Schach, die statt über Zentraleuropa nun nördlich über Skandinavien nach Osten zogen. Während somit der Norden Europas unter unbeständigem Wetter litt, genossen wir in Deutschland das Sommerwetter von seiner besten Seite. Letztendlich wurde die Vormachtstellung des Hochs von einem kräftigen von Norden kommenden Höhentrog durchbrochen und bescherte dem bis dahin sonnenverwöhnten Deutschland wieder wechselhaftes Wetter.

Oder aber der September 2009. Erneut sorgte ein Hoch am Monatsende über Deutschland für warmes und trockenes Wetter mit Temperaturen, die zeitweise die 25-Grad-Sommertagsmarke erreichten. Dieses Mal erstreckte sich das Zentrum des Hochdruckgebietes wie ein "langer Schlauch" vom Ostatlantik bis zu den Britischen Inseln und verlagerte sich in der Folge nur langsam nach Osten. Beide Fälle zeigen, dass der Altweibersommer auf unterschiedlichen Wegen zu uns gebracht werden kann. Sei es durch ein kräftiges Hochdruckgebiet mit seinem Zentrum direkt über Deutschland oder im Zuge einer lang gezogenen Hochdruckbrücke, die sich vom Atlantik bis nach Russland erstreckt. Doch wie stehen nun heuer die Chancen, dass ein lang anhaltender Spätsommer ins Land zieht?

Unsere momentane Wetterlage ähnelt zwar derjenigen aus dem Jahr 2011 mit tiefem Luftdruck über dem Ostatlantik und höherem Druck über Osteuropa. Doch leider hat sich der seit geraumer Zeit über Skandinavien gelegene Schwerpunkt des Hochs nach Russland verschoben und schmälert die Aussichten für eine sich über "ganz" Mitteleuropa ausdehnende stabile Hochdrucklage. Das Wort "ganz" sei hier bewusst hervorgehoben, denn nur der Norden Deutschlands wird noch länger im Einflussbereich des Russlandhochs bleiben, um für einige Tage Wärme und viel Sonnenschein zu erhalten. Bei Temperaturen um 22 Grad und viel Sonnenschein wird dort dem Altweibersommer alle Ehre gemacht. In die übrigen Regionen schickt das Tief westlich der Iberischen Halbinsel von Südwesten feuchte Luft nach Deutschland, sodass die Schauer- und Gewitterneigung zunimmt. 

Doch die Hoffnung sollte nicht aufgegeben werden. Es folgen noch einige Wochen, wo sich für ganz Deutschland eine beständige Hochdrucklage aufbauen könnte.

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11.09.2014

Die pazifische Hurrikansaison 2014: Ein kleiner Überblick

Während im Atlantik die Segler in relativer Ruhe ihre Bahnen ziehen können (wie in unserem Foto des Tages vor Schottland), ist die Sturmsaison im Pazifik heuer deutlich stärker: 16 tropische Stürme wurden bislang registriert.
Während im Atlantik die Segler in relativer Ruhe ihre Bahnen ziehen können (wie in unserem Foto des Tages vor Schottland), ist die Sturmsaison im Pazifik heuer deutlich stärker: 16 tropische Stürme wurden bislang registriert.

Die alljährlich wiederkehrende Hurrikansaison ist in vollem Gange und wird voraussichtlich noch bis Ende November andauern. Tropische Wirbelstürme haben je nach Region eine spezifische Bezeichnung. So nennt man diese im Westatlantik und Ostpazifik Hurrikane, dagegen werden sie im Westpazifik Taifune genannt. Während die Saison über dem Atlantik bisher eher ruhiger verläuft (erst 5 Stürme verzeichnet), ist sie über dem östlichen Pazifik deutlich stärker. Bisher wurden 16 tropische Stürme registriert, davon wurden 7 als tropische Wirbelstürme der Kategorie 3 oder höher eingestuft (nach der Saffir-Simpson-Skala, siehe z.B. www.dwd.de/lexikon/). 

Ende Mai begann die Saison im Ostpazifik gleich mit einem rekordverdächtigen tropischen Wirbelsturm. Mit AMANDA (Kat. 4) wurde für den Monat Mai der stärkste je für diese Region registrierte Hurrikan erfasst. Er traf dabei Teile von Südmexiko, besonders die Regionen Guerrero und Colima. Mit Hurrikan CRISTINA folgte Anfang Juni der nächste tropische Wirbelsturm der Kategorie 4, welcher aber nur geringe Schäden, ebenfalls an der Südküste Mexikos anrichtete. Bis Ende Juli schloss sich eine ruhigere Phase an, in denen "nur" tropische Stürme auftraten, von denen keiner zu einem Hurrikan heranreifte. Mit den tropischen Wirbelstürmen GENEVIEVE (Kat. 4), HERNAN (Kat. 1) und ISELLE (Kat. 4) wurde die "Ruhephase" doch recht bald wieder beendet. Alle drei Stürme tobten Ende Juli gleichzeitig über der östlichen Pazifikregion. 

Als ISELLE u.a. über die Inselgruppe Hawaii hinweg zog, richtete er Schäden von schätzungsweise 50 Mio. US-Dollar an und wurde somit zum bisher "teuersten" Hurrikan in dieser Saison. Ende August erreichte Hurrikan MARIE sogar Kategorie 5 und wurde zum sechst stärksten Hurrikan im Ostpazifik seit Beginn der Aufzeichnung (1851) eingestuft. Er streifte Teile von Südwestmexiko und Südkalifornien, hinterließ aber vergleichsweise geringe Schäden bevor er nach Nordwesten abdrehte. 

Mit Hurrikan NORBERT war bis Anfang der Woche ein weiterer tropischer Wirbelsturm in der Region unterwegs. Anfang September entstand der Sturm südwestlich von Mittelamerika und verstärkte sich auf seiner nordwestlichen Zugbahn. Am 6. September wurde er kurzzeitig auf Kategorie 3 heraufgestuft und streifte Teile der mexikanischen Pazifikküste mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h und örtlichen Regenmengen von 150 Litern/m² in wenigen Stunden. Zuletzt hat sich NORBERT über kühlerem Meerwasser abgeschwächt und traf in der Nacht zum Mittwoch, herabgestuft als tropische Depression (auch tropisches Tiefdruckgebiet genannt), den nördlichen Teil der Halbinsel Baja California. 

Nun stellt sich die Frage, warum ein Großteil der weltweit auftretenden Wirbelstürme vor allem im Atlantik und im östlichen Pazifik anzutreffen sind? 

Der Grund dafür liegt in den meteorologischen Gegebenheiten der oben genannten Gebiete, die für die Entstehung von Wirbelstürmen essentiell sind. Diese wären zum einen die warme Oberflächentemperatur des Meeres von mindestens 27 Grad. Zum anderen muss die Luft, die sich über dem Meer befindet, eine rasche Temperaturabnahme mit der Höhe aufweisen. Ist dies der Fall, kann Konvektion, also das Aufsteigen von Luftmassen, erfolgen. 

Steigt nun Wasserdampf auf, kühlt dieser sich stark ab, wodurch sich Gewitterwolken mit einer großen vertikalen Ausdehnung bilden können. Aufgrund der rotationsbedingten Trägheit der Erde (Corioliskraft) kommt es zur Ablenkung der sich bewegenden Luftpartikel. Als Folge beginnen die genannten Systeme zu rotieren, es können tropische Depressionen oder Wirbelstürme entstehen. Letztere weisen einen windstillen und wolkenarmen Bereich auf, der als "Auge" des Wirbelsturms bezeichnet wird. Zieht ein solcher Sturm über Landregionen hinweg, schwächt er sich mit der Zeit ab, da der Nachschub von Energie aus dem warmen Wasser fehlt und seine Rotationsgeschwindigkeit durch die Reibung am Erdboden verlangsamt wird. 

Falls man sich jetzt wundert, warum die äquatorialen Gebiete mit ausreichend warmem Wasser nicht zur "Heimat" der Wirbelstürme zählen, ist dies ebenfalls mit der Corioliskraft zu begründen, welche am Äquator nicht vorhanden ist, sondern erst in Richtung beider Pole in Erscheinung tritt und stetig zunimmt. 

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26.08.2014

Der Indische Monsun

Der Monsun breitet sich von Ende Mai bis Anfang Juli nordwärts über ganz Indien aus. Dies ist nicht gleichbedeutend mit Dauerregen, denn das Wort "Monsun" steht eher als ein Begriff für eine Jahreszeit.
Der Monsun breitet sich von Ende Mai bis Anfang Juli nordwärts über ganz Indien aus. Dies ist nicht gleichbedeutend mit Dauerregen, denn das Wort "Monsun" steht eher als ein Begriff für eine Jahreszeit.

Mit Ausklingen des Monats August ist der Zenit des Indischen Monsuns überschritten und es lohnt sich einmal zu schauen, wie ausgeprägt dieser in diesem Jahr bisher ausgefallen ist. Bevor wir jedoch einen Blick auf die aktuellen Verhältnisse werfen, soll kurz der Begriff "Monsun" und seine Entstehungsweise erklärt werden.

Das Wort "Monsun" wurde vom arabischen Wort "mausim" abgeleitet, welches "Jahreszeit" bedeutet. Da in Indien zum Beispiel die Jahreszeiten mit unterschiedlichen Windregimen einhergehen, wird das Wort "Monsun" auch mit der Änderung der Windrichtung gleichgesetzt. Unter dem Ereignis "Monsun" sollte man sich kein ununterbrochenes Regenereignis vorstellen, denn mit der Drehung des Windes wird in Schüben wiederholt feuchte Luft transportiert. Solche Phasen mit reichlich Niederschlag werden im Englischen als "burst" bezeichnet, welche im Deutschen als " Ausbruch" übersetzt werden können. Sie wechseln sich mit trockeneren Phasen ab. 

Wenden wir nun aber den Blick zum weltweit ausgeprägtesten Monsunereignis, dem "Indischen Monsun". Die treibende Kraft ist wie so oft die Sonne, die zu Beginn der Sommermonate für eine rasche und intensive Erwärmung der Kontinente sorgt. In Indien spielt zudem noch die Orografie eine Rolle, denn durch das Himalaya Gebirge werden späte Kaltluftausbrüche aus Nord meist unterbunden. Die Hochflächen Tibets und der Golf von Bengalen sorgen für eine beständige und durchgreifende Erwärmung, wobei diese vor allem in einer Höhe von 5 bis 16 km sehr ausgeprägt ist (Bildung eines mächtigen Hochdruckgebietes in der mittleren und oberen Troposphäre). 

Durch die Aufheizung des Kontinents entsteht in tieferen Schichten der Troposphäre ein ausgeprägtes Monsuntief. Dieses Tief ist Teil der Innertropischen Konvergenzzone (eine Tiefdruckrinne in Äquatornähe, wo die Passatwinde aufeinandertreffen), die sich entsprechend des Sonnenstandes weit nach Norden in Richtung Himalaya vorangearbeitet hat. Dank des Luftdruckgefälles zwischen dem thermischen Hitzetief über Indien und den Subtropenhochs überschreitet der Südostpassat der Südhalbkugel den Äquator und erfasst durch die ablenkende "Corioliskraft" als Südwestwind Indien. Dabei breitet sich der Monsun von Ende Mai bis Anfang Juli nordwärts über ganz Indien aus. Dank der sehr warmen Temperaturen des Arabischen Meers und des Indischen Ozeans (aktuelle Oberflächenwassertemperaturen von 27 bis 30 Grad Celsius) transportieren diese Winde sehr feuchte Luft nach Indien, die über Land und besonders entlang des Himalaya Gebirges sukzessive gehoben wird. Ein schönes Beispiel für die Intensität dieser Regenfälle ist die Station Cherrapunjee im Staate Meghalaya, welche allein im Juli im Durchschnitt 2730 l/qm Niederschlag erhält. In diesem Juli fiel mit rund 1800 l/qm etwas weniger Niederschlag. Auch die täglichen Regenmengen lassen sich während der Monsunzeit sehen. So fielen am 24. und 25. August binnen 24 Stunden jeweils 289 und 293 l/qm. Mit Nachlassen der Sonnenintensität ab August schwächen sich auch die Monsunwinde dank eines auffächernden Druckgradienten zwischen dem Monsuntief und dem Subtropenhoch allmählich ab und der Sommermonsun beginnt sich zurückzuziehen. Dies macht sich durch variable Winde bemerkbar, die immer mehr auf Nordost drehen und die trockene Zeit des Winters einleiten.

Stellt sich nun die Frage, wie denn der Indische Monsun bisher verlaufen ist, stellt er doch auch einen großen Einfluss in der Weltwirtschaft dar. Indien ist weltweit einer der größten Erzeuger für Produkte wie Reis, Baumwolle oder Sojabohnen und somit angewiesen auf die sommerlichen Niederschläge. Eine Verzögerung oder gar ein Ausbleiben des Monsuns kann beträchtliche Auswirkungen auf den landwirtschaftlichen Sektor Indiens haben. Und in der Tat bestand in diesem Jahr bis vor Kurzem noch die Sorge, dass der Monsun zu schwach ausfallen würde. Für die ersten beiden Monsunmonate Juni und Juli des Jahres 2014 betrug das Niederschlagsdefizit für ganz Indien 30, teils sogar 40 %. Dies galt besonders für den Nordwesten Indiens, wo erste Subventionen für betroffene Bauern durchgesetzt wurden (z.B. billigerer Diesel). Seit Ende Juli jedoch wurde der Monsun aktiver und aktuell liegt das Defizit "nur noch" bei rund 19 % (oder anders ausgedrückt, anstatt der 663 l/qm akkumulierten Niederschlag sind bisher 540 l/qm gefallen). Aber: im Nordwesten Indiens beträgt die negative Abweichung weiterhin mehr als 28 %. In dieser Saison fällt besonders die Inhomogenität der Niederschläge auf. Vorzugsweise im Südwesten und Nordosten Indiens fielen bisher die meisten Niederschläge, während es weiter im Landesinneren und vor allem in Richtung Nordwesten zu trocken war. 

Auch die weiteren Aussichten bis Anfang September deuten vor allem im Südwesten und im Nordosten des Landes auf leicht überdurchschnittliche Monsunniederschläge hin, während es in der Mitte und im Nordwesten Indiens zu trocken bleibt. Gemittelt würde dies zwar weiterhin normale Niederschlagsmengen für ganz Indien bedeuten, jedoch wird sowohl die Flutgefahr im Osten und Nordosten aber auch eine zunehmende Trockenheit im Nordwesten durch diese Mittelung "herausgeglättet". Es bleibt nun abzuwarten, was der September noch an Niederschlägen bringen wird, aber bis jetzt scheint dieser Monsun weder ein extrem nasser noch ein extrem trockener zu werden.

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05.08.2014

Weltwetterrekorde in der Übersicht

Der Hafen von List auf Sylt - unscheinbar ruhig bei schönstem Sommerwetter. Doch am 3. Dezember 1999 wurde beim Orkantief ANATOL hier die bislang höchste Windgeschwindigkeit mit 184 km/h im deutschen Tiefland gemessen.
Der Hafen von List auf Sylt - unscheinbar ruhig bei schönstem Sommerwetter. Doch am 3. Dezember 1999 wurde beim Orkantief ANATOL hier die bislang höchste Windgeschwindigkeit mit 184 km/h im deutschen Tiefland gemessen.

Während des diesjährigen Sommers kam es bis zum heutigen Tag immer wieder zu unwetterartigen Gewitterentwicklungen. Häufige Begleiterscheinungen waren heftiger Starkregen, Sturm- oder Orkanböen und Hagel. Das Resultat dieser extremen Wetterereignisse waren oftmals vollgelaufene Keller bzw. überflutete Straßen, umgestürzte Bäume oder auch Schäden durch Hagelschlag. Für den einen oder anderen mögen diese Wetterereignisse schon rekordverdächtig sein. Weltweit gab es in der Vergangenheit jedoch noch extremere Wetterereignisse, die im Weiteren in einem kurzen Überblick dargestellt werden. 

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Temperaturrekorde. Am 13. August 2003 stieg das Thermometer in Freiburg und in Karlsruhe auf die bisher höchste in Deutschland gemessene Temperatur von 40,2 Grad Celsius. Fast 90 Jahre zuvor (10.07.1913) lag im Death Valley (Kalifornien, USA) die Höchsttemperatur bei 56,7 Grad Celsius. Die niedrigste Temperatur in Deutschland mit -37,8 Grad Celsius wurde am 12.02.1929 in Hüll (Kreis Pfaffenhofen, Bayern) gemessen. Weltweit gesehen konnte am 21.07.1983 in Wostok (Antarktis) ein neuer Kälterekord aufgestellt werden. Bis heute wurde die Tiefsttemperatur von -89,2 Grad Celsius nicht unterboten.

Als Nächstes nehmen wir den Niederschlag unter die Lupe. Die höchste jährliche Niederschlagsmenge in Deutschland kam im Jahr 1970 in Balderschwang im Allgäu zusammen. Die dort gemessenen 3503,1 mm sind jedoch nur ein Bruchteil dessen, was innerhalb eines Jahres in Cherrapunji (Indien) vom Himmel fiel. Im Zeitraum vom 01.08.1860 und 31.07.1861 betrug die dortige Niederschlagsmenge 26467 mm. Innerhalb von 24 Stunden ist die Station Zinnwald im Osterzgebirge mit 312 mm deutscher Spitzenreiter. Weltweit hat jedoch das Hochplateau Foc-Foc auf der Insel La Reunion im Indischen Ozean mit 1825 mm in 24 Stunden die Nase vorne. In unseren Breiten unvorstellbar ist auch die größte je gemessene ein-minütige Regenmenge von 38 mm in Barot auf der Karibikinsel Guadeloupe. 

Sehen wir uns nun die Windmaxima an. Seit dem 03.12.1999 steht List auf Sylt (unser Foto) mit 184 km/h auf Platz eins der deutschen Wetterstationen im Tiefland. Von den Stationen im Bergland steht die Zugspitze ganz vorne. Mittels eines Staudruckmessers wurde dort am 12.06.1985 ein Windmaximum von 335 km/h gemessen. Im weltweiten Vergleich ist jedoch Barrow Island (Australien) Spitzenreiter unter den Windgeschwindigkeiten (Tornados ausgeschlossen). Während des schweren tropischen Zyklons "Olivia" am 10. April 1996 wurde auf Barrow Island, nahe der australischen Nordwestküste, eine Spitzenböe von 408 km/h registriert. 

Abschließend kommen wir zum Hagel. Während eines schweren Gewitters in Vivian im US-Bundesstaat South Dakota wurde ein Hagelkorn mit einem Durchmesser von 20,32 cm aufgefunden. Das wohl größte Hagelkorn in Deutschland wurde nach einem Hagelunwetter in der Region Reutlingen (Baden-Württemberg) am 6. August 2013 gefunden. Dieses soll nach mehreren Berichten zur Folge einen Durchmesser von 14,1 cm aufweisen.

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31.07.2014

Luftfeuchtigkeit - was das ist, was sie bedeutet

Die Luftfeuchte misst man mit einem Hygrometer. Die älteren Geräte messen den Feuchtgehalt der Luft noch mit einem Haar, das sich je nach Feuchtigkeitsaufnahme ausdehnt oder zusammenzieht.
Die Luftfeuchte misst man mit einem Hygrometer. Die älteren Geräte messen den Feuchtgehalt der Luft noch mit einem Haar, das sich je nach Feuchtigkeitsaufnahme ausdehnt oder zusammenzieht.

In den letzten Tagen hatten wir neben relativ warmen Temperaturen auch eine recht hohe Luftfeuchtigkeit und eine damit einhergehende spürbare Schwüle. 

Aber was ist die Luftfeuchtigkeit überhaupt? Die Luftfeuchtigkeit sagt etwas über die Menge des Wasserdampfs in der Luft aus. Hat die Luft die maximale Menge an Wasserdampf aufgenommen, ist sie gesättigt und der Wasserdampf kondensiert. Dies ist der Fall, wenn die Temperatur dem Taupunkt entspricht. Anders gesagt: Der Taupunkt beschreibt die Temperatur auf die die Luft abgekühlt werden muss, damit der Wasserdampf in der Luft zu kondensieren anfängt. Diesen Effekt beobachtet man z. B. beim Beschlagen von Fensterscheiben, bei der Tau- und Wolkenbildung oder ähnlichen Phänomenen.

In der Meteorologie unterscheiden wir zwei Feuchtemaße. Die absolute Feuchte gibt an, wie viel Gramm Wasserdampf sich in einem Kubikmeter Luft befindet. Die relative Feuchte hingegen bezieht zusätzlich noch die Lufttemperatur mit ein. Dieses Feuchtemaß wird mit der maximal möglichen Feuchte (Sättigung) derselben Luftmasse verglichen und in Prozent angegeben. Man berücksichtigt so das temperaturabhängige Gleichgewicht zwischen Wasser und Wasserdampf, denn warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte. 

Weitere Feuchtemaße sind die spezifische Feuchte (in Gramm Wasserdampf pro Kilogramm feuchter Luft) und die Taupunktsdifferenz oder auch Spread genannt (Differenz zwischen Lufttemperatur und Taupunkt in Grad). Nähere Informationen finden Sie im Wetterlexikon unter www.dwd.de/lexikon.

Wie wird die Luftfeuchtigkeit aber gemessen? Dazu gibt es unterschiedliche Messgeräte, man nennt sie Hygrometer ("hygros" ist griechisch und bedeutet "feucht"). Weit verbreitet ist noch immer das Haarhygrometer, obwohl es eines der ältesten Geräte ist. Das Messprinzip beruht auf der Eigenschaft des menschlichen Haares, sich bei Feuchtigkeitsaufnahme auszudehnen und bei Feuchtigkeitsentzug wieder zusammenzuziehen. Dieses Phänomen lässt sich besonders gut bei Menschen mit Naturlocken beobachten.

Ein weiteres Messinstrument ist das Psychrometer (das griechische Wort "psychros" heißt "frostig, kühl"). Es enthält zwei Thermometer: eines zeigt die Lufttemperatur an, das andere die sogenannte Feuchttemperatur. Dazu wird das Thermometer mit einem feuchten Strumpf überzogen. Wenn nun der Strumpf trocknet und somit das Wasser verdunstet, entsteht Verdunstungskälte. Dieses Thermometer zeigt somit einen niedrigeren (oder gleichen) Wert an als das trockene Thermometer. Über diese beiden Temperaturen lässt sich die Luftfeuchte dann mit Hilfe bestimmter Formeln berechnen. Die nebenstehende Abbildung zeigt den Aufbau des Psychrometers (dazu rechts unter Thema des Tages auf [mehr] klicken). 

In den letzten Jahren wurden aber auch diverse andere, elektrisch arbeitende Geräte zur Bestimmung der Feuchtemaße entwickelt. Dazu zählt beispielsweise der Taupunktspiegel(-hygrometer). Wie der Name bereits verrät, bestimmt dieses Gerät den Taupunkt. Dabei wird die Reflektivität eines temperierbaren Spiegels gemessen. Mit abnehmender Temperatur nimmt auch die Reflektivität des Spiegels ab. Diese sinkt dann auf Null, sobald der Spiegel beschlägt. Ist das der Fall, herrscht eine Luftfeuchtigkeit von 100% und die Temperatur wurde so weit abgekühlt, dass sie dem Taupunkt entspricht.

In den Tagen zuvor war die Luftfeuchtigkeit recht hoch. Bei Tageshöchsttemperaturen zwischen 20 und 30 Grad lag der Taupunkt bei rund 15 bis 20 Grad. Zu der Zeit wurden etwa 12 bis 17 Gramm Wasserdampf in 1 Kubikmeter Luft gemessen (absolute Feuchte). Das entsprach einer relativen Luftfeuchtigkeit von deutlich über 50 %. 

Am gestrigen Mittwoch bis heute gingen die Temperaturen und Taupunkte zwar etwas zurück, dennoch bleibt uns am heutigen Donnerstag eine relative Luftfeuchtigkeit von meist 50 % bis 60 % erhalten. Das ist zwar minimal "trockener" als an den vergangenen Tagen, aber von einigen Menschen wird dies bestimmt als immer noch unangenehm empfunden werden, vor allem beim Schlafen in der Nacht. Leider wird sich auch in den kommenden Tagen nichts daran ändern.

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22.07.2014

Die Hundstage kommen!

Am morgigen Mittwoch beginnen sie: die Hundstage. Mit dem liebsten vierbeinigen Freund des Menschen (siehe Foto) haben diese Tage nur entfernt etwas zu tun.
Am morgigen Mittwoch beginnen sie: die Hundstage. Mit dem liebsten vierbeinigen Freund des Menschen (siehe Foto) haben diese Tage nur entfernt etwas zu tun.

Am morgigen Mittwoch beginnen sie: die Hundstage. Mit dem liebsten vierbeinigen Freund des Menschen haben diese Tage nur entfernt etwas zu tun. Umgangssprachlich bezeichnet man in vielen Ländern Europas die heißen Tage in der Zeit vom 23. Juli bis 23. August als "Hundstage". Namensgebend ist dabei das Sternbild Großer Hund, dessen hellster Stern der Sirius ist. Wie kommt man aber nun vom Sternbild auf das Wetter? Um das zu klären, müssen wir etwa 6000 Jahre in der Zeit zurück reisen. 

Die alten Ägypter erkannten, dass das Anschwellen des Nils mit der Bewegung der Sonne über den Äquator nach Norden zusammenhing. Mit dem Sonnenstand wandert auch die sogenannte innertropische Konvergenzzone (ITCZ) nach Norden. Damit beginnt am Oberlauf des Nils die Regenzeit. In heutigen politischen Grenzen gehören im Wesentlichen der Südsudan, Äthiopien, Kenia, Uganda und Tansania zum Einzugsgebiet des längsten Flusses der Erde. Man stellte damals auch fest, dass der Frühaufgang des Sirius mit der Sommersonnenwende und somit mit dem Beginn der fruchtbaren Nilschwemme zusammenfiel. Das war in der auf Landwirtschaft ausgerichteten Gesellschaft ein äußerst wichtiges Ereignis. 

Sowohl Erdrotation als auch Umlauf der Erde um die Sonne (Revolution) geschehen gegen den Uhrzeigersinn. Die Erde dreht sich also in West-Ost-Richtung - die Sonne geht im Osten auf. In gleicher Weise wandert die Position der Erde auf der Ekliptik (Sonnenbahn-Ebene) nach Osten. Aus diesem Grund gehen die im Jahresverlauf immer wieder neu erscheinenden Sterne und Sternbilder zuerst morgens auf. Man spricht dann auch vom "heliakischen Aufgang". Sie werden zunächst in der Morgendämmerung sichtbar, dann von Tag zu Tag etwas früher in die Nacht hinein verschoben. Es dauert einen ganzen Monat, bis alle Sterne des Großen Hundes sichtbar sind. 

Während der Frühaufgang von Sirius bei den Ägyptern ein positives Ansehen genoss, hatte er etwas weiter nördlich in Mesopotamien ein ganz anderes Image. Während das damalige Oberägypten im Sommer im Einflussbereich der ITCZ lag, wurde das Zweistromland durch den ebenfalls nach Norden wandernden subtropischen Hochdruckgürtel von Hitze und Dürre heimgesucht. Entsprechend wurde Sirius als böser Gott angesehen, der es nicht regnen ließ. Dazu passte es auch, dass die Regenzeit einsetzte, nachdem Sirius vom Nachthimmel verschwunden ist. Entsprechend schufen sie sich für diese Zeit die Sternbilder Ziegenfisch, Wassermann und Fische. Diese Regenzeit hängt mit einer Südverlagerung der Frontalzone im Winter zusammen. 

Die Griechen übernahmen den Hund in ihren Götter- und Sternenkult. Ab dem Jahr 432 v. Chr. begann alle 19 Jahre das Kalenderjahr mit dem Frühaufgang des Sirius. Allerdings fiel der heliakische Aufgang zu dieser Zeit schon nicht mehr auf den 21. Juni, sondern hatte sich um knapp einen Monat nach hinten auf den 19. Juli verschoben. 

Die Ursache dafür ist die Kreiselbewegung der Erdachse auf ihrer Ekliptik. Dieses Phänomen nennt man Präzession. Es handelt sich dabei um eine Achsenkreiselbewegung mit dem Neigungswinkel der Erdachse von 23,44° gegen die Himmelsachse. Diese Bewegung verläuft im Uhrzeigersinn, also der Revolution entgegengerichtet. Daher kommt es zu einer Rückverlagerung des Punktes der Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche auf der Erdbahn und somit zu einer "Frühlingsverfrühung". Alle etwa 25700 bis 25800 Jahre hat der sogenannte Frühlingspunkt dann alle Tierkreiszeichen durchwandert. Die Folge dieser Bewegung ist, dass alle Sterne und Sternbilder etwa alle 2150 Jahre um ein Tierkreiszeichen gegenüber dem Frühlingspunkt vorrücken. Die Sonne steht also alle 2150 Jahre einen Monat später im selben Sternbild. 

Nun könnte man nachrechnen und zu dem Schluss kommen, dass zwischen ägyptischem und griechischem Kalender doch ungefähr 3000 Jahre liegen und somit der Sirius-Frühaufgang bei den alten Griechen etwa eineinhalb Monate statt nur einem Monat später liegen müsste. Diese Differenz lässt sich zum einen damit erklären, dass sich die Neigung der Erdachse gegenüber der Ekliptik ebenfalls ändert. Zum anderen sind Fixsterne wie Sirius trotz ihres Namens keine hundertprozentig festen Sterne und bilden im Laufe der Zeit völlig neue Sternbilder. 

Die heißeste Zeit des Jahres in Griechenland lag vor nunmehr fast 2500 Jahren und liegt auch noch heute im Mittel im Zeitraum von Mitte Juli bis Mitte August. Dann ist zwar der Sonnenhöchststand schon um einen Monat überschritten, jedoch hängt die Meteorologie der Astronomie aus energetischen Gründen etwas hinterher. So konnten die alten Griechen also den Beginn der Hitze mit dem Frühaufgang von Sirius im Sternbild des Großen Hundes in Verbindung bringen. Dass die Griechen diese Zeit nicht gerade schätzen, kommt auch schon im griechischen Ursprung des Namens Sirius - Seirios - zum Tragen, was man mit "gleißend heiß" übersetzen könnte. 

Auch wenn seit dieser Zeit viele Jahre ins Land gegangen sind, hat sich die Bezeichnung "Hundstage" für die heißesten Tage in vielen Gegenden Europas bis heute gehalten. Jedoch hat sich der Frühaufgang von Sirius und der anderen Sterne des Großen Hundes aufgrund der Präzession inzwischen weiter nach hinten verlagert. So kann man diesen in Griechenland heutzutage am Morgenhimmel um den 10. August herum beobachten, in Deutschland je nach geografischer Position sogar erst Ende August/Anfang September. Die größte Hitze ist da aber in der Regel schon vorbei und der Herbst steht so langsam vor der Tür. 

Für den Zeitraum vom 28. Juli bis 7. August - also mitten während der Hundstage - weisen die Statistiken für Mitteleuropa oftmals eine Südwestwetterlage aus. Die dabei herangeführten Luftmassen sind zwar auch mit warm bis heiß zu charakterisieren, jedoch neigen sie häufig auch zur Gewitterbildung.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

30.06.2014

Urlaub in den Alpen? Wann ist dafür die beste Zeit?

Blick vom Nebelhorn (Allgäu) auf die Zugspitze. Die beste Jahreszeit für Urlaub in den Alpen ist für gewöhnlich der September, wenn vielfach der "Altweibersommer" für stabiles Hochdruckwetter sorgt.
Blick vom Nebelhorn (Allgäu) auf die Zugspitze. Die beste Jahreszeit für Urlaub in den Alpen ist für gewöhnlich der September, wenn vielfach der "Altweibersommer" für stabiles Hochdruckwetter sorgt.

Ab dem kommenden Wochenende beginnen in einigen Bundesländern die Sommerferien. Viele denken darüber nach, ihren Urlaub mit Wandern in den Alpen zu verbringen. So ein Wanderurlaub ist allerdings auch stark vom Wetter abhängig. 

Betrachtet man das derzeitige Wetter in den Alpen, so schreckt es die Urlauber eher ab. Eine Kaltfront eines Tiefs mit Zentrum über dem Baltikum überquerte die Alpen am gestrigen Sonntag nur sehr langsam. So kam es fast im gesamten Alpenraum zu kräftigen Niederschlägen. Besonders betroffen waren das Tessin, Graubünden, Südtirol und der nördliche Alpenrand. Verbreitet fielen dort Niederschlagsmengen von etwa 35 - 60 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden. Spitzenreiter war die Station Magadino im südlichen Tessin, knapp nördlich des Lago Maggiore mit 83 Litern pro Quadratmeter. Auf der Rückseite der Kaltfront floss polare Meeresluft in den Alpenraum, sodass die Niederschläge ab einer Höhe von 2000 m zunehmend als Schnee fielen, wodurch dort höhere Neuschneemengen zusammen kamen. So meldete die Station Alpinzentrum Rudolfshütte auf 2310 m eine Schneedecke von 40 cm. Auf der Zugspitze sind 25 cm Schnee gefallen. Solche Wintereinbrüche bis in mittlere Lagen sind im Sommer in den Alpen nichts Ungewöhnliches. Plant man einen Wanderurlaub, sollte man sich auf solche Witterungsverhältnisse entsprechend einstellen. 

Doch wie geht es mit dem Alpenwetter weiter? Nach einer kurzen Wetterberuhigung am Dienstag bringt die Warmfront eines Tiefs mit Zentrum über Südwesteuropa erneut kräftige gewittrige Niederschläge. Dabei können nochmals 25 - 50 mm Niederschlag fallen. Besonders betroffen sind nach derzeitigem Stand die Nord- und Zentralalpen. Jedoch gelangt auch schwül warme subtropische Luft in den Alpenraum, wobei gegen Ende der Woche mit einer deutlichen Erwärmung zu rechnen ist und der Schnee wieder schmelzen wird, und die Wege in den Hochlagen wieder begehbar sein werden. 

Auf Ende der Woche ist zwar mit einer Wetterbesserung bei teils hochsommerlichen Temperaturen in den Tälern zu rechnen, allerdings bilden sich am Nachmittag in der schwülwarmen Luftmasse häufig kräftige Schauer und Gewitter, die besonders bei hochalpinen Touren eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellen. Ein grober Trend deutet an, dass es auch danach voraussichtlich wechselhaft weiter gehen könnte.

Die beste Zeit für Wanderungen in den Alpen sind nicht unbedingt die Sommermonate mit ihren zahlreichen Gewittern, sondern eher der 1. Herbstmonat September. Dann nimmt die Gewitterneigung deutlich ab und häufig stellt sich dann im sogenannten Altweibersommer eine stabilere Hochdrucklage mit meist störungsfreiem Wanderwetter ein. Jedoch nimmt die Gefahr von Wintereinbrüchen bis in tiefe Lagen bei weiterem Fortschreiten der Jahreszeit dann wieder zu.

Auch bezüglich der Lokalität gibt es deutliche Unterschiede beim Wetter. So fällt am Alpennordrand in der Regel erheblich mehr Niederschlag und es ist kälter als südlich des Alpenhauptkammes. Der Alpenhauptkamm fungiert dabei meist als Wetterscheide. Fährt man bei Regen und kühlen Temperaturen über den Brenner, findet man in Meran häufiger auch Sonnenschein bei sommerlichen Temperaturen vor. 

Am besten kommt man, was die Regenhäufigkeit betrifft, in sogenannten inneralpinen Trockentälern weg. Das sind tiefe Täler, die von hohen Bergen umgeben sind und in deren Regenschatten liegen. Als Beispiele wären hier zu nennen: Der Vinschgau, das Oberinntal, das Veltin, das Wallis und das Susa-Tal.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

27.06.2014

Wechselhaft zum Siebenschläfer - was bedeutet dieser Lostag?

Zugegeben, wir haben keinen Siebenschläfer vor die Linse bekommen. Ja, ein Eichhörnchen schaut ähnlich aus, ist auch ein Bild in unserem Fundus. Aber das ist ja langweilig. Also warum nicht ein schottisches Hochlandrind? Und was es mit der "Siebenschläferregel" auf sich hat, lest ihr nachfolgend:
Zugegeben, wir haben keinen Siebenschläfer vor die Linse bekommen. Ja, ein Eichhörnchen schaut ähnlich aus, ist auch ein Bild in unserem Fundus. Aber das ist ja langweilig. Also warum nicht ein schottisches Hochlandrind? Und was es mit der "Siebenschläferregel" auf sich hat, lest ihr nachfolgend:

Der erste Monat des meteorologischen Sommers neigt sich dem Ende. Deutschlandweit beständiges und hochsommerlich warmes Wetter blieb nahezu völlig aus. Vielmehr manifestierte sich im Monatsverlauf eine Zweiteilung. Eine zumindest über längere Phasen trockene und sonnige Südhälfte steht einer Nordhälfte gegenüber, die über weite Strecken mit wechselhaftem, feuchtem und kühlerem Wetter vorlieb nehmen musste. Das in den nächsten Tagen anstehende, ebenfalls wechselhafte und wenig sommerliche Wetter treibt vor allem denjenigen Menschen Schweißtropfen auf die Stirn, die an Bauernregeln glauben und sich sonnig warmes Hochsommerwetter wünschen.

Am heutigen 27. Juni ist nämlich "Siebenschläfertag". Ein sogenannter meteorologischer Lostag. Eine weitläufig bekannte Bauernregel besagt, dass das Wetter, wie es sich am Siebenschläfertag darstellt, noch über mehrere Wochen bestand haben wird. Meteorologen nehmen diese Bauernregel durchaus ernst, wobei sie nicht das Wetter an einem einzigen Tag als Entscheidungskriterium heranziehen, sondern im Wesentlichen den Wetterverlauf Ende Juni bis Anfang Juli. Dies ist aus wissenschaftlichen Gründen, aber auch allein schon aufgrund der Tatsache, dass die Kalenderreform durch Papst Gregor XIII. im Jahr 1582 eine Verschiebung des Lostages herbeiführte, vernünftig. Die so definierte Siebenschläferregel weist in statistischen Auswertungen eine Trefferquote von rund 70 Prozent auf, mit Ausnahme Norddeutschlands. Dort trifft die Regel nicht in diesem Maße zu.

Nichtsdestotrotz sind diese Zahlen für eine Bauernregel durchaus bemerkenswert und auch kein Zufall. Tatsächlich stellt sich in diesem Zeitraum oft eine Großwetterlage (mittlere Luftdruckverteilung in Meereshöhe und der mittleren Troposphäre in einem großen Gebiet und über die Dauer mehrerer Tage) ein, die eine hohe Erhaltungsneigung aufweist. Allerdings ist dabei Vorsicht geboten. Bei wissenschaftlichen Untersuchungen zeigte sich, dass die "Siebenschläferregel" auf wechselhafte und kühle Westwetterlagen eher zutrifft, als auf stabile Hochdruckwetterlagen. Letztere zeigten nur selten eine vergleichbar lange Andauer, wie sie von der Siebenschläferregel vorgegeben wird.

Wie sieht es nun in den kommenden Tagen aus? Die Wetterlage stellt sich derzeit um. Die Strömung kippt sowohl am Boden als auch in höheren Luftschichten auf Südwest, in der neuen Woche gar zeitweise auf West. Vom Atlantik her ziehen wiederholt Tiefdruckausläufer bis nach Mitteleuropa und sorgen mit feuchter und wolkenreicher Luft für einen wechselhaften Wettercharakter. Vor allem von Samstag bis Montag muss mit Schauern und kräftigen Gewittern gerechnet werden, gebietsweise fällt sogar ergiebiger Regen. Zudem geht die Temperatur wieder etwas zurück und wird sich bis Ende der kommenden Woche mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht wieder auf ein sommerliches Niveau erholen können.

Bleibt für die Sonnen- und Wärmeliebhaber zu hoffen, dass sich in diesem Jahr die statistisch gesehen 30-prozentige Wahrscheinlichkeit des Nichteintreffens der Siebenschläferregel bewahrheitet. Oder man stützt sich auf die oft bemühte Floskel, dass das Wetter eh seine "eigenen Gesetze" hat.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

28.05.2014

Ruhige Hurrikansaison 2014?

Die Grafik (©) des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigt eine eindeutige Entwicklung: Stürme wie Hurrikane wurden in den letzten 150 Jahren immer mehr. Dennoch rechnen die Forscher damit, dass in 2014 nur wenige Hurrikanes auftreten.
Die Grafik (©) des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigt eine eindeutige Entwicklung: Stürme wie Hurrikane wurden in den letzten 150 Jahren immer mehr. Dennoch rechnen die Forscher damit, dass in 2014 nur wenige Hurrikanes auftreten.

Der 1. Juni ist für das nationale Hurrikanzentrum (NHC) der Vereinigten Staaten von Amerika ein besonderer Tag. Denn dieser markiert den Start der Saison tropischer Wirbelstürme, die, wenn sie über dem Atlantik auftreten, auch als "Hurrikane" bezeichnet werden. Die Saison endet offiziell am 30. November.

Warum wurde gerade dieser Zeitabschnitt ausgewählt?

Tropische Wirbelstürme treten über dem Atlantik für gewöhnlich im Zeitraum zwischen Anfang Juni und Ende November auf. Vor allem im Spätsommer häufen sich die Wirbelstürme besonders. Der Temperaturunterschied zwischen dem Oberflächenwasser und der Luft darüber ist dann am größten. Dies resultiert aus der Tatsache, dass die Lufttemperatur in Richtung Herbst bereits zurückgeht, während das oberflächennahe Meereswasser sein Temperaturmaximum 4 bis 8 Wochen später erreicht. Wenn die Wassertemperaturen 27 Grad übersteigen und ein solches Temperaturgefälle zu großen Höhen hin gegeben ist, können sich tropische Wirbelstürme bilden. Zusätzlich notwendig ist dabei allerdings noch der Einfluss der Erdrotation. Auf der Nordhalbkugel führt die Rotationsbewegung der Erde zu einer Kraft, die sich bewegende Luftteilchen zu einem Rechtsabdrehen zwingt. Nur so können sich die großräumigen Wirbel ausbilden. Je näher man dem Äquator kommt, desto geringer wird der Einfluss der Erdrotation und desto unwahrscheinlicher auch das Auftreten von Wirbelstürmen.

Allerdings muss an dieser Stelle betont werden, dass die Entstehung von tropischen Wirbelstürmen von einer Vielzahl meteorologischer Bedingungen und Prozesse in der Atmosphäre gesteuert wird. Die Komplexität und Variabilität der Ausgangslagen zeigt sich auch in den sehr unterschiedlich ablaufenden Hurrikansaisons. Obwohl die Bedingungen zu Beginn verschiedener Saisons womöglich ähnlich vielversprechend erscheinen, treten immer wieder große Differenzen in den Häufigkeiten und Intensitäten der Wirbelstürme auf. So traten beispielsweise in den Jahren 1982 und 2013 nur zwei Hurrikane auf, 2005 waren es stolze 15. Zum Vergleich: Im Zeitraum von 1851 bis 2013 kam es im Mittel zu sechs Hurrikanen pro Saison. Das Diagramm unter "Thema des Tages" -> [mehr] zeigt die komplette Statistik. Neben der Anzahl der Hurrikane ist dort noch von "Stürmen" und von "schweren Hurrikanen" die Rede. Bei Windgeschwindigkeiten bis 118 km/h spricht man von einem "tropischen Sturm". Überschreiten die Geschwindigkeiten diesen Wert, dann wird der Sturm als "Hurrikan" eingestuft. Die weitere Einteilung bei zunehmenden Windgeschwindigkeiten geschieht mithilfe der "Saffir-Simpson-Skala" und fünf Kategorien. Erlangen Wirbelstürme die Kategorien 3 bis 5, bezeichnet man sie als "schwere Hurrikane". Insgesamt sieben erhielten 2005 die Einstufung in die Kategorie 3 oder höher, darunter auch der verheerende Hurrikan "Katrina", der unter anderem New Orleans im Südosten der Vereinigten Staaten heimsuchte. 

Was ist in diesem Jahr zu erwarten?

Forscher der Nationalen Ozean- und Atmosphärenverwaltung (NOAA) versuchen mit komplizierten Wettermodellen schon im Vorfeld Aussagen über den Verlauf der anstehenden Hurrikansaison zu treffen. Zwar sieht man in der ersten Juniwoche ein recht hohes Potenzial für eine erste ernst zu nehmende Sturmentwicklung in der westlichen Karibik, jedoch deutet sich nach Angaben der Forscher eine ruhige Saison mit vergleichsweise wenigen Wirbelstürmen an. Drei bis sechs Hurrikane seien zu erwarten, nur ein bis zwei schwere. Die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens eine dem Mittelwert entsprechende Anzahl an Hurrikanen erreicht wird, beziffern die Forscher mit gerade einmal 10 %. Dass die Wettermodelle auch danebenliegen können, zeigte das vergangene Jahr.

Mit nur zwei Hurrikanen war 2013 zusammen mit 1982 das Jahr mit dem geringsten Hurrikanaufkommen, ohne dass dies im Frühjahr erwartet worden war. Einer vollends ruhigen Saison entgegen wähnen sollten sich die Bewohner gefährdeter Gebiet also wohl noch nicht. 

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

20.05.2014

Junge Menschen verklagen die Vereinigten Staaten von Amerika

Anhaltende Dürren werden weltweit öfter und härter auftreten, wenn der Klimawandel unvermindert weiter geht. Es reicht eine Glasscherbe am Boden oder ein noch glimmender Zigarettenstummel - schon sind ganze Landstriche abgefackelt (unser Foto).
Anhaltende Dürren werden weltweit öfter und härter auftreten, wenn der Klimawandel unvermindert weiter geht. Es reicht eine Glasscherbe am Boden oder ein noch glimmender Zigarettenstummel - schon sind ganze Landstriche abgefackelt (unser Foto).

Junge Menschen aus ganz Amerika haben in einer großen Sammelklage die Regierung der USA angeklagt, ihre Zukunft zu zerstören. Sie beschuldigen die Regierung, durch ihr stümperhaftes Vorgehen bei einem solch wichtigen Thema die Grundrechte der Menschen zu verletzen. Das Wohlergehen unserer Generation ist gefährdet durch das Versagen der Regierung den Klimawandel zu bekämpfen.

Wenn die Regierung nicht sofort und ohne zu zögern handelt und die CO2 Emission rasch reduziert... wird dies für die Zukunft der Jugend irreversiblen Schaden bedeuten: Der Zusammenbruch der Ökosysteme und ein weitestgehend unbewohnbares Land", so steht es in der Klageschrift. "Die besten Experten und Wissenschaftler bestätigen uns, dass uns wegen der bisherigen Inaktivität unserer Nation nur noch ein schmales Zeitfenster bleibt um zu handeln...

Jede weitere Verzögerung vergrößert das Risiko irreversibler und inakzeptabler Konsequenzen für die AnklägerInnen und die zukünftigen Generationen. Wenn die Regierung nicht sofort und entschieden handelt, wird die steigende CO2 Konzentration in der Atmosphäre das Klimasystem unseres Planeten über den Punkt hinaus kippen, an dem eine Umkehr noch möglich wäre. Dies hätte dramatische, ja disaströse Konsequenzen für junge Menschen und zukünftige Generationen.

Die Klageschrift hält weiter fest, dass die schlimmsten Folgen noch abgewandt werden können, wenn die Regierung endlich handelt und einen Plan umsetzt, der die CO2 Konzentration unter 350 ppm hält (dies entspricht einer Erwärmung des Planeten auf weniger als 1° Celsius verglichen mit dem Vorindustriellen Zeitalter).

Text: www.endecocide.eu. Mehr Informationen findet ihr auf Englisch in The Nation und bei PolicyMic.

09.05.2014

Was Wetter und Klima mit dem Weinanbau zu tun hat

In diesem Jahr trieben die Weinreben so früh aus wie noch nie zuvor. Ob es aber wieder so wunderbare Trauben geben wird wie auf unserem Foto, wird erst der weitere Sommerverlauf zeigen.
In diesem Jahr trieben die Weinreben so früh aus wie noch nie zuvor. Ob es aber wieder so wunderbare Trauben geben wird wie auf unserem Foto, wird erst der weitere Sommerverlauf zeigen.

Über die diesjährig häufig außergewöhnlich milde Witterung im Winter und im Frühjahr wurde bereits viel geschrieben. Auch die Winzer verfolgten den bisherigen Wetterablauf des Jahres 2014 staunend. Denn in diesem Jahr trieben ihre Weinreben so früh aus wie noch nie zuvor seit Aufzeichnungsbeginn. Als Referenz gilt ein Weingut bei Eltville am Rhein. Dort registrierte man den ersten Austrieb der Reben dieses Jahr am 7. April. Damit pulverisierte man den bestehenden Rekord vom 14. April der Jahre 2007, 2009 und 2011 gleich um eine ganze Woche. Davor erfolgte 1981 und 1974 an eben diesem Tag der Austrieb.

Dass mit dem frühen Vegetationsbeginn auch ein besonders lang andauerndes Zittern einhergeht, ob es noch einmal zu Nachtfrösten kommt, steht außer Frage. Denn die Weinreben sind in diesem Fall vergleichbar anfällig wie alle anderen Pflanzen, die bereits ausgetrieben haben. Droht eine frostige Nacht, versuchen die Winzer mit aufwendigen Schutzmaßnahmen Frostschäden vorzubeugen. Dazu zählt beispielsweise das Einsetzen von Hubschraubern. Die Rotorblätter sorgen für große Luftwirbel, in denen sich wärmere Luft aus der Höhe mit der sich nachts am Boden befindlichen Kaltluft vermischt. Dadurch ist es gerade im Bereich der Reben um einige Grad wärmer, als es ohne den Einsatz der Hubschrauber der Fall wäre. Nachtfröste können auch im Mai noch vorkommen, wobei die Wahrscheinlichkeit für das großflächige Auftreten von Temperaturen unter 0 Grad in Richtung Sommer statistisch gesehen sinkt. Doch auch wenn das Zittern der Winzer vor Nachtfrösten allmählich vorübergehen wird, ist das Wetter weiterhin ein großes und stets präsentes Thema beim Weinbau.

Der Wein mag es wechselhaft. Ein ständiger und sich über das ganze Jahr vollziehender Wechsel zwischen niederschlagsreichen und trockenen Phasen ist ideal für ihn. Sowohl der Regen als auch ausreichend Sonnenschein sind essenziell für das Wachstum der Pflanzen und der Trauben. Für einen angenehmen und vollmundigen Geschmack ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Zucker- und Säuregehalt vorteilhaft. Während hohe Tagestemperaturen dafür sorgen, dass sich in der Traube Zucker bildet, sind kühle Nächte notwendig, damit der Säuregehalt nicht zu stark abnimmt.

Im gemäßigten Klima, welches auch in Deutschland vorherrscht, sind die meisten Bedingungen für ein hochwertiges und reichhaltiges Weinangebot gegeben. Am ehesten wird noch die Sonnenscheindauer zum Problem. Je nach Weinrebensorte sind 1600 bis 2500 Stunden Sonnenschein im Jahr ideal. Im vieljährigen Mittel werden in Deutschland durchschnittlich aber gerade einmal etwa 1600 Stunden erreicht. Um dem Wein trotzdem möglichst viel Sonne und Wärme bieten zu können, werden die Reben häufig an steilen Südwesthängen angebaut. Im Mittelmeerraum herrscht im Sommer dafür meist trockenes und sonniges Wetter vor, womit hier das "Soll" wohl in den meisten Fällen erfüllt wird. Dagegen besteht dort die Gefahr, dass sich aufgrund der sehr hohen Tagestemperaturen und milden Nächte sehr viel Zucker ausbildet und der Säuregehalt in den Trauben stark absinkt. Die Folge sind oft alkoholreiche Weine.

An dieser Stelle sollte noch erwähnt werden, dass fernab klimatologischer Vorgaben für die Wahl des Standortes auch die Beschaffenheit des Bodens für den Weinbau von entscheidender Bedeutung ist. Nicht umsonst sagt man dem Wein nach, er sei das "Sprachrohr des Bodens".

So unterschiedlich die Böden und das Klima in den einzelnen Weinanbaugebieten sind, so vielfältig sind auch die sich daraus entwickelnden Weine. Vor allem im doch recht variablen gemäßigten Klima können sich je nach Wetterablauf auch ganz unterschiedliche Jahrgänge entfalten. Welche Weine dieses Jahr hervorbringen wird, steht noch in den Sternen. Jedoch lässt sich mutmaßen, dass das derzeitige wechselhafte Wetter mit wiederholten Regenschauern, sonnigen Phasen, milden Tagen und kühlen - aber nicht frostigen - Nächten sicherlich ein Lächeln auf das Gesicht der Winzer zaubern könnte.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

07.05.2014

El-Niño - "Das Christkind" kommt wohl wieder zu Besuch!

Anomale Meeresoberflächentemperatur [ºC], beobachtet im Dezember 1997 während des letzten starken El Niños (Quelle: NCEP, wikipedia).
Anomale Meeresoberflächentemperatur [ºC], beobachtet im Dezember 1997 während des letzten starken El Niños (Quelle: NCEP, wikipedia).

An tropischen und teils auch subtropischen Westküsten der Kontinente wehen die sogenannten Passatwinde häufig küstenparallel zum Äquator hin. Entsprechend des "Ekman-Transportes" wird das küstennahe relativ warme Oberflächenwasser westwärts von den Küsten weg auf den Ozean getrieben. Da durch die Kontinente von Osten kein Wasser nachströmen kann, quillt aus Massenerhaltungsgründen kaltes nährstoffreiches Tiefenwasser auf und ersetzt somit das abtransportierte warme Wasser an der Oberfläche. 

Dies trifft im Normalfall auch auf die Westküste Südamerikas zu. Während vor Peru und Kolumbien kaltes Tiefenwasser aufquillt, sammelt sich an den Küsten Australiens und Indonesiens das warme Oberflächenwasser an. Dieses wiederum erwärmt die unteren Luftschichten. Die bodennahe, erwärmte Luft ist leicht und steigt daher auf. Durch die Abkühlung mit der Höhe bilden sich Wolken sowie schließlich auch starke und teils auch länger anhaltende Regenfälle. Es entsteht ein lokales stationäres Tiefdruckgebiet. Gleichzeitig bildet sich über dem kalten Wasser vor Südamerikas Westküste ein Hochdruckgebiet mit absinkender Luft. Nachfolgend entsteht zwischen Südamerika und Indonesien eine zum Äquator parallele Luftzirkulation (siehe dazu auch die Graphik unter "mehr" im Bereich Thema des Tages auf der rechten Seite). Der englische Meteorologe Gilbert Walker entdeckte diesen Luftaustausch in den 20er Jahren und benannte ihn als "Walker Zirkulation". Die Schwankungen des Druckunterschieds zwischen dem Hochdruckgebiet im südöstlichen Pazifik (als Messwert wird der Luftdruck auf Tahiti genommen) und dem asiatisch-australischen Tiefdrucksystem (Luftdruck auf Djakarta, Indonesien) bezeichnete er als "Southern Oscillation".

Die Ausbildung bzw. Ausprägung der Walker-Zirkulation ist direkt an die Subtropenhochs und somit an die Stärke der Passatwinde geknüpft. Schwächt sich das pazifische Hochdruckgebiet ab, lassen auch die Passatwinde nach oder flauen sogar fast völlig ab. Resultierend wird auch weniger, warmes Oberflächenwasser von den Küsten Südamerikas ostwärts Richtung Australien und Indonesien transportiert, sodass das kalte Tiefenwasser kaum oder gar nicht aufquillt. Dadurch befindet sich das wärmste Wasser nicht mehr über Südostasien, sondern weiter östlich in Richtung der Westküste Südamerikas. Entsprechend verlagert sich auch das Tiefdruckgebiet von Indonesien auf den Pazifik hinaus. Zeitweise kann sich die Zirkulation sogar komplett umdrehen, sodass dann über Südostasien hoher und im östlichen Pazifik tiefer Luftdruck dominiert. Die Erhöhung des Luftdrucks über Südostasien und dem westlichen Pazifik sowie der Druckfall im östlichen Pazifik (Westküste Südamerikas) kommen aus bisher ungeklärten Gründen in Intervallen von etwa 3 bis 8 Jahren vor. Weil diese Phase der "Southern Oscillation" meistens um Weihnachten auftritt, wird sie auch als El-Niño (das Christkind) bezeichnet. 

Als Folge kommt es über dem Pazifik und an den Westküsten Südamerikas zu starken Niederschlägen, während es in Südostasien und Australien trocken bleibt und Dürren auftreten. Die Wirkungen eines El-Niño Ereignisses sind jedoch wesentlich weitreichender und nicht nur auf die pazifische Region beschränkt. Als Fernfolge von El-Niño überwiegen z.B. im Bereich des Amazonas, wo normalerweise typisch tropisch-feuchte Verhältnisse herrschen, nun längere trockene Phasen. Dagegen ist das "Christkind" in Südafrika durch eine überdurchschnittlich warme und sehr trockene Witterung spürbar. Im südlichen Teil von Nordamerika zieht die El-Niño Phase dagegen meist ein feuchtes und kühles Wetter nach sich.

Das letzte El-Niño Ereignis liegt nun schon fünf Jahre zurück. Seitdem wechseln sich der Normalfall und "La-Niña", die eine Phase mit einer besonders stark ausgeprägten Walker-Zirkulation beschreibt, ab.

Doch nun braut sich wieder etwas zusammen: Die von der der "U.S. National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)" veröffentlichen Daten deuten in hoher Wahrscheinlichkeit auf ein neuerliches El-Niño-Ereignis in der zweiten Hälfte diesen Jahres hin. Im äquatorialen Pazifikraum steige die Meeresoberflächentemperatur teils deutlich an. Zudem scheinen sich die Passatwinde im betrachteten Gebiet etwas abzuschwächen. Dies wird von der NOAA als Anzeichen für ein Nachlassen des Windschubs an der Meeresoberfläche gewertet. Nachfolgend könnte dann das warme Wasser vom Westpazifik in den Ostpazifik hinüberschwappen.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data sowie Wikipedia

06.05.2014

Die kalte und oftmals neblige Bucht von San Francisco!

"The Fog" - wenn kaltes Wasser auf warme Luft trifft, bilden sich an vielen Küsten gefährliche Nebelbänke. Und das Meer beschert durch dieses Strömungen Fischreichtum - was die Fischerboote im Nebel erklärt.
"The Fog" - wenn kaltes Wasser auf warme Luft trifft, bilden sich an vielen Küsten gefährliche Nebelbänke. Und das Meer beschert durch dieses Strömungen Fischreichtum - was die Fischerboote im Nebel erklärt.

Die Gegend um San Francisco und Los Angeles (Kalifornien, USA) verwöhnt die vielen Besucher häufig mit Sonnenschein und sehr warmen Temperaturen. Das Meerwasser an den Küsten will aber nicht so richtig warm werden. Stattdessen kühlt es die unteren Luftschichten so stark ab, dass sich teilweise sogar dichter Nebel bilden kann, der dann z.B. die Golden Gate Bridge in ein typisches "Grau-in-Grau" hüllt. Dieses Phänomen lässt sich jedoch nicht nur an der kalifornischen Küste beobachten. Vielmehr herrscht an allen tropischen und subtropischen Westküsten der Kontinente mehr oder minder stark ausgeprägt kaltes Küstenwasser vor. Doch warum ist dies so? 

Wie die Atmosphäre ist auch der Ozean ständig in Bewegung. An der Oberfläche und in der Tiefe dominieren dabei häufig horizontale Strömungen. Jedoch kann das Meerwasser lokal auch absinken oder aufsteigen, d.h. es unterliegt auch vertikalen Umwälzungen. 

Oberflächenströmungen in großen Seegebieten werden im Wesentlichen durch den Wind angetrieben. In erster Linie sind dafür die Passatwinde (beständiger Wind in tropischen Seegebieten bis etwa 25° südlicher und nördlicher geographischer Breite) und die vorherrschenden Westwinde in den mittleren Breiten verantwortlich. Dabei gibt der Wind durch die Reibung einen Impuls (Bewegungsgröße, Stärke einer bewegten Masse) an das Wasser der oberflächennahen Schichten des Ozeans ab. Das Wasser wird entsprechend der Windrichtung "gezogen". Durch die Erdrotation wirkt jedoch auf alle bewegte Flüssigkeiten oder Gegenstände eine ablenkende Kraft, die sogenannte "Corioliskraft". Mit der Tiefe nimmt die Abweichung der Wasserströmung von der vorherrschenden Windrichtung stetig zu, bis der Windimpuls seine Antriebskraft komplett verloren hat und das Wasser steht. Über die gesamte Tiefe gemittelt kommt es daher zu dem Effekt, dass sich das Wasser nicht in Windrichtung, sondern in eine Richtung senkrecht zum Wind bewegt. Auf der Nordhalbkugel zeigt diese Richtung nach rechts (Rechtsablenkung, wenn man den Wind im Rücken hat), auf der Südhalbkugel nach links. Eine Strömung, die durch diesen Effekt zustande kommt, wird "Ekman-Transport" genannt. 

An den tropischen und teils auch subtropischen Westküsten der Kontinente wehen die Passatwinde häufig küstenparallel in Richtung zum Äquator. Entsprechend des beschriebenen Ekman-Transportes wird das küstennahe relativ warme Oberflächenwasser westwärts von den Küsten weg auf den Ozean getrieben. Da durch die Kontinente von Osten kein Wasser nachströmen kann, quillt aus Massenerhaltungsgründen kaltes, nährstoffreiches Tiefenwasser auf und ersetzt somit das abtransportierte wärmere Oberflächenwasser (siehe dazu auch die Graphik auf der rechten Seite unter "mehr"). 

Als Folge liegen die küstennahen Wassertemperaturen in den Aufquellgebieten von Tiefenwasser und somit auch vor San Francisco selbst im Sommer nur bei etwa 13 Grad. Daher sind diese Küstengebiete nur bedingt für Badegäste geeignet. Gleichzeitig freuen sich jedoch die Fischer über einen durch das kalte nährstoff- und sauerstoffreiche Tiefenwasser überdurchschnittlich hohen Fischreichtum.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

07.04.2014

Der Golfstrom - Die Heizung Europas

Diese Palme steht in Tongue, einem kleinen Ort an der schottischen Nordküste. Dem "Golfstrom" hat es der Westen Schottlands zu verdanken, dass hier subtropische Pflanzen in Atlantiknähe gedeien können - denn Frost gibt es kaum.
Diese Palme steht in Tongue, einem kleinen Ort an der schottischen Nordküste. Dem "Golfstrom" hat es der Westen Schottlands zu verdanken, dass hier subtropische Pflanzen in Atlantiknähe gedeien können - denn Frost gibt es kaum.

1513 entdeckte der spanische Seefahrer Ponce de Leon vor der Küste Floridas eine starke oberflächennahe Strömung, die seinen Schiffen das Vorwärtskommen nach Westen erheblich erschwerte. Als "Golfstrom" wird in der Öffentlichkeit das Strömungssystem des Ozeans genannt, das vom Golf von Mexiko bis an die Küste Norwegens reicht und dem Europa wegen des noch relativ warmen Wassers sein mildes Klima verdankt. Er ist entlang der Ostküste der USA nur etwa 100 km breit und seine Strömungsgeschwindigkeit liegt bei 6 km/h.

Östlich von Neufundland teilt sich der Golfstrom. Der nördliche Ast bewegt sich in Richtung Nordmeer und reicht mit einer Randströmung bis in die Nordsee. Der Golfstrom ist dabei in der Fachsprache auch als Nordatlantikstrom bekannt. Der südliche Ast dieser Ozeanströmung weist zu den Kanaren. 

Auf seinem Weg nach Norden transportiert der Golfstrom erhebliche Mengen an warmem Wasser aus subtropischen Breiten Richtung Europa. An seinem Ursprungsort in der Karibik ist das Wasser bis zu 30 °C warm, am Nordende des Golfstroms, vor Neufundland immerhin noch 20 °C. Dort trifft er auf den kalten Labradorstrom und verliert dadurch an Stärke. Die Wassertemperaturen sind jedoch vor Irland noch warm genug, sodass dort im Küstenbereich Palmen gedeihen. 

Angetrieben wird der Golfstrom als warme Oberflächenströmung hauptsächlich durch den Wind. Durch den Nordostpassat vor Afrika wird das Oberflächenwasser von der afrikanischen Küste weg nach Westen in Richtung Karibik getrieben. Durch die Corioliskraft (Rechtsablenkung von bewegten Gegenständen und Flüssigkeiten auf der Nordhalbkugel durch die Erdrotation) wird das Wasser nordwestlich in den Golf von Mexiko gepresst. Die dort aufgestauten Wassermassen suchen sich einen Ausweg durch die enge Straße von Florida nach Norden, wo sie durch die Westwinde der mittleren Breiten wieder nach Osten geführt werden.

Als ein weiterer Antriebsmechanismus gilt zudem die Anbindung an das globale Förderband der Ozeanströmungen (Thermohaline Zirkulation). Das Strömungssystem des Nordatlantiks ist allerdings nur ein Teil eines globalen maritimen Systems, des globalen Förderbands, das in einem System von Oberflächen- und Tiefenströmungen Wasser durch vier Ozeane transportiert. Der Grund für dieses weltumspannende Strömungssystem der Ozeane liegt in den Dichteunterschieden der unterschiedlich beschaffenen Wassermassen. Auf seinem Weg durch Tropen und Subtropen verdunstet durch die Sonneneinstrahlung sehr viel Wasser, wodurch sich der Salzgehalt und die Dichte erhöhen. Als Nordatlantikstrom (siehe oben) erwärmt das Wasser in höheren Breiten die untere Atmosphäre und kühlt dadurch stark ab, was eine weitere Dichteerhöhung mit sich bringt. Diese wird schließlich von der Meereisbildung zusätzlich erhöht, was dazu führt, dass zwischen Grönland, Norwegen und Island sowie in der Neufundland-See riesige Wassermassen in die Tiefe sinken. An der Oberfläche muss entsprechend Wasser nachfließen. 

Derzeit herrschen im Golf von Mexiko Wassertemperaturen von 20 bis 28 Grad. In der Straße von Florida ist es mit 26 Grad auch noch sehr warm. Auf dem Weg nach Norden und Osten sinkt die Wassertemperatur jedoch deutlich ab. Vor Neufundland werden meist nur noch zwischen 4 und 12 Grad erreicht. Am Ausgang der Labradorsee liegt die Wassertemperatur bei Werten um 2 Grad noch niedriger. Da fühlen sich die 9 bis 13 Grad vor Irland und den Britischen Inseln schon eher angenehm mild an.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

30.03.2014

Warm, wärmer, mit am wärmsten - März 2014 bescherte in Österreich Rekordwärme

Der März 2014 geht als einer der 3 wärmsten März-Monate seit Aufzeichnungsbeginn in Österreich in die Klima-Analen ein.
Der März 2014 geht als einer der 3 wärmsten März-Monate seit Aufzeichnungsbeginn in Österreich in die Klima-Analen ein.

 

Schon einen Tag vor Monatsschluss ist klar: der März 2014 zählt in Österreich zu den wärmsten März-Monaten, seit in der Alpenrepublik im Jahr 1767 die Wetteraufzeichnungen aufgenommen wurden. Den vorläufigen Messungen nach waren wohl nur der März 1994 und 1989 noch etwas wärmer als der März 2014. Nach dem extrem warmen Winter 2013/14 startet also nun auch der Frühling 2014 mit extremer Wärme, wenn auch die Extremwerte an sich selber gar nicht auftraten, jedoch die Menge der vielen sonnigen und im Durchschnitt „zu warmen Tage“ sind ausschlaggebend über den erheblichen Wärmeüberschuss, den es in diesem Ausmaß eben nur noch 1989 und 1994 in Österreich gegeben hat. Die „Wärmenase“ vorne hatte das Südburgenland, hier war der März um bis zu 4 Grad zu warm.

Auch beim Sonnenschein braucht sich der März nicht verstecken: bis zu 40 Prozent mehr konnten sich die Österreicher mehr sonnen als im sonst üblichen Durschnitt. Am wenigsten Sonne gab es in Kärnten und Ostirol, doch insbesondere im Raum Innsbruck waren es weit mehr als 200 Sonnenstunden, so gesehen die „Sonnenkönig-Region“ des März. Doch auch das Mühl-, Wald- und Mostviertel brauchten sich nicht „hinter Wolken verstecken“ und lockten mit überaus vielen Sonnenstunden.

Ebenso extrem war auch die Niederschlagsmenge, nämlich extrem unterdurchschnittlich. Insbesondere von Oberösterreich bis ins Burgenland zählt der Zeitraum zwischen dem Oktober 2013 und März 2014 zu den „Top 5“ der trockensten Winterhalbjahre seit Meßbeginn 1820. Auch im März lagen die Niederschlagsmengen zwischen Linz und Eisenstadt um bis zu 90 Prozent unter dem langjährigen Vergleichswert, örtlich fielen an manchen Wetterstationen nicht einmal 3 Liter pro Quadratmeter Regen. Besser sieht es da nur in Osttirol, Teilen Kärntens wie Teilen der Steiermark, hier gab es ein Plus von bis über 80 Prozent gegenüber dem Mittelwert, doch waren diese Werte eher ein lokales denn flächendeckendes Ereignis.

Der Schnee spielte im März so gut wie gar keine Rolle - die Skigebiete blieben meist „grün-braun“, die Saison 2013/14 kann (mit Ausnahme von Südtirol und Kärnten) in der Regel als „Totalausfall“ gewertet werden. Nur direkt nach dem kalendarischen „Frühlingsbeginn“ vom 22. bis 24. März sorgte ein Kaltluftvorstoß in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Osttirol und Kärnten oberhalb von etwa 600-700 Metern für eine zeitweise durchaus als „brauchbar“ zu bezeichnende Schneedecke: am Arlberg fielen bis zu 70 Zentimeter Schnee.

Ein Service von METEO-data

26.03.2014

Smog - Ein Phänomen, das vielen Städten den Atem nimmt

Der Londoner Nebel ist berüchtigt für seine Undurchdringlichkeit. Er hat sogar die eigene meteorologische Bezeichnung "London-Nebel" - Ursache ist aber der Dreck in der Luft: SMOG, der uns das Atmen immer wieder erschwert.
Der Londoner Nebel ist berüchtigt für seine Undurchdringlichkeit. Er hat sogar die eigene meteorologische Bezeichnung "London-Nebel" - Ursache ist aber der Dreck in der Luft: SMOG, der uns das Atmen immer wieder erschwert.

Der Begriff "Smog" wird immer mehr zum Modewort für die Medien. In der Vergangenheit wurde es hauptsächlich im Zusammenhang mit der Luftverschmutzung in Peking verwendet. Doch nun kommen vermehrt auch europäische Städte in den Smog-Fokus. In Paris wurden wegen der zunehmend verschmutzten Luft im März sogar Verkehrsverbote ausgesprochen. Doch auch in deutschen Ballungsräumen trifft man dieses Phänomen bei einer ungünstigen Wetterlage an. In den folgenden Abschnitten soll der Begriff "Smog" etwas näher erklärt werden.

Das Wort "Smog" stammt ursprünglich aus dem Englischen und setzt sich aus den Begriffen "smoke" (Rauch) und "fog" (Nebel) zusammen. Der Begriff wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im nebelreichen London geprägt, als "Smog" dort eine häufige Erscheinung war und zu dieser Zeit auch "London Peculiars" genannt wurde. Er bezeichnet dabei eine durch Emissionen (Ausstöße von Luftschadstoffen) verursachte Luftverschmutzung, die unter besonderen meteorologischen Bedingungen insbesondere über dicht besiedelten Gebieten auftritt.

Günstige Voraussetzungen bietet die sogenannte "Inversionswetterlage" (Umkehr des vertikalen Temperaturgradienten). Inversionen können durch unterschiedliche meteorologische Prozesse entstehen. Grundsätzlich müssen in den bodennahen Luftschichten im Vergleich zu den darüber liegenden Schichten kältere Temperaturen vorherrschen. Dies kann z.B. durch das großräumige Heranführen von Warmluft in der Höhe erreicht werden. Aber auch die Erwärmung der Luft durch Absinken im Bereich eines Hochdruckgebietes oder die Abkühlung der unteren Luftschichten durch Ausstrahlung führen oftmals zu der Ausbildung einer Inversionsschicht, wo markante Temperaturgegensätze auftreten. Lokal vom Erdboden aufsteigende Luft kann dann eine solche Inversionsschicht nicht durchdringen. Somit stellt eine Inversion eine Art Sperrschicht dar, die einen Austausch zwischen bodennahen und höher liegenden Luftschichten verhindert (siehe dazu auch die Graphik unter "mehr" auf der rechten Seite).

Entsprechend können auch Rauch, Dampf oder Autoabgase von Holzfeuerungen, Kraftwerken oder Verbrennungsmotoren stammt nicht abziehen. Dadurch halten sich die Luftschadstoffe bei meist weiterer Verdichtung länger über der Stadt oder dem Ballungsraum. In dieser Dunstglocke kann sich dann eine ungewöhnlich hohe Konzentration von Luftschadstoffen, wie beispielsweise Ruß, Schwefeldioxid, Kohlenstoffmonoxid und Stickstoffoxid ausbilden. Durch unterschiedliche chemische Reaktionen innerhalb der verschmutzten Luftschicht entstehen Sekundärstoffe, die wie auch die Stoffe selber zu Schäden an Pflanzen oder Gebäuden sowie zu Reizungen der Atemwege und Augen beim Menschen führen können.

Diese Art von Smog wird auch "Wintersmog" oder "London-Smog" genannt. Zusätzlich zu diesem ursprünglichen Typ unterscheidet man auch noch den Sommersmog (Los-Angeles-Typ).

Mit Sommersmog ist eine verstärkte Bildung von bodennahem Ozon gemeint, einem stechend riechenden, reaktionsfreudigen Gas, dessen Moleküle aus drei Sauerstoffatomen bestehen. Dieses Ozon entsteht zusammen mit anderen Reizgasen, wenn Sonnenlicht auf Luftschadstoffe (Stickstoffoxide, Kohlenwasserstoffe) trifft, die vor allem von Kraftfahrzeugen an die Umwelt abgegeben werden. Das bodennahe Ozon und die anderen Reizgase wie Stickstoffdioxid beeinflussen die Lungenfunktion negativ, lösen Tränenreiz aus, verringern die Leistungsfähigkeit, erhöhen möglicherweise das Krebsrisiko und begünstigen auch das Waldsterben. Das bodennahe Ozon bildet sich dabei nur bei Sonneneinstrahlung und Belastung der Luft mit den angesprochenen Schadstoffen, also vor allem an wolkenarmen Sommertagen in Ballungsgebieten. 

Derzeit lässt die Wetterlage sowohl die Menschen in Peking als auch in den europäischen Ballungsräumen aufatmen. Tiefer Luftdruck und stärkerer Wind sorgen für eine bessere Durchmischung. Doch schon in der nächsten Woche soll sich über der Mongolei und dem nördlichen China wieder ein Hochdruckgebiet breit machen, sodass in Peking wieder die Smog-Gefahr steigen dürfte. 

Auch in Mitteleuropa und damit auch in Deutschland soll ab dem Wochenende wieder hoher Luftdruck das Wetter beherrschen. Durch einen recht starken Wind sollte es jedoch in den europäischen Ballungsräumen nicht zu einer deutlichen Luftverschlechterung kommen.

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

21.03.2014

Sonniger Frühlingsbeginn

Frühlingswetter über Gerlingen bei Stuttgart. Wenige Kilometer weiter in Sachsenheim wurde am 20. März 2014 mit 24,1°C die höchste Tagestemperatur Deutschlands erreicht.
Frühlingswetter über Gerlingen bei Stuttgart. Wenige Kilometer weiter in Sachsenheim wurde am 20. März 2014 mit 24,1°C die höchste Tagestemperatur Deutschlands erreicht.

Am gestrigen 20. März 2014, dem kalendarischen Frühlingsbeginn, befand sich Deutschland im Einflussbereich des Hochdruckgebietes JOHANNES, das sich über große Teile West-, Mittel- und Südeuropas erstreckte. Die astronomisch mögliche Sonnenscheindauer von mehr als zwölf Stunden wurde zu 80 bis 90 % weidlich ausgenutzt, denn, wenn überhaupt, zeigten sich nur dünne Schleierwolken am Himmel. So konnte sich die nach Mitteleuropa eingeflossene sowieso schon recht warme Meeresluftmasse weiter kräftig erwärmen und uns vielerorts den bislang wärmsten Tag des Jahres oder sogar den wärmsten kalendarischen Frühlingsanfang seit Beginn der Wetteraufzeichnungen bescheren. Vor allem in der Südwesthälfte, aber auch in Mitteldeutschland wurden verbreitet Tageshöchsttemperaturen über 20 °C registriert. Für einen im Voraus erhofften "Sommertag" mit mindestens 25 °C reichte es aber in ganz Europa nicht - von zwei albanischen Wetterstationen abgesehen, die es auf 25.2 °C brachten. 

Spitzenreiter in Deutschland war die Station Sachsenheim (nördlich von Stuttgart, 248 m Höhe) mit 24.1 °C, gefolgt von Bad Kreuznach (an der Nahe, 102 m Höhe) sowie Geilenkirchen (unweit der niederländischen Grenze bei Aachen, 90 m Höhe) mit jeweils 23.7 °C. Die Helgoländer indes mussten sich mit einem Höchstwert von 12.1 °C zufrieden geben, denn die Nordsee hat derzeit in der Deutschen Bucht Temperaturen von 7 bis 9 °C. Kältester Ort Deutschlands war allerdings die Zugspitze (2964 m Höhe) mit einem Temperaturmaximum von 2.4 °C. 

Erstellt mit Material des DWD und METEO-data

26.01.2014

Dürre in Kalifornien: Von All aus deutlich sichtbar

Stark betroffen ist auch die Landwirtschaft: Für viele Bauern geht es um die Existenz, falls der Regen auch in den nächsten Monaten ausbleibt.
Stark betroffen ist auch die Landwirtschaft: Für viele Bauern geht es um die Existenz, falls der Regen auch in den nächsten Monaten ausbleibt.

Bereits seit Monaten leidet der US-Bundesstaat Kalifornien unter enormer Trockenheit. Die Wasservorräte in Flüssen und Reservoiren sind auf einen Tiefststand gesunken. Zuletzt rief Gouverneur Jerry Brown den Notstand aus - ein Warnsignal für Behörden, Landwirte, Industrie und Bewohner, die allesamt von der Trockenheit betroffen sind.

Aus dem All ist die Dürre deutlich erkennbar: Während die Sierra Nevada und der nordöstlich angrenzende Bundesstaat Nevada im Vorjahr noch in tief verschneiter Optik erschienen, ist nun auf Satellitenbildern der US-Weltraumbehörde NASA lediglich ein schmaler weißer Streifen zu erkennen.

Kein Schnee auf Sierra Nevada

Auch in den Skigebieten in höheren Lagen der Sierra Nevada ist von Schnee weit und breit keine Spur. Die Pisten sind braun, Touristen sind längst auf Sommeraktivitäten wie Radfahren und Wandern umgestiegen. In dem gewöhnlich tief verschneiten Sierra-Nevada-Gebirge misst die Schneedecke in diesem Jänner weniger als 20 Prozent der Durchschnittshöhe.

Schlimme Folgen

Zudem sind die üblichen Winterregenfälle bis dato ausgeblieben. Das alles hat schlimme Folgen, es steht viel mehr auf dem Spiel als nur entgangener Winterspaß. Denn in den Sommermonaten ist die Region auf Wasser von der Schneeschmelze angewiesen. Zudem war bereits das Jahr 2013 im „Golden State“ ungewöhnlich trocken - Meteorologen sprechen von einem der trockensten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen vor rund 100 Jahren. Damit droht Kalifornien eine Rekorddürreperiode.

Rekorde gab es zuletzt auch bei den Temperaturen: In San Francisco kletterten sie vergangene Woche auf 22 Grad, in Oakland gingen sie sogar der 30-Grad-Marke entgegen. Nie zuvor waren dort um diese Jahreszeit derartige Werte gemessen worden. Entsprechend sieht auf dem Satellitenbild die Vegetation im kalifornischen Central Valley aus: Waren vor einem Jahr die Wiesen und Bäume grün, zeigt sich die Landschaft heuer wie unter einen braunen Schleier gelegt.

Bedrohung für Metropolen

Auch der größte und wichtigste Fluss im Südwesten der USA ist von den Auswirkungen betroffen. Der Colorado River, der in den Rocky Mountains entspringt und im Verlauf zahlreiche Stauseen versorgt, ist an vielen Stellen zu einem Bach verkümmert. Die Dimension der Trockenheit, unter der der Colorado River leidet, übersteigt laut einem Bericht der „New York Times“ („NYT“) jene der derzeitigen Trockenheit beiweitem. Demnach ist der Fluss schon seit 14 Jahren einer Trockenperiode ausgesetzt - laut dem Bericht handelt es sich um die schlimmste Trockenperiode seit 1.250 Jahren.

Schwerwiegende Konsequenzen könnten den Metropolen Las Vegas und Los Angeles drohen: Die Wassermenge, die vom Stausee Lake Powell in den Stausee Lake Mead im Süden des Bundesstaates Nevada fließt, wird heuer erstmals begrenzt. Der Lake Mead gilt als der wichtigste Stausee in den USA - wegen seiner Größe und der Funktionen, die er für den Westen des Landes erbringt. Besonders für die Trinkwasserversorgung Südkaliforniens und für den Bewässerungsfeldbau in Arizona, Nevada und Kalifornien ist er als Wasserquelle unerlässlich.

Stark betroffen ist auch die Landwirtschaft: Für viele Bauern geht es um die Existenz, falls der Regen auch in den nächsten Monaten ausbleibt. Vor allem in der besonders trockenen Inlandsregion Central Valley könnten riesige Felder brachliegen, wenn die Bewässerung versiegt. Die möglichen Verluste der Landwirte könnten in die Milliarden gehen und den Verbrauchern höhere Preise bescheren. Kalifornien produziert fast die Hälfte an Obst, Gemüse und Nüssen in den USA und exportiert auch viel nach Europa.

Strenge Auflagen

Wie in früheren Dürrejahren müssen die Westküstenbewohner mit strengen Auflagen rechnen. Ein Blick zurück gibt Hinweise auf drohende Maßnahmen: So durften etwa in den 70er Jahren die Swimmingpools einen ganzen Sommer lang nicht gefüllt werden. Autowaschen und Rasenbewässerung waren vielerorts verboten. Die städtischen Springbrunnen trockneten aus, und das sonst selbstverständliche Glas Wasser in Restaurants und Cafes wurde nur auf Nachfrage gefüllt.

So schlimm ist er derzeit noch nicht: Kaliforniens Gouverneur Brown rief Bürger und Kommunen zunächst dazu auf, den Wasserverbrauch freiwillig zu drosseln. Einige Gemeinden schreiben den Anrainern bereits vor, 20 bis 30 Prozent Wasser einzusparen - sonst drohen Aufpreise. Strikte Rationierungen und Strafzettel für Wasserverschwender könnten folgen. Längere Dürreperioden kommen an der US-Westküste immer wieder vor. 2009 hatte der damalige Gouverneur Arnold Schwarzenegger nach drei ungewöhnlich trockenen Jahren den Dürrenotstand ausgerufen.

Den kompletten Artikel lesen Sie hier: ORF

13.01.2014

Riesiger Antarktis-Gletscher schmilzt unaufhaltsam

In den Wintermonaten frieren die Ozeane rund um Nord- und Südpol zu Packeis - taut es, ändert sich der Meeresspiegel nicht. Gletschereis hingegen kommt von der Landseite - taut es, wird den Meeren Wasser zugeführt: Der Meeresspiegel steigt!
In den Wintermonaten frieren die Ozeane rund um Nord- und Südpol zu Packeis - taut es, ändert sich der Meeresspiegel nicht. Gletschereis hingegen kommt von der Landseite - taut es, wird den Meeren Wasser zugeführt: Der Meeresspiegel steigt!

Sein Schmelzen ist unaufhaltsam, und die Folgen für das Ansteigen der Weltmeere sollen enorm sein: Der Pine-Island-Gletscher in der Antarktis wird einer gestern veröffentlichten Studie zufolge immer kleiner.

Internationale Wissenschaftler von der Universität Grenoble erwarten, dass der schrumpfende Gletscher das Meeresniveau in zwanzig Jahren um bis zu einen Zentimeter steigen lassen könne. Die Abnahme des Gletschers sei „irreversibel“.

Seit 2000 um zehn Kilometer kürzer

Der Gletscher befindet sich im Westen der Antarktis. Seit Beginn des Jahrtausends sei er rund zehn Kilometer kürzer geworden, schreiben die Forscher vom Institut für Gletscherforschung und Geophysik. In den vergangenen Jahrzehnten habe sich die Schmelze beschleunigt.

Im Durchschnitt seien in den Jahren von 1992 bis 2011 pro Jahr 20 Milliarden Tonnen Eis geschmolzen. Insgesamt habe die westliche Antarktis-Eisdecke dadurch bis heute rund 20 Prozent abgenommen.

Es müsse damit gerechnet werden, dass der jährliche Verlust auf bis zu 100 Milliarden Tonnen anwachse, heißt es in der Studie weiter. Die Menge entspreche den Berechnungen zufolge einem durchschnittlichen Anstieg der Meeresspiegel um je 3,5 bis zehn Millimeter in den kommenden 20 Jahren.

Quelle: ORF

10.01.2014

Mildes Wetter wirkt sich auf Bodensee aus

Der Rheinfall bei Schaffhausen: derzeit fließt nur Oberflächenwasser aus dem Bodensee ab, der warme Winter verhindert eine Vollzirkulation des "Schwäbischen Meeres"
Der Rheinfall bei Schaffhausen: derzeit fließt nur Oberflächenwasser aus dem Bodensee ab, der warme Winter verhindert eine Vollzirkulation des "Schwäbischen Meeres"

Die milden Temperaturen der vergangenen Wochen verhindern derzeit die Wasserzirkulation im Bodensee. Das Wasser hat derzeit etwa sieben Grad, und es scheint unwahrscheinlich, dass sich der See noch genügend abkühlen wird.

Derzeit nehme man an, dass es in diesem Jahr zu keiner Vollzirkulation des Bodensees kommen wird, so Löffler, stellvertretender Leiter des Instituts für Seenforschung in Langenargen. Normalerweise mischen sich die verschiedenen Wasserschichten des insgesamt rund 536 Quadratkilometer großen Sees im Spätwinter, so dass Sauerstoff von der Oberfläche in die Tiefe des Sees gelangt.

Wie die Durchmischung erfolgt

Das kalte und schwere Tiefenwasser liegt auf dem Grund des Sees, die darüberliegenden Schichten sind im Sommer wärmer und leichter. Bis zum Spätwinter kühlt sich das Wasser an der Oberfläche des Bodensees gewöhnlich jedoch so weit ab, dass sich die Temperaturschichtung auflöst und sich die Wasserschichten durchmischen. Das Wasser an der Oberfläche habe derzeit jedoch noch etwa sieben Grad Celsius, sagte Löffler, das reiche noch nicht für eine Vollzirkulation. Es sei unwahrscheinlich, dass sich das Wasser noch genügend abkühle.

Ein einmaliges Ausbleiben der Durchmischung habe aber keine akuten Folgen, sagt Löffler. „Der See kann einige Jahre ohne Vollzirkulation überstehen.“ Schwierig werde es erst auf Dauer, wenn etwa die Vollzirkulation - zum Beispiel bedingt durch den Klimawandel - mehrere Jahre nacheinander ausbleibe.

Fische leben derzeit „auf Sparflamme“

Die Fische im Bodensee bekommen von den hohen Temperaturen dagegen nicht viel mit. Ihr Stoffwechsel sei im Winter nicht so aktiv, daher brauchten sie weniger Nahrung, sagt Norbert Knöpfler vom württembergischen Fischereiverein. „Sie verharren einfach in der Tiefe - auf Sparflamme.“

Vögel genießen den milden Winter

Für Vögel wiederum sei ein milder Winter gut, sagt Thomas Giesinger vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Radolfzell am Bodensee. „Wir hatten letztes Jahr eine Periode mit langem Frost und lange Schnee. Das hat mit Sicherheit dazu geführt, dass viele Vögel umgekommen sind.“

Wenn das Wetter in der nächsten Zeit mild bleibe, könnten sich die Bestände gut erholen. Zudem fänden die Tiere in der Natur leichter Futter und könnten dadurch Fett anfressen, um für einen etwaigen Wintereinbruch gewappnet zu sein.

Quelle: ORF

29.12.2013

Faszination „Schrecken der Natur“

Platz acht in dem Ranking belegt die Zentralsahara. In den Sandmeeren (Erg) Algeriens, Nigers und des Tschad klettert die Temperatur im Sommer auf über 50 Grad.
Platz acht in dem Ranking belegt die Zentralsahara. In den Sandmeeren (Erg) Algeriens, Nigers und des Tschad klettert die Temperatur im Sommer auf über 50 Grad.

Das US-Magazin „Weatherwise“ hat sich in seiner letzten Ausgabe für 2013 einem ungewohnten Ranking gewidmet: den zehn wahrscheinlich unwirtlichsten Gegenden der Erde. Diese liegen verstreut zwischen dem fernen Osten Russlands, dem Karakorum, der Sahara, Patagonien und dem Südpol.

Die „10 Worst Weather Places“ warten allerdings nicht mit bloß dauerhaft „schlechtem Wetter“ im herkömmlichen Sinn auf, sondern mit extremen klimatischen Bedingungen. Sie sind auf ihre jeweils spezifische Art absolut lebensfeindlich, was für das US-Magazin gleichzeitig das „objektive“ Kriterium ist: „Kein Mensch, unabhängig von Herkunft und Kraft“ würde in diesen Umgebungen länger überleben, zumindest nicht ohne spezielle Ausrüstung „und eventuell die Hilfe anderer Menschen“.

Prädikat „absolut lebensfeindlich“

„Das sind Orte, die die meisten wohl nur - kurz - besuchen würden, um behaupten zu können, dass sie dort waren.“ Niemand würde dort leben wollen. Das heiße allerdings nicht, dass von diesen Plätzen nicht eine ganz eigene Art der Faszination für den „Schrecken der Natur“ ausgehe. Dabei ist die Nummer zehn in dem Ranking, ein Dorf in Sibirien, noch eine Ausnahme, da trotz des extremen Klimas dauerhaft bewohnt. In anderen Gegenden wiederum tun sich sogar Tiere und Pflanzen mit dem Überleben schwer. Praktisch „tot“ ist nicht nur das bekannte Death Valley in Kalifornien.

Den kompletten Artikel und Bilder gibt es unter www.orf.at

15.12.2013

Rückblick auf den Herbst 2013

Aussaat- und Düngemaßnahmen waren im Herbst 2013 erschwert
Aussaat- und Düngemaßnahmen waren im Herbst 2013 erschwert

Der Herbst bescherte der Landwirtschaft schlecht befahrbare Böden

Das milde aber feuchte und trübe Herbstwetter brachte den Landwirten eine schlechte Bodenbefahrbarkeit. Die Erntearbeiten reichten aufgrund der nassen Böden vielerorts bis weit in den Oktober hinein. Auch Aussaat- und Düngemaßnahmen waren erschwert. Ende November stellte sich frühwinterliche Vegetationsruhe in der Pflanzenwelt ein. Das berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD) über die Auswirkungen des Wetters auf die Landwirtschaft im Herbst 2013.

Guter Start, später Verzögerungen bei Ernte und Aussaat im September

Der September 2013 war anfangs und am Ende spätsommerlich schön, dazwischen kühl und nass. Nach einer kurzen Hitzeperiode leitete ein Temperatursturz abrupt den Herbst ein. Zwei Wochen dominierte eine kühle, unbeständige Wetterlage. Dann sorgten Hochdruckgebiete für teils sonniges, aber oft neblig-trübes Wetter. In der ersten Dekade konnten alle Feldarbeiten, wie noch ausstehende Rapsbestellung, Vorbereitung der Wintergetreideaussaat oder Grünlandschnitte, fortgesetzt werden. In Süddeutschland nutzten Landwirte die hohen Verdunstungsraten für einen Heuschnitt. Die Böden waren zunächst recht trocken. Der folgende Niederschlag, der bereits zur Monatsmitte vielerorts das Soll überschritt, füllte die Böden auf und ließ die Bodenfeuchten ansteigen. Die Befahrbarkeit verschlechtere sich nach und nach. Der viele Regen, kühle Temperaturen und wenig Sonne brachten im September eine vergleichsweise langsame Vegetationsentwicklung mit Ernteverzögerungen bei Silomais, Zuckerrüben, Kartoffeln und Apfel. Zuckerrüben profitierten noch am ehesten von der Nässe - mit überdurchschnittlicher Zunahme des Rübengewichts und verlustarmer Rodung. Beim Getreide geriet die Winteraussaat, insbesondere von Wintergerste, ins Stocken.

Orkan „Christian“ tobte im Oktober – Schäden für die Land- und Forstwirtschaft

Nach freundlichem Start beherrschten Tiefdruckgebiete das Wetter im Oktober 2013. Die häufigen Niederschläge ließen nur wenig Platz für sonnige Abschnitte. Ab der zweiten Monatshälfte floss zudem ungewöhnlich warme Luft nach Deutschland, so dass der Oktober deutlich zu mild, aber sehr nass und sonnenscheinarm ausfiel. Nebel oder Hochnebel gab es kaum. Stellenweise trat am Anfang und Ende des Monats Luft- und Bodenfrost auf. Am Monatsende tobte ein schwerer Herbststurm, der in der Land- und Forstwirtschaft erhebliche Schäden verursachte. 
Wie bereits im September konnten zum Monatsbeginn die Ernte von Silomais, Zuckerrüben und Kartoffeln sowie die Bestellung der Winterungen meist zügig fortgesetzt werden. Erst durch die ergiebigen Regenfälle wurden die Bedingungen zunehmend ungünstiger. Feldarbeiten mussten teilweise ruhen. Durch die ständigen wetterbedingten Unterbrechungen im vorherigen und aktuellen Monat zogen sich die Erntemaßnahmen generell bis weit in den Oktober hinein. Das termingerechte Ausbringen von Gülle auf Ackerland wurde erheblich erschwert. Etwas Positives hatte jedoch das viele Nass: die Bodenwasservorräte konnten gebietsweise gut aufgefüllt werden. Nachdem der bisherige Herbst die Nerven der Landwirte strapaziert hatte, normalisierte sich die Lage zum Monatsende. Vielerorts erfolgte aufgrund der milden, trockenen Witterung ein abschließender Grünlandschnitt. Auch die phänologische Entwicklung ging nun zügig voran. Die Blattverfärbung der Bäume und Sträucher nahm immer weiter zu. Zum Ende des Monats setzte bereits der Blattfall der Stiel-Eiche, der die phänologische Jahreszeit des Winters einläutete, ein.

Erste Frostperiode in der letzten Novemberdekade

Im November 2013 befand sich Mitteleuropa zunächst in einer westlichen Strömung. Die zahlreichen Tiefdruckgebiete führten milde Luftmassen heran und brachten reichliche Niederschläge. Im zweiten Monatsdrittel gelangte Deutschland vielfach unter Hochdruckeinfluss mit jahreszeitlich angepassten Temperaturniveau und viel Nebel oder Hochnebel. Im letzten Drittel wechselten sich mildere und kältere sowie trockene und nasse Tage einander ab. Insgesamt fiel der November wie der Oktober zu mild und zu nass und sonnenscheinarm aus. Die zu Monatsbeginn ungewöhnlich warme Witterung ließ so noch pflanzliche Entwicklungen zu. Häufige Niederschläge sorgten dafür, dass sich die Bodenwasservorräte weiter füllten. Fast überall waren die Böden in einer Schicht von 0 bis 60 cm Tiefe unter Gras mit Wasser gesättigt oder sogar übersättigt. Das behinderte auch die letzten Ernte- und Aussaatarbeiten. Im weiteren Monatsverlauf wurde es zunehmend kühler und zum Monatsende winterlich. Die niedrigeren Temperaturen beendeten somit jegliche Pflanzenvegetation. Vielerorts drang Frost durch die nicht vorhandene Schneedecke in die Böden ein. Damit wurden die Pflanzen allmählich abgehärtet. Eine erste Schneedecke gab es nur im südlichen Flachland. Der Blattfall schritt weiter voran und war bereits bis zur Monatsmitte weitgehend abgeschlossen. In der Pflanzenwelt stellte sich somit die Winterruhe ein.

Quelle: DWD

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